Sonntag, 25. Februar 2007

Traumanimiert...

ohne Titel

Ich kam um zu lieben
ich kam um zu lachen
von beidem trank ich
wie von gutem spanischen Wein.
Ich kam um zu geben
ich kam um zu tanzen
und tat es so oft
augenschließend für mich allein.

Ich stolperte oft
und tief fiel ich hart
doch schließlich stand
ich noch aufrechter da.
Eingetaucht in Eis
umgeben von Mauern
laut getönte, harte Worte
die nur ein Hilfeschrei war´n.

Wenn ich geh was bleibt?
Wenn ich fort bin lächelst du
im Gedanken an mich?
Wenn ich fort bin bist du wütend
und schreist es hinaus?
Wenn ich fort bin,......
was bleibt?

Ich kam um zu träumen
ich kam um zu malen
die Welt in rosaknallbunten
himmelblau Farben.
Ich kam um zu halten
ich kam um zu stützen
sprang über Gräben, bekämpfte
den Wind; ungeachtet der Narben.

Ich liebte rasend
liebte mütterlich sanft
liebte als gäbe es
kein morgen mehr.
Lief über Wolken
streute mir Blumen,
rannte durch heißen Sand
hinunter bis zum kühlenden Meer.
Sag…

Wenn ich geh was bleibt?
Wenn ich fort bin, erinnerst du dich
an mein Lachen?
Wenn ich fort bin bringst du mir
salzigglitzernde Tränen?
Wenn ich fort bin,......
was bleibt?

Ich kam um zu bleiben
doch wanderte ich ständig
ich kam um zu laufen
und stand ewig still
Ich kam um zu weinen
Ich kam um zu halten
kam um zu stillen
Tränenfluss und Durst

Ich kam....
Ich kam…

Wenn ich geh was bleibt?
Wenn ich fort bin, schreibst du
mir Briefe?
Wenn ich fort bin, lach über unsere
Späße!
Wenn ich fort bin,......
Erinnere dich!


Ich hatte einen merkwürdigen Traum.
Ich war auf einer Party, alle meine Freunde, Mallemädels und Familienmitglieder waren da. Es war ein großer heller Raum eingerichtet wie ein Wohnzimmer, alle Partyteilnehmer waren fröhlich doch Spiegel und Fenster waren mit schwarzen Tüchern verhängt. Die Musik spielte und es wurde getanzt, getrunken..
und ich saß auf der Couch und beobachtete alles, war fremd, unbeteiligt....
Meine Freundin trat an den Couchtisch zündete kreisförmig Kerzen an
setzte sich entspannt in einen Sessel und stellte mir Fragen...
Plötzlich war die Musik verstummt. Alle Blicke waren gebannt auf meine Freundin gerichtet. Im Zimmer wurde es kalt, ich fror und gleichzeitig war mir heiß vor Anstrengung. Ich antwortete automatisch ohne genauer hinzuhören. Autopilot... kennt man ja.....
Meine Freundin hatte die Augen geschlossen, Schweiß auf ihrer Stirn...
Merkwürdig! Warum sieht sie mich nicht an wenn sie sich mit mir unterhalten möchte?
Und warum starren sie alle an?
Plötzlich wurde ich mir der Fragen bewusst die mir gestellt wurden.

Geht es dir gut dort wo du bist?
öh... klar! Hallo? Ich bin hier!!!!
Möchtest du jemanden grüßen?
Vermisst du uns?

äh grüßen? vermissen? Ihr seid doch alle hier!

Plötzlich stehe ich auf und gehe zum Computer der in der Zimmerecke steht.
Ich rufe die Bilderdatei auf und klicke ein Foto an auf dem ein großer goldener Spiegel zu sehen ist. Und in diesem Spiegel ist eine fröhlich grinsende Familie zu sehen.
Meine Kinder... mein Mann... ich...
Alle Köpfe fliegen herum und starren auf den Bildschirm.
Das ist unheimlich höre ich Stimmen murmeln.

Unheimlich? Also ich fand das Bild eigentlich immer ziemlich gut gelungen!

Alle blöd hier außer Mutti! Mir ist langweilig und ich stöbere ein wenig in den Bilddateien herum bis ich auf ein Foto stoße das meine ausgelassenen Mallemädels zeigt. Ein Foto vom letzten Malleurlaub. Braungebrannte, vergnügte Mädels..
ich klicke es an und schiebe gleich ein Foto von meinem Vater und meiner Mutter hinterher. Das hatte ich schon lange nicht mehr gesehen! Dieses Bild wurde vor Urzeiten aufgenommen auf einer Geburtstagsparty bei meinen Großeltern im Garten.
Beide haben die Wangen aneinandergepreßt und lächeln breit in die Kamera.

Ich höre leise Schniefer, habe aber keine Lust mich umzudrehen. Komische Party!

Plötzlich höre ich die Stimme meiner Mutter die laut und verzweifelt ein "warum" in den Raum schreit.
Ich bekomme eine Gänsehaut... fühle mich elend, krank, schuldig
sieht so aus als hätte ich eine Party versaut.
Meine Freundin springt auf und entschuldigt sich. Sie weint, ich trete zu ihr und tröste sie. Sie erstarrt.... du bist hier, flüstert sie... ich spüre das du hier bist...

Mir wird et ein wenig gruselig ums Gemüt. Was haben die alle genommen? Ich hasse Drogen!

Ich gehe zu meinen anderen Mädels und hake mich ein. Stimmung! Party! Hossa!
Boah, guck dir die Gänsepelle an, raunt eines der Mädels bei denen ich mich eingehakt habe und streckt ihren Arm nach vorne, damit alle ihre aufgestellten Härchen betrachten können.

Wat is dat hier? Kirche, Zirkus, Sensationen? Noch nie nen Stachelbeerarm gesehen?
Meine Güte!

Ich schlendere zu meiner Familie. Meine Tanten und Onkel waren immer recht bodenständige Leute. Die werden sich sicher nix eingeworfen haben. Vielleicht können die mir erklären wie ich in diese Klamaukshow kam und wo die versteckten Kameras sind.
Unterwegs schnappe ich mir ein Schälchen mit Pralinen und schlurfe graziös auf meine Familientruppe los als meine Tante Moni entsetzt aufschreit. Da.. brüllt sie. Alle starren auf das Pralinenschälchen und machen Spiegeleiaugen. Es schwebt.. es schwebt ... krächzt mein Onkel heiser und scheint einem Herzinfarkt nah.

Ich bin entsetzt, erstaunt, ich wundere mich warum jeder Schritt mich unglaublich anstrengt. Zeit Musik zu machen denke ich und die Stimmung mal ein wenig aufzulockern. Mir rinnt der Schweiß in Bächen den Rücken entlang. Kann mich an angenehmere Situationen erinnern als dies der Fall war. Ähm ja...
Ich bediene den CD Player.. its raining men.. soll meine MalleMädels auf Touren bringen.
Einige grinsen blöd, aber sie rühren sich keinen Millimeter.
hm..
Geile Zeit? ----nix
ein Stern?----- nix
sie liebt den Dj? ---- nix
ich zappe mich durch die Malle-Hits CD....suuuper Party! Mann Mann Mann!
Ich zucke erschöpft mit den Schultern... is eh das letzte Lied dran...
Gröhlemeyer - du fehlst----- REAKTION! Plötzlich kommt Bewegung in die Masse.
Alles liegt sich heulend in den Armen. Ja super!

Meine Freundin kommt und hat ein großes Bild in der Hand das sie sich mit bebendem Kinn an die Brust drückt. Sie stellt es auf den Wohnzimmertisch. Zündet die verloschenen Kerzen wieder an. Sie wollte es so, flüsterte sie entschuldigend. Sie wollte eine Party! Sie wollte es so!.... ihr wisst es doch! Sie schaut verzweifelt.
Ich stehe vom Boden vor der Musikanlage auf und gehe zu ihr rüber.
Mensch nu is aber gut! Gerade will ich ihr mal kräftig und aufmunternd eins zwischen die Schulterblätter geben als mein Blick auf das Bild mit den schwarzen Trauerecken fällt.... ein Foto..... von mir!

Als ich vor zwei Stunden aufwachte hatte ich den obigen Text im Kopf und musste ihn einfach runterschreiben. Er hämmerte solange bis ich ihn freigelassen hatte. Nu is jut....

Was für ein Traum! Jesses!

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