Erinnerungsfetzen
Ich möchte nicht vergessen! Nicht vergessen das ich ein Ziel habe, eine Aufgabe. Ich möchte nicht vergessen wer ich bin, was ich bin. Ich möchte nicht vergessen was wichtig ist im Leben.Jetzt geht es mir wieder gut, es dauert sicher noch eine Weile bis ich wieder normale Dinge erledigen kann wie einkaufen, Wäsche waschen. Es wird besser! Jeden Tag. Ich habe ein Ziel.... leben.
Wie durch dichte Watte sickern einige Satzfetzen durch bis in mein Gehirn.
Wo bin ich? Warum tut mir alles so weh? Warum bekomme ich keine Luft?
Ich versuche mich zu beruhigen, die Fetzen zu deuten die an mein Oberstübchen klopfen, bemühe mich die Übelkeit niederzukämpfen und zuzuhören.
…sind sie Angehörige……..dreieinhalb Stunden operiert….. ....ein Tumor……
…so groß wie eine Pampelmuse…..
…es bestand Lebensgefahr….es könnte sein…Krebs?..morgen werden wir mehr wissen… braucht Ruhe…
Ruhe! Ich fühle mich so unendlich müde, ich würde so gerne nachgeben. Es soll aufhören!
Ich kann diese Schmerzen nicht ertragen!
Tumult drängt sich in mein Ohr.
..beruhigen sie sich doch!...... es ist meine Tochter…hören sie.. meine Tochter!..niemand kann mich davon abhalten meine Tochter zu sehen…
Können diese Stimmen nicht endlich still sein? Was für ein schrecklicher Alptraum…
Ich wehe weg. Dunkelheit!
….. sie wird ruhiger…. aber der Blutdruck… noch mal den Arzt rufen…
Können die nicht endlich mal die Klappe halten?
Ich habe gerade geträumt. Ich sitze in einem großen Wagen auf dem Rücksitz. Ich bin ungeduldig. Ich muss doch schließlich eilig dahin! Wohin noch gleich? Ich weiß es nicht mehr. Nur das es ein weiter Weg ist und das dort meine Kinder warten. MEINE KINDER!
Sie sind allein! Sie brauchen mich! Ich rufe dem Fahrer zu das er sich gefälligst beeilen soll.
HERR GOTT! Soll denn meinen Kindern noch was passieren? Sie sind alleine, begreift er das denn nicht? Wir müssen noch so viele Kilometer fahren!Schneller!!! Ich habe ein ungutes Gefühl. Nervös trommel ich mit den Fingern, fummel an meiner Haarsträhne herum, die sich mir immer wieder ins Gesicht kringelt, sie versperrt die Sicht. Ich überlege. Habe ich genügend Proviant? Geld? Schaff ich das? Es ist ein weiter Weg, das weiß ich irgendwie ziemlich sicher. Kann ich notfalls laufen? Es wird dann aber noch länger dauern. Beeilen sie sich doch bitte! Fahren sie schneller! Meine Kinder.. sie brauchen mich, ich spüre es. Ich spüre außerdem das noch zwei weitere Personen im Wagen sind, die unbedingt möchten das ich zu meinen Kindern komme. Sie wollen mich begleiten, damit alles glatt geht. Es sind Frauen. Frauen die ich einmal gekannt habe, aber jetzt erkenne ich sie nicht. Es ist als wären mir ihre Namen entfallen. Oh bitte. Fahren sie doch schneller, rufe ich dem Fahrer durch die Anwesenheit der Frauen bestärkt zu. Der Fahrer dreht sich um. Es ist mein Großvater. Er lächelt! Wieso sitzt er am Steuer? Er kann doch gar nicht.. .. Panik kommt in mir auf. Er hatte doch einen Schlaganfall… war gelähmt.. bis er vor einigen Jahren dann…Er ist doch ....., wie soll ich denn so …. Das ist doch verrückt! HEH!!! LASS MICH ANS STEUER!!!!! Wie kann jemand der gar nicht am Leben ist ein Auto steuern? Das kann doch nicht gut gehen. Sollen wir denn verunglücken? Fährt er überhaupt in die richtige Richtung? Halt, sofort wenden! Die Kinder.. sie warten!
Er lächelt….mein Großvater strahlt mich regelrecht an… und rutscht zur Seite, damit ich fahren kann. Aufmunternd nickt er mir zu. Er streicht mir sanft über die Wange, schnallt sich an, deutet wortlos, aber energisch nach vorne. Gib Gas Mädchen! Gib Gas! Endlich!
Ich treibe an die Oberfläche. Wo bin ich? Verschwommene Gestalten wuseln durcheinander, ergreifen meine Hände. Diese Schmerzen! Woher kommen diese Schmerzen?
Wann genau habe ich zugestimmt den Part der zersägten Frau in diesem Theater hier zu übernehmen? Das ist doch alles nicht euer Ernst? Ich will den Direktor sprechen! SOFORT! Anwälte zu mir!
Ich stöhne laut…
…. Sie kommt zu sich!... Kind, hörst du mich?
Wer weint da so laut? Und warum? Wenn hier einer Grund zum heulen hat bin ich das ja wohl! Diese Schmerzen!
Ich fixiere die Person zu meiner Rechten. Meine Mutter! Dahinter mein Vater! . Sie sehen traurig aus. Ängstlich. Wie durch Watte sehe ich meinen "kleinen" Bruder, der mit aschfahlem Gesicht zu mir rübersieht und mir müde zuwinkt. Er versucht zu lächeln. Sieht merkwürdig aus, sein Lächeln. .. Ist jemand krank? Sind sie alle krank?
WORUM GEHT’S HIER?
Du hast sehr viel Glück gehabt, sagt meine Mutter. Das Kinn meines Vaters zittert…
DIESE SCHMERZEN!
Aufmunternd zwinkere ich meinem Bruder zu, versuche verächtlich zu schnauben, was mir aufgrund diverser Schläuche die in meiner Nase stecken nicht recht gelingen will.
Echte Kerle jammern nicht…. murmel ich, um ihn zu trösten.
Er lächelt gequält zurück.
Ich frage so laut es mir möglich ist in den Raum, ob es meinen Kinder gut geht. Dieser schreckliche Traum. Ob ich noch rechtzeitig angekommen bin??
Ja, sagt meine Mutter, deinen Kindern geht es gut. Sie schlafen, es ist schon spät. Kümmerst du dich um sie, frage ich. Ja, sagt sie leise.
Sie strahlt eine unglaubliche Kraft aus. Ich glaube nur Mütter haben dieses Kraftfeld. Meine ganz gewiss. Ich vertraue ihr, sie wird sich gut um meine Kinder kümmern und um alles was zu erledigen sein wird. Apropo erledigt.. hab ich alles erledigt? Ich glaube nicht... es ist noch soviel zu tun. Mein Vater ist da... er versucht mir Kraft zu geben. Hab ich ihm schon gesagt wieviel er mir bedeutet? Das ich ihn liebe?
Aber du wirst dich selber kümmern! sagt sie bestimmt. Wenn es dir wieder besser geht. Bald!
Ich nicke erleichtert. BALD!
Ich muss schlafen, vielleicht kann ich anschließend klarer denken. Ich muss nachdenken. Es ist wichtig. Ich muss... ich muss.. ich muss... Doch ich kann nicht. Ich bin abgelenkt. Immer nur fähig zu Gedankenblitzen. Woher kommt dieses blöde Piepsen? Schalt doch einer mal diese blöden Piepsdinger aus, die ich ständig höre! Müde. Ich bin so schrecklich müde. Wer stöhnt da so laut? Diese Frau soll endlich damit aufhören.
DAS ist gegen die Schmerzen, sagt eine blau gekleidete Gestalt, die sich an einer der vielen Kanülen zu schaffen macht, die in meiner Haut stecken. Gleich wird es besser, sagt die blaue Gestalt, die immer mehr verschwimmt, bis ich endlich in gnädige Dunkelheit versinke.
Wie durch dichte Watte sickern einige Satzfetzen durch bis in mein Gehirn.
Wo bin ich? Warum tut mir alles so weh? Warum bekomme ich keine Luft?
Ich versuche mich zu beruhigen, die Fetzen zu deuten die an mein Oberstübchen klopfen, bemühe mich die Übelkeit niederzukämpfen und zuzuhören.
…sind sie Angehörige……..dreieinhalb Stunden operiert….. ....ein Tumor……
…so groß wie eine Pampelmuse…..
…es bestand Lebensgefahr….es könnte sein…Krebs?..morgen werden wir mehr wissen… braucht Ruhe…
Ruhe! Ich fühle mich so unendlich müde, ich würde so gerne nachgeben. Es soll aufhören!
Ich kann diese Schmerzen nicht ertragen!
Tumult drängt sich in mein Ohr.
..beruhigen sie sich doch!...... es ist meine Tochter…hören sie.. meine Tochter!..niemand kann mich davon abhalten meine Tochter zu sehen…
Können diese Stimmen nicht endlich still sein? Was für ein schrecklicher Alptraum…
Ich wehe weg. Dunkelheit!
….. sie wird ruhiger…. aber der Blutdruck… noch mal den Arzt rufen…
Können die nicht endlich mal die Klappe halten?
Ich habe gerade geträumt. Ich sitze in einem großen Wagen auf dem Rücksitz. Ich bin ungeduldig. Ich muss doch schließlich eilig dahin! Wohin noch gleich? Ich weiß es nicht mehr. Nur das es ein weiter Weg ist und das dort meine Kinder warten. MEINE KINDER!
Sie sind allein! Sie brauchen mich! Ich rufe dem Fahrer zu das er sich gefälligst beeilen soll.
HERR GOTT! Soll denn meinen Kindern noch was passieren? Sie sind alleine, begreift er das denn nicht? Wir müssen noch so viele Kilometer fahren!Schneller!!! Ich habe ein ungutes Gefühl. Nervös trommel ich mit den Fingern, fummel an meiner Haarsträhne herum, die sich mir immer wieder ins Gesicht kringelt, sie versperrt die Sicht. Ich überlege. Habe ich genügend Proviant? Geld? Schaff ich das? Es ist ein weiter Weg, das weiß ich irgendwie ziemlich sicher. Kann ich notfalls laufen? Es wird dann aber noch länger dauern. Beeilen sie sich doch bitte! Fahren sie schneller! Meine Kinder.. sie brauchen mich, ich spüre es. Ich spüre außerdem das noch zwei weitere Personen im Wagen sind, die unbedingt möchten das ich zu meinen Kindern komme. Sie wollen mich begleiten, damit alles glatt geht. Es sind Frauen. Frauen die ich einmal gekannt habe, aber jetzt erkenne ich sie nicht. Es ist als wären mir ihre Namen entfallen. Oh bitte. Fahren sie doch schneller, rufe ich dem Fahrer durch die Anwesenheit der Frauen bestärkt zu. Der Fahrer dreht sich um. Es ist mein Großvater. Er lächelt! Wieso sitzt er am Steuer? Er kann doch gar nicht.. .. Panik kommt in mir auf. Er hatte doch einen Schlaganfall… war gelähmt.. bis er vor einigen Jahren dann…Er ist doch ....., wie soll ich denn so …. Das ist doch verrückt! HEH!!! LASS MICH ANS STEUER!!!!! Wie kann jemand der gar nicht am Leben ist ein Auto steuern? Das kann doch nicht gut gehen. Sollen wir denn verunglücken? Fährt er überhaupt in die richtige Richtung? Halt, sofort wenden! Die Kinder.. sie warten!
Er lächelt….mein Großvater strahlt mich regelrecht an… und rutscht zur Seite, damit ich fahren kann. Aufmunternd nickt er mir zu. Er streicht mir sanft über die Wange, schnallt sich an, deutet wortlos, aber energisch nach vorne. Gib Gas Mädchen! Gib Gas! Endlich!
Ich treibe an die Oberfläche. Wo bin ich? Verschwommene Gestalten wuseln durcheinander, ergreifen meine Hände. Diese Schmerzen! Woher kommen diese Schmerzen?
Wann genau habe ich zugestimmt den Part der zersägten Frau in diesem Theater hier zu übernehmen? Das ist doch alles nicht euer Ernst? Ich will den Direktor sprechen! SOFORT! Anwälte zu mir!
Ich stöhne laut…
…. Sie kommt zu sich!... Kind, hörst du mich?
Wer weint da so laut? Und warum? Wenn hier einer Grund zum heulen hat bin ich das ja wohl! Diese Schmerzen!
Ich fixiere die Person zu meiner Rechten. Meine Mutter! Dahinter mein Vater! . Sie sehen traurig aus. Ängstlich. Wie durch Watte sehe ich meinen "kleinen" Bruder, der mit aschfahlem Gesicht zu mir rübersieht und mir müde zuwinkt. Er versucht zu lächeln. Sieht merkwürdig aus, sein Lächeln. .. Ist jemand krank? Sind sie alle krank?
WORUM GEHT’S HIER?
Du hast sehr viel Glück gehabt, sagt meine Mutter. Das Kinn meines Vaters zittert…
DIESE SCHMERZEN!
Aufmunternd zwinkere ich meinem Bruder zu, versuche verächtlich zu schnauben, was mir aufgrund diverser Schläuche die in meiner Nase stecken nicht recht gelingen will.
Echte Kerle jammern nicht…. murmel ich, um ihn zu trösten.
Er lächelt gequält zurück.
Ich frage so laut es mir möglich ist in den Raum, ob es meinen Kinder gut geht. Dieser schreckliche Traum. Ob ich noch rechtzeitig angekommen bin??
Ja, sagt meine Mutter, deinen Kindern geht es gut. Sie schlafen, es ist schon spät. Kümmerst du dich um sie, frage ich. Ja, sagt sie leise.
Sie strahlt eine unglaubliche Kraft aus. Ich glaube nur Mütter haben dieses Kraftfeld. Meine ganz gewiss. Ich vertraue ihr, sie wird sich gut um meine Kinder kümmern und um alles was zu erledigen sein wird. Apropo erledigt.. hab ich alles erledigt? Ich glaube nicht... es ist noch soviel zu tun. Mein Vater ist da... er versucht mir Kraft zu geben. Hab ich ihm schon gesagt wieviel er mir bedeutet? Das ich ihn liebe?
Aber du wirst dich selber kümmern! sagt sie bestimmt. Wenn es dir wieder besser geht. Bald!
Ich nicke erleichtert. BALD!
Ich muss schlafen, vielleicht kann ich anschließend klarer denken. Ich muss nachdenken. Es ist wichtig. Ich muss... ich muss.. ich muss... Doch ich kann nicht. Ich bin abgelenkt. Immer nur fähig zu Gedankenblitzen. Woher kommt dieses blöde Piepsen? Schalt doch einer mal diese blöden Piepsdinger aus, die ich ständig höre! Müde. Ich bin so schrecklich müde. Wer stöhnt da so laut? Diese Frau soll endlich damit aufhören.
DAS ist gegen die Schmerzen, sagt eine blau gekleidete Gestalt, die sich an einer der vielen Kanülen zu schaffen macht, die in meiner Haut stecken. Gleich wird es besser, sagt die blaue Gestalt, die immer mehr verschwimmt, bis ich endlich in gnädige Dunkelheit versinke.
Frauenzimmer - 21. Mai, 02:44


erschüttert
hoffe, dass es Dir helfen möge, das erlebte zu verarbeiten
bete, dass Deine kinder Dir die kraft geben, diesen kampf zu gewinnen
willkommen zurück