[>>]

Hotel Ponzo... nichts als die Wahrheit.. Teil 1

Pannen, nichts als Pannen
Ich weiß nicht, wer eigentlich jemals auf die Schnapsidee gekommen ist, einen Kurztrip nach Paris zu veranstalten. Eigentlich kann das nur Herr Sondermann gewesen sein - wo wir grade beim Schnaps waren... Ja, ja, ich höre ihn noch: "Das ist alles leicht zu organisieren, muss man gar nicht groß planen. Wir einigen uns auf einen Termin, dann hole ich euch mit dem Auto ab und wir sausen in einem Rutsch durch bis Paris. Das wird klasse."
Jaha, für Herrn Sondermann ist es vermutlich auch klasse. Der wandert von Hotel zu Hotel, nimmt an einer wilden Party nach der nächsten teil, trifft haufenweise Promis und unterhält sich überhaupt ziemlich prächtig.
Frau M. und ich dagegen? Na, ich muss unseren Leidensweg, der nunmehr in die fünfte Woche geht, wohl nicht noch mal ausführlich beschreiben. Kann man ja alles nachlesen. "Katzensprung", sagt der Sondermann. Ha, seit wann dauert ein Katzensprung fünf Wochen und vier Tage? Zuhause vertrocknen meine Geranien und mein Arbeitsplatz wurde längst neu besetzt. Der Göttergatte von Frau M. hat sich längst eine neue Gattin zugelegt und ihre Kinder werden von der Schwiegermutter großgezogen. Ein Alptraum!
Und wir? Frau M. hatte eine Reifenpanne und musste ihr Fahrrad die ganzen letzten 87 Kilometer schieben. Und das alles bergauf. Sie hat Blasen an den Füßen, ihre Waden sind doppelt so groß wie die eines Profi-Fußballers, über ihre Frisur mag ich mich gar nicht äußern und ihr Armee-Tarnanzug war selbst nach der letzten Bundeswehr-Übung in Afghanistan noch in einem besseren Zustand. Welcher Mann wird denn so eine Frau jemals wieder ansehen? Ich wage nicht darüber nachzudenken.
Ich selber hatte auch nicht mehr Glück. Auf halbem Weg zur Alpe d'Huez ging meinem Taxifahrer der Sprit aus. Na, ich meine, nicht ihm, sondern seinem Wagen. Er selber hatte reichlich getankt - literweise Ouzo von irgendwelchen ausgeflippten Griechen, die behaupteten, Europameister geworden zu sein. So ein Blödsinn. Da kann ja jeder kommen. Nur, weil ich mal ein paar Tage ohne Internet und Fernseher auskommen musste, bin ich ja noch längst nicht verblödet. Die Griechen und Fußball-Europameister! Dass ich nicht lache.
Nun ja, das Lachen ist mir allerdings in der Tat vergangen. Denn ich musste nun auch zu Fuß weiter gehen - immer schön die Serpentinen entlang, hinauf auf den Berg. Und das alles in meinen schicken Pumps, die ich in Biarritz erstanden hatte, um bei den Surfern Eindruck zu schinden. Ich kann Ihnen sagen, meine Blasen sind ungefähr so groß wie die Waden von Frau M. Auf den ersten Kilometern konnte ich ja noch den Taxifahrer überreden, mich zu tragen. Aber dann kamen wir an einem kleinen Berglokal vorbei und da ließ mich dieser blöde Kerl einfach fallen, um sich mit der Bedienung ein paar Flaschen Rotwein zu gönnen. Nur, weil die so ein schickes, knappes Kleidchen anhatte, aus dem vorne und hinten alles rausfiel. Na, ich erspare mir Details, kann ja sein, dass hier Kinder mitlesen.
Immerhin hatte der Zwischenstop ein Gutes: Ich traf auf ein Rentnerehepaar aus Sachsen, die mit ihrem Wohnmobil unterwegs sind. Und die werden uns mitnehmen. Vorausgesetzt, Frau M. erscheint innerhalb der nächsten Stunde auf der Bildfläche. Länger wollen die Leutchen nämlich nicht warten. Man weiß ja: Rentner haben nie Zeit....

Kommentare dazu: (Pannen, nichts als Pannen)
Rezeption vom Dienst / Website (8.7.04 19:14)
Sehr geehrte Frau S,
bereits for five wochen you reserved some rooms, is Frau Dingens aus M. already arrived? Or is she lying and dying in the bed of room n°X?
Please let us know soon...
(8.7.04 19:58)
Sehr geehrte Rezeption,
I don'n know where Frau M. is rumlying. Maybe she found some new friends in the Alpen. Oder auch nicht. By the way: Hört sich so an, als könnte man es in room number X gut aushalten. Stimmt das? Then I like to book diese room.

Lügen haben lange Beine
Pannen, …

Ich sitze immer noch im Hotel und warte auf die angekündigten Gäste aus Deutschland. Eine Frau Sondermann hat für sich, einen Herrn S. und eine Frau Dingens geschiedene M. hier schon seit ungefähr fünf Wochen diverse Zimmer reserviert, ja was sage ich, blockiert. Als Rezeptionnistin bin ich ja bekanntlich gewissermaßen in meiner Abschnittsberufsehre gepackt, um auch die ausgefallensten Wünsche zu erfüllen. So habe ich alle Hebel in Bewegung setzen müssen, um wenigstens schon mal Madame Quidécidetout zu überzeugen, diese doch recht eigenwillige Reservierung auch ohne Kreditkarte zu akzeptieren. Und jetzt? Wer hat jetzt den Salat? Ich.

Jedes Mal wenn Madame Quidécidetout (ist ja die Frau vom Chef) hier auftaucht, muss ich mir ausdenken, welchen gerade anwesenden oder vorbeigegangen Kunden ich als Kundin S, M oder Kunde S ausgebe. Ein Sport! Glücklicherweise konnte ich bisher die Entdeckung der noch-nicht-Anwesenden vermeiden.

Heute (gerade eben), als Madame Quidécidetout samt Gatte, Monsieur L’Escroc, zu einem Blitzüberraschungsbesuch reinschneite, tat ich so, als wenn der fröhliche weißhaarige Mann, der, bevor er schnell-schnell seinen Koffer an der Rezeption abstellte, aus dem er unbedingt noch frische Fotos seines gestern geborenen Nachwuchses (die er mir auch noch kurz unter die Nase hielt: „comme elle est belle“, sagte ich charmant wie ich bin) ziehen musste, gleich wieder ins wartende Taxi verschwand, lief ich also zur Höchstform auf. (Man bemerke die Länge des Satzes.)

Früher am Tage bereits hatte ich den Schelm im Nacken und verwies auf eine verkniffene Dame aus Zimmer S (in Anklang an die angebliche Bewohnerin), die sich zuvor über lärmende Nachbarn beschwert hatte.

Frau M. aus Dingens liegt angeblich seit Tagen in Zimmer X, um sich von den Strapazen einer nicht näher hinterfragten Reise zu erholen.

Bisher schöpft Madame Quidécidetout noch keinen Verdacht.
Wer weiß, wie lange noch!

In allen Zimmern ist ES

Liebes Gästebuch,
der Hunger hatte mich gerade noch einmal aus dem Hotel getrieben. Ein bedauerlicher Fehler! Die verwirrte Rezeptionnistin wies mich nun endgültig ab. Sie kann zwar unheimlich lange Sätze bilden, einige davon sogar mit Subjekt, Prädikat, Interpunktion und anderem ungewohntem Zubehör, aber sich zu merken, ob ich bereits ein Zimmer belegt habe oder ein Neuankömmling bin, das übersteigt ihre kognitiven Kräfte. Angeblich wären seit fünf Wochen alle Zimmer an die Buchstaben M, S und nochmals S vermietet.

Meinen Einwand, ich wäre eines dieser S’s, ließ sie nicht gelten. „Lügen Sie mich nicht an! Dann wären Sie ja ein ß!“ Gegen soviel Logik war ich machtlos.

Immerhin, die Besenkammer und die Kinderschänder-Dutroux-Suite wären noch frei. Ich entschied mich für die Suite, denn wer will schon mit einem Besen in einem Doppelbett schlafen! Da hätte ich auch zu hause bleiben können.

Also tanze ich mit Dutroux Tango die ganze Nacht durch, auch wenn er immer führen möchte und mir ständig auf den Füßen herumtritt. Ich hasse ihn dafür!

Kommentare dazu:

(8.7.04 13:50)
Wie, jetzt doch in Belgien?
8.7.04 14:50)
Ja, ja, Herr Sondermann führt auch ein unstetes Leben, das hatte ich schon immer vermutet. Und dann auch noch in Gesellschaft so finsterer Gestalten. Wenn das mal gut geht...

Kommt Zeit, kommt Unruhe
Frau M.scheint es mal wieder überhaupt nicht eilig zu haben. Ich hatte doch nur einen unwesentlichen Vorsprung von vielleicht 80 Kilometern, als dem Taxi der Sprit ausging. Das kann doch unmöglich sein, dass Madame für diese Strecke mehrere Tage braucht. Inzwischen sehe ich hier schon alle Felle davon schwimmen. Der Taxifahrer hat auf finsteren Kanälen, über die ich gar nicht nachzudenken wage, Benzin organisiert und ist bei Nacht und Nebel mit der Bedienung des Cafés durchgebrannt. Dieser Mistkerl! Die sächsischen Rentner sind auch längst über alle Berge. Blödmänner, die! Statt ihren Landsleuten zu helfen, die in Not geraten sind, haben die nur ihr eigenes Vergnügen und Euro Disney im Auge.

Die knackigen Radler von der Tour de France sind mir inzwischen auch komplett egal. Sooo spannend ist das dann auch alles nicht mehr, wenn man sich die Berge erst mal aus nächster Nähe angesehen hat. Geht wie überall sonst auch, wo Berge sind, nur rauf und runter. Mehr nicht. Und die Jungs brauchen ja eh noch ein paar Tage, bis sie hier vorbei kommen.

Also gut, habe ich mir darum gedacht, was der Taxifahrer kann, kann ich auch. Und so habe ich mir einfach den ersten besten Traktor geschnappt, der hier in der Gegend rumstand, und mich auf den Weg gemacht. Jetzt gibt es nur noch ein Ziel: PARIS!!!


Liebes kunterbunte Gästebuch,

inzwischen habe ich mich an das Hotel und seine Gäste gewöhnt. Da ich sämtliche Zimmer in Beschlag habe, komme ich mit den meisten Hotelbewohnern auch ganz gut klar, manche kenne ich sogar persönlich. Zum Zeitungslesen gehe ich zu meinem Nachbarn, dem polnischen Ich. Kaffetrinken mag ich ganz gerne mit meinem italienischen Ich und abends dusche ich ausgiebig zusammen mit meinem jüdischen Ich und dem Ich aus Palästina.

Zum Pay-TV-Sehen gehe ich zu meinen begriffsstutzigen Ichs (Je’s) aus Frankreich. Schließlich will ich mir damit nicht mein eigenes Konto belasten. Das Leben ist so schon kostbar genug.
Nur dem Typen aus der Breshnew-Suite gehe ich aus dem Weg. Dieses Ich will mir immer einen Bruderkuss aufzwängen. Mit der Zunge!

Lebenszeichen
(hier war ein Bild) ???
Kommentar von Joys:
*radel, strampel, auf den Kilometer-Zähler schiel* wie weit *schnauf* mach et denn noch sein??*schnauf* Hey!! *Arm hochreck* was blinkt mich denn dieses blöde Taxi da von hinten an?? Nu hupt

Hallo Hallo! Das letzte Lebenszeichen von Frau M also schon vor 4 Tagen!
(Wieso muss ich mich eigentlich darum kümmern! Ha, weil ich den Salat habe...!) Nicht, dass die gute Frau entführt wurde...

Kommentare dazu:
10.7.04 13:43)
Also, allmählich mache ich mir auch Gedanken. Entführung? Unfall? Flucht vor dem Finanzamt oder Ex-Lovern? Oder hat Frau M. einfach nur ein schönes Plätzchen zum Verweilen gefunden? Werte Madame Ponzo, ich bin genauso rat- und sorgenlos wie Sie.
(10.7.04 17:05)
Kein Grund zur Panik, Frau M. macht sich sicherlich nur mal kurz etwas frisch, so was kann dauern ...
Wie lange halten sich eigentlich die Bonbons?

Ach, wär ich doch in Düsseldorf gebliiiieeeben...
so langsam kommen in mir doch gewissen Zweifel auf, ob ich diese (Tor)Tour jemals hätte machen sollen.
Mir bleibt aber auch nix erspart, dat sach ich Sie aber. Ich habe also unsere Frau S. verloren. Eben sah ich sie noch winkend und jubilierend in einem Taxi an mir vorbei rauschen und schon war sie meinem Blickfeld wieder entschwunden. Ich strampel also weiter Richtung Lyon. Über den Reiseweg dorthin möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter auslassen. Wenn ich nur an meine Waden denke, wird mir schon wieder ganz anders.
Endlich in Lyon angekommen, war mir nur noch nach einem Bett und einer deftigen Mahlzeit zumute. Problematischer Weise hatte ich meine Kanönchen, sowie meinen Sparstrumpf verloren. Ich brauchte also eins:
Geld!
Zunächst irrte ich etwas ziellos durch diese Stadt. Mein Radl hatte ich irgendwo abgestellt. Ich hatte genug von diesem quietschenden Ungetüm. Außerdem hatte ich mir einen Wolf an den Hintern geradelt. Muffelig stiefelte ich also durch die Innenstadt und machte an einem imposanten Brunnen halt. Trübseelig starrte ich in das Wasser und hing meinen finsteren Gedanken nach.
Ich dachte an Wangerooge. Jawohl! Dort sollte ich nämlich eigentlich jetzt sein und an diversen Anwendungen teilnehmen. Angeblich war ich ja gerade auf Mutter-Kind-Kur ohne Kind. Ich kann ihnen sagen, das hat mich bei meinem Reiseantritt einiges an Überzeugungskunst gekostet. Mein Mann wollte partout mit und wenn schon nicht er, dann sollte ich wenigstens meine Kinder mitnehmen. Nach einer bühnenreif hingezauberten Herzattacke, ließ er mich dann doch ziehen.
Seinerzeit hatte ich ja noch keine Ahnung was auf mich zukommen würde. Es sollte eine lustige Reise nach Paris werden. Mit meinen alten Freunden E.S. und Frau Prof. S.
Stattdessen gab es nur Pleiten, Pech und Pannen!
Das sollte nun aber anders werden. Jawoll!!!
Murrend schaute ich auf. Eine Gruppe Touris stürmte auf den Brunnen zu. Auch dat noch. Obwohl! *denk* Vielleicht konnte ich ja nochmal ein Überlebens-Handtäschchen ergattern? Leider hielten die Damen ihre Taschen fest an ihre Brüste gepresst. Da war also nix zu machen. Mist!
Nun denken se nicht direkt schlecht von mir, ich war schließlich in einem schrecklichen Zustand. Außerdem hatte ich Hunger. Das allein machte mich brandgefährlich.
Muffelig sah ich ihrem Treiben zu und plötzlich hatte ich die Lösung. Die tauchte nämlich gerade vor meinen Füßen in Form eines glänzenden Eurostückes in die Tiefen des Brunnens hinab. Ha!!!! LOGO! Ich brauchte nur abwarten bis es dunkel wurde und dann wollte ich die ganzen glänzenden Geldstücke am Brunnenboden einsammeln.
Ich war aber auch ein Fuchs. Dachte ich........
Jesacht, jetan! Ich war gerade dabei, ala Sterntaler die letzten Münzen in mein T-Shirt zu schaufeln, als mir jemand von hinten energisch auf die Schultern tippte und mich ansprach.
Da ich kein Wort französisch spreche, tat ich zunächst so als ob ich mich in einer alltäglichen Situation befinde und machte profilaktisch erstmal ein dummes Gesicht. Dat kann ich, da bin ich Profi! Allerdings nützte mir das gar nichts. Bevor ich mich versah, saß ich in einem Gefährt der örtlichen Polizei und wurde mit Blaulicht und Sirenengeheule (schrecklich; nicht zu vergleichen mit unserem lieblichen heimischen Tatüüütaaataaaa) ins Polizeipräsidium gekarrt.
In Ermangelung an Personalausweis und der französischen Sprache wurde ich eingesperrt! Watt sacht man dazu???
Ich! Milly! Ehrbare Frau vom Lande!
Es wurde dann aber doch noch recht lustig. Noch in der gleichen Nacht bekam ich eine Zellengenossin. Eine Hure aus Lyon, die mir nicht nur die Frisur wieder in Ordnung brachte, sondern mir auch noch ihren ganzen Lebenslauf schilderte. Zumindest glaube ich das es sowas war. Wie bereits erwähnt beherrsche ich die Landessprache nicht.
Nach fünf Tagen wurde ich wegen guter Führung entlassen. Ich glaube meine Zellengenossin hatte da auch ihre Hand, oder sonstwas im Spiel. Beim Abschied kullerten ein paar Tränchen und sie gab mir ihre Email-Adresse. Ich denke mal ich habe eine neue Brieffreundin gefunden.
Zur Zeit befinde ich mich in einem Zug in Richtung Dijon. Von da aus kann es nicht mehr so weit bis Paris sein. Hoff ich mal. Im Moment muß ich erstmal gucken, das ich nicht vom Zug plumpse. Ich sitze nämlich obendrauf.
In der Hoffnung das ich Herrn E.S. und Frau S bald wiedersehe und das es sich bei dem Zug nicht um einen ICE handelt verbleibe ich
erstma
Eure Frau M aus Dingens

Kommentare dazu:
13.7.04 14:25)
Na, das ist ja jetzt drei Tage her. Das war wohl eher kein ICE oder TGV wie das hier heisst... Sind Sie sicher, dass es wenigstens die richtige Richtung...? Ich meine ja nur.


Dienstag, 13. Juli

Wenn die sich mal was beeilen würden ! Wir haben schließlich sturmfreie Bude hier. Nachdem Madame Qui-décide-tout mir nicht auf die Schliche gekommen ist mit meinen ausgedachten Gästen, die angeblich mehrere Zimmer okkupieren... jedenfalls, jetzt sind se im Urlaub (die Hotelbesitzersippe). Das Hotel ist so gut wie leer, daran wird sich auch nichts ändern, es sei denn, ja es sei denn, Frau M würde tatsächlich den Weg finden, Frau S würde endlich ihre Boys in den Wind schießen, und Herr Sondermann würde sich endlich outen!
Da habe ich schon wieder einen im Verdacht. Er könnte es sein. Ein Deutscher (mit Erkennungscode: Ach so!), blond, mittelmäßig schön, nicht dick, nicht dünn, nicht bebrillt, nicht sportlich, nicht charmant, nicht lässig, nicht schwierig, nicht beleidigt. Den habe ich aber nur ein einziges Mal gesehen. Anscheinend hat er sich schon neue Freunde gemacht.
Letzte Aufforderung also: Sind Sie es, Herr Sondermann??

Kommentare dazu:
es / Website (13.7.04 16:13)
Ich würde mich ja zu gern outen, zumal die besagten Eigenschaften sehr gut passen, aber blond trifft es leider leider zum Glück nicht! Schade!


Liebes Gästebuch,

die machthungrige Rezeptionistin hat die aufsichtsfreien Tage dazu benutzt, ein neues Preissystem für Übernachtungen im Hotel einzuführen. 250 € pro Bett und Kissenbezug verlangt sie.

Ein wahres Schnäppchen, frohlockte ich und verlängerte meinen Aufenthalt ohne zu zögern sofort bis zum Ferienende 2006. Musste ich doch bisher 750 € pro Matratzenfeder und Kissendaune bezahlen.

Allerdings multipliziert sich der neue Zimmerpreis noch mit der Zimmernummer. Mein Aufenthalt in der Suite Nummer 984 wirkt sich durch diesen Umstand leider nicht förderlich auf meine finanzielle Kondition aus. Fast bedaure ich es ein wenig, dass ich so leichtfertig die Offerte abgelehnt hatte, das Zimmer 00 zu buchen. Aber gut, soll mein Nachmieter Costa Cordalis auch einmal Glück haben.

Wenn ich meinen Pay-TV-Konsum einschränke und meine Nahrungsaufnahme auf Null reduziere, werde ich es schon irgendwie schaffen.
E.S.

Liebes Gästebuch,

irgendetwas scheint an diesem Hotel nicht zu stimmen. Die Aufmachung der Rezeptionistin, sie trägt heute eine kugelsichere Military-Weste mit hunderttausend aufmunitionierten Taschen und einem Patronengurt länger als die Schlange vor dem Louvre, deutet nichts Gutes an. Ganz abgesehen davon, dass sie sich damit einer Mode unterworfen hat, wie sie in dieser Saison nicht einmal mehr in Cuba getragen wird. Außer von ganz alten Männern.

Außerdem ist das Gebäude mit Panzern umstellt und der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Fast scheint es, als wäre die Monarchie wieder eingeführt worden. Würde auch langsam Zeit werden, wenn man sieht, wie diese Bürgerlichen das Land zu Grunde richten. Das Baguette wird auch schon nach zehn Minuten steinhart! Und für Vittel müssen Hugenotten wie dieser David Bowie Werbung machen! Das kann ja nichts werden! Weiß doch jeder, dass der nur Gerolsteiner trinkt - mit Wodka und Gin-Whisky und ohne Wasser.

Aber nein, was muss ich erfahren? Die Hotelführung erwartet geheimnisvolle Gäste. Aus Deutschland. Mit Pferdeschwänzen anstelle normaler Frisuren. Das wundert mich bei den Deutschen überhaupt nicht. Die können ja nicht einmal ordentliche Dieselkatalysatoren bauen! Und wie man „Majonäse“ richtig schreibt, wissen sie auch nicht!

Die Hotelführung will sich auf keinen Fall überraschen lassen. Die Rezeptionistin ist angewiesen, beim Auftauchen eines Pferdeschwanzes Alarm zu geben, damit genug Zeit bliebe, den Schutzbunker aufzusuchen. Stundenlang verfolgt das arme Mädchen nun im Fernsehen Militärparaden mit Pferdeaufmärschen. Es könnte ja sein, dass einer dieser Pferdeschwänze einer dieser gesuchten Personen gehören könnte.

Mon Dieu, die Welt ist im Pferdearsch!

Umstellt


Pferdeschwanz ist hinten nicht mehr dran.

Kommentare dazu:


(14.7.04 23:37)
Mittwoch nachmittag Frau M. aus Dingens in irgend einer Telefonzelle in Parrrris.
Hallo, ääh vou le vou Hotel Ponzo? *Mist hätte ich doch vorher den Französisch Kurs bei der Volkshochschule besucht!*
Hallo--- äh, sind Sie das Hotel auf der rue de Ponzo ? ""Nein, wir sind auf derselben Strasse, aber wir heißen Hotel Ponzo."" Hallo ääääh, sind Sie auf der Seite vom Boulevard Saint Germain? ""Ja, wir sind auf der Seite, auf welcher Seite... wir sind eher Richtung Seine."" Ja, aber sind Sie auf der Seite vom Boulevard? ""Monsieur "" *Monsieur?? Heißt dat nich mein Herr??* ""wir befinden uns auf derselben Strasse wie das Hotel, was Sie suchen. Aber Richtung Seine."" *Seine? Ich will nich anne Seine ich will innet Hotel!* ääääh ja, aber sind Sie auf der Seite vom Boulevard?"Klick" SCHEISSE GELD IS ALLE!!! MERDE!!! Jetzt weiss ich immer noch nicht wo das verd.... Hotel ist. FRAUUUU S. zu Hüüüüülfäääääääää!!

Wo bin ich denn hier gelandet???????
Ich glaube ich bin in Paris. Jedenfalls hatte Kurt das behauptet, als er mich absetzte und mit durchdrehenden Reifen seines alternden VW-Busses davon jagte.
Aber ich greife vor..... das gehört sich nicht, hat meine Omma immer gesacht und die musset wissen, schliesslich war sie Frau von Welt. Heute hätte sie übrigens die Hände über den Kopf geschlagen, wenn sie die Parade gesehen hätte, mit der ICH in Paris begrüßt wurde! Oder sie hätte sich in den Straßenstaub geschmissen, mit dem entsetzten Ausruf "die Russen kommen".
Wieso?? Komm ich später noch drauf zurück. Hoff ich!
Aaaaaaalso, dat war so.........*tief Luft hol*
Ich saß also in ausgesprochen luftiger Militärbekleidung (siehe Herta) auf diesem Zuckelzug. Von ICE keine Spur!
Es handelte sich offensichtlich um eine alte Dampflock die zu rein touristischen Zwecken genutzt wurde. Während ich fröstelnd und eingedampft auf dem Wagon, direkt hinter der Log kauerte, sangen fröhliche Gesellen in dem Abteil unter mir fröhliche Liedchen. Die reinste Folter in jeder Hinsicht, dat kann ich ihnen aber lauthals flüstern. Nach einiger Zeit wurde die Bande unter mir zunehmend fröhlicher. Dat hält man im Kopp nicht aus, wenn man derweil obenauf tront und sich die Zöppe festhalten muss. Schließlich hatte ich so keine Hand mehr frei um mir die Gehörgänge zu schützen. Nach ner weiteren halben Stunde Folter hatte ich aber die Faxen dicke! So hielt ich mich mit den Füßen an einer Halterung fest und ließ mich seitlich am Wagon runterbaumeln. Ich wollte mit eigenen Augen sehen, wer mir diesen Volkslied-Terror antut, hömma.
Ich baumelte also fröhlich im mäßigen Fahrtwind und lugte kopfüber durch das Fenster. Im Abteil befanden sich ein paar Damen und Herren, die gerade div. Flachmänner kreisen liessen. Gerade als eine Dame die Christel von der Post anstimmte, schaute eine andere aus dem Fenster und mir quasi direkt ins Aug. Ihr markerschütternder Schrei lies alle anderen Abteilgäste in ihren Bewegungen verharren. Erbleichend reckte sie ihren Zeigefinger in meine Richtung und fiel gekonnt in Ohnmacht. Nana! So schlimm sah ich ja nun wirklich nicht aus. Fand ich jedenfalls. Ein mutiger Herr riss nun, nachdem er sich flugs bekreuzigte, das Fenster runter. Vorsichtig tastete er nach meinem Gesicht. Da ich gerne zu scherzen beliebe, fragte ich ob ich den Herrschaften ein Käffchen kredenzen könne. Fanden die aber gar nicht komisch. Wenn ich ehrlich sein sollte, waren meine Witzchen auch schon mal besser und schlagfertiger, aber scherzen se mal, wenn ihnen gerade sämtliches Blut in die Birne läuft. Mit beherztem Schwung und geübter Rolle rückwärts durch´s geöffnete Fenster verschaffte ich mir Einlass.
Die fröhliche Bande war nun total verängstigt und liess mich schweigend gewähren. Munter gesellte ich mich zwischen sie kostete von dem Flachmann links, muffelte sämtliche Butterbrote auf und begann ein zwangloses Gespräch auf das aber leider niemand einstieg. Langweilig! Ich verabschiedete mich fröhlich winkend und Kusshändchen verteilend und entschwand aufs Klo. Hier wollte ich mich erstmal verbarrikadieren. Als ich dort in den Spiegel schaute, konnte ich mir vorstellen, was die Leutchen in dem Abteil so aus der Fassung brachte. Mir starrte ein kohlrabenschwarzes Gesicht entgegen, umrahmt von wirren roten Zöpfen, die Augen irre flackernd, das grüne Hemdchen russbefleckt und löchrig... Ein wenig kam in mir Mitleid mit den armen Leutchen hoch, ich sah ja aus wie der Leibhaftige! Die Zeit bis Dijon verbrachte ich also damit, mein Äußeres wieder auf Vorderfrau zu bringen.
Dort stahl ich mich aus dem Zug und verschwand in der Menschenmenge. Vor dem Bahnhof überlegte ich gerade, wie ich kostengünstig nach Paris kommen könnte als..............
mein Blick auf einen Gitarre klimpernden jungen Mann fiel. Der Bursche kam mir iiiirgendwie bekannt vor. Langsam schlenderte ich zu ihm rüber. Woher kannte ich den Kerl nur? Fieberhaft durchforstete ich meine Gehirnwindungen, von denen wir Frauen ja bekanntermassen einige besitzen. Gerade als er mit seinem Liedchen endete und ein Passant ihm ein Geldstücken in den ausgebeulten Hut warf, fiehl es mir wie Schuppen aus den Haaren. Dat war Kurt! Der Kurt, mit dem VW-Bus, der Kerl der meinen Koffer noch in Besitz hatte. Na warte Freundchen. Beherzt packte ich den Kerl an seinen Rastazöppen und schüttelte ihn erstmal durch. Schließlich willigte er ein, mich nach Paris zu fahren. Yeah!! Er war auch gar nicht mehr böse, weil ich ihm die Alditragetasche incl. Haschischvorräten für 14 Tage gemopst hatte.
In Paris, setzte er mich und meine 3 Koffer an einem größeren Torbogen ab. Pariiiiiiiis endlich!! Aber was war denn hier los??
Menschenmengen, ich sach et Ihnen! Wem jubelten die alle zu? Mir? Alles Fans?? Ich schnappte mir meine Koffer und marschierte die Straße entlang. Zu meiner Rechten und Linken jubelte das Volk. Herrlich! Gerade als ich mich in Pose schmiss und den Busentes zurecht rückte, für den Fall, das jemand Fotos von mir machen wollte, geschah das Unfassbare.
Berittene Truppen marschierten geradewegs auf mich zu. Frau S. zu Hülfe!!!! (An dieser Stelle hätte meine Omma sich in den Staub geschmissen, remember?? "die Russen kommen!!")
Starr vor Schreck, unfähig mich zu wehren, sah ich den antrabenden Pferden entgegen. Gerade als ich dachte, mein letztes Stündlein sei gekommen, rissen mich starke Arme nach hinten und verbannten mich hinter eine Absperrung. Dabei büßte ich zwar einen Koffer ein, aber ich kam mit dem Leben davon.
Was war denn hier nur los? Verwirrt irrte ich nun durch die Straßen der Metropole, verzweifelt auf der Suche, nach Frau Prof. Dr. S, Herrn Sondermann, dem Hotel Ponzo. Werd ich wohl jemals dort ankommen.......?

Kommentare dazu:
(15.7.04 14:01)
Mensch, die soll bloss nicht alleine kommen! Immer diese alleinreisenden Frauen!
Wenn die vielleicht mit Frau und Herrn S... aber das muss ich mir nochmal überlegen...

ES (16.7.04 09:29)
Werte Frau Ponzo, da gibt es nichts zu überlegen! Sie werden gar keine andere Wahl haben und sich noch ganz ganz dolle freuen über solche Gäste! (wenn Sie wieder abreisen...)
16.7.04 16:55)
Ich hör hier immer nur Hetzsprüche gegen allein reisende Frauen. Also, wer mich nicht haben will, ist selber Schuld. Pardon, monsieur, wo gehts denn hier zur nächsten Jugendherberge? Wie - Sie hätten auch ein Zimmer frei? Extra für mich? Na, wenn das kein Angebot ist....

Liebes Tagebuch,
das Leben kann so schön sein. Ich sitze irgendwo in den Bergen, genieße die Sonne und das einfache Leben, die Ruhe, die Beschaulichkeit, hach jaaa.... *träum, seufz, genieß*
Aber allmählich geht mir das Geld aus und der Urlaub auch. Und fast hätte ich es schon vergessen - ich wollte ja eigentlich nach Paris. Das fiel mir eben wieder ein, als ich im Fernsehen eine Parade mit lauter Pferden sah. Einer der stolzen Reiter ging ziemlich unsanft zu Boden. Und dieser Tölpel erinnerte mich irgendwie an Herrn Sondermann. Mensch Erwin, altes Haus, dachte ich, was machst du denn da zwischen all den Pferden? Dann stand er auch noch etwas unglücklich hinter einem der Tiere, das ihm ziemlich unsanft den Schweif ins Gesicht schlug. Au weia, dachte ich, der Erwin hat aber im Moment auch nicht so richtig viel Spaß. Ich versuchte unter den Zuschauern Frau M. auszumachen. Wer weiß, dachte ich, wo der Sondermann ist, kann die doch auch nicht mehr weit sein. Aber ich sah nur haufenweise Frauen mit langen Pferdeschwänzen. Ist das die Trendfrisur 2004? Da hab ich wohl was verpasst. Ist jetzt auch ein bisschen spät, um die Haare noch wachsen zu lassen. Zu einem Pferdeschwanz würde das bei mir erst wieder im nächsten Sommer reichen. Und da wären dann wahrscheinlich schon wieder Kurzhaarfrisuren angesagt. Tja, ich hinke der Mode irgendwie immer hinterher...*seufz*
Na, egal, diese Fernsehbilder erinnerten mich jedenfalls wieder an Paris samt diesem dubiosen Hotel Ponzo und meiner eigenartigen Reise mit Frau M., von der ich auch schon sehr, sehr lange nichts mehr gehört habe. Irgendwie vermisse ich sie. Und Herrn Sondermann auch.
Ich werde mal den nächsten Bus zum nächsten Bahnhof nehmen und in den nächstbesten Zug Richtung Paris steigen.
Paris, ich komme!!!

Kommentare dazu:
(16.7.04 22:41)
Na endlich! Ich irre seit Tagen durch die Stadt. So langsam werde ich schon von den Leuten begrüßt. Wenn ich nur wüßte worüber die immer lachen. Ejal, ich werd das Hotel schon finden. Also liebste Frau Professor, ich vermisse Ihnen auch! Ich freue mich schon auf unser Zusammentreffen. In freudiger Erwartungshaltung Frau M aus Dingens


Je cherche...
Sonntag Morgen und ich bin in Paris. Ich kann es kaum glauben, aber ich bin wirklich hier. Hinter mir liegen 35 Stunden Zugfahrt mit so einer Bimmelbahn, die an jeder Butterblume gehalten hat. Außerdem musste ich elf Mal umsteigen. Nix Hochgeschwindigkeitszug TGV, nix superschnelle Verbindung mit Paris und dem Rest des Landes. Na, ich schätze, in Sachen Bahnfahren können Frankreich und Deutschland sich inzwischen die Hand reichen.
Jetzt irre ich durch diese noch etwas verschlafene Stadt und bin wie die meisten Menschen, die hier ankommen, auf der Suche. Paris - die Stadt der Liebe, der Kunst, der Kultur, großer historischer Ereignisse. Hier sucht man die Spuren der Vergangenheit, im Louvre, in Notre Dame, am Arc de Triomphe. Man sucht nach eigenen Erinnerungen und der großen Liebe. Und so bin auch ich auf der Suche. Ich suche Frau M. und Herrn Sondermann, das Hotel Ponzo, Kleingeld für den Fahrkartenautomaten, die passenden französischen Vokabeln, um mir was zu essen kaufen zu können und eine Toilette.
"Hotel Ponzo?" frage ich die Passanten. Aber sie schütteln alle abweisend den Kopf. Entweder kennen sie das Hotel nicht, oder sie wollen nicht mit mir reden. Das darf doch nicht wahr sein. Ich habe sieben Wochen, drei Tage und 35 Stunden gebraucht, um von Hamburg bis nach Paris zu kommen. Und nun scheitere ich auf den letzten paar Meterchen, weil niemand dieses verdammte Hotel kennt. So langsam regt sich ein ganz schrecklicher Verdacht in mir. Vielleicht stimmt das alles ja gar nicht. Vielleicht ist Frau Ponzo mitsamt ihrem dämlichen Hotel nur ein Fake. Vielleicht hat da in Wahrheit irgendso ein hinterhältiger Pizzeria-Besitzer aus Sizilien ein Log geführt und so getan, als wäre er Frau Ponzo und hätte ein Hotel in Paris. Ich hätte mich vor meiner Reise doch etwas genauer informieren sollen. Hat überhaupt jemals jemand auch nur einen einzigen Nachweis über die Existenz dieses Hotels in den Händen gehalten? Irgendeinen Prospekt? Eine Adresse? Ich habe nicht mal eine Telefonnummer. *heul*
Also bin wohl auch ich Opfer eines gefakten Logs geworden? Überhaupt war vielleicht diese ganze Reise nur ein Fake? Vielleicht muss ich einfach nur die Augen aufmachen und sitze wieder an meinem Schreibtisch und nicht am Brunnen vor dem Centre Pompidou, wo ich dem Wasserspiel bunter Hüte und Herzen zusehe.
Nun suche ich noch mehr. Ich suche nach dem Ausgang aus dieser Geschichte, nach meiner eigenen Identität - wie war noch mal mein Name? Frau S., Rapunzel, Amélie... - nach irgendeinem noch so kleinen Hinweis, dass nicht auch diese Stadt ein Riesenfake ist (stand da nicht irgendwo was von Disney-World?). Und vor allem, verdammt noch mal, suche ich immer noch eine Toilette.

Kommentare dazu: (Je cherche...)

18.7.04 21:27)
Natürlich gibt es dieses entzückende Hotel Ponzo, nebst einer noch entzückendererereren Rezeptionistin.Ich glaube dieses Hotel wird in Paris noch als Geheimtipp gehandelt und deshalb ist man dort so auskunftskarg. Aber vielleicht sind sie ja auch in Disney World gelandet? Ist ihnen Mickey oder Pluto auf nem Einrad entgegen gekommen? Ich jedenfalls habe das Hotel gefunden. Ich stehe gerade davor und bewundere dieses Schatzkästchen von außen. Mit offenem Mund und geweiteten Augen beäuge ich dieses charmante Bauwerk. Ich kann in die Eingangshalle und das freundliche Lächeln der Empfangsdame sehen. Ja! Ich bin endlich angekommen! Nahezu ehrfürchtig nehme ich meine Koffer in die Hand und gehe auf das Hotel zu. In mir das Gefühl nach Hause zu kommen....... *schnief*

Endlich.........
ich stehe vor dem Eingangsbereich des Hotel Ponzo. Fast bin ich zu schüchtern um wirklich einzutreten.
Ich hoffe nun endlich auf meine Reisegefährten Erwin und Frau S zu treffen. Ob es ihnen gut geht? Mein Urlaub geht nun bald zu Ende. Nur noch 5 Tage, dann muss ich wieder zu Hause sein und einen erholten Eindruck machen.
Die letzten Tage in Paris waren sehr beeindruckend. Ja ok auch ich hatte etwas Schwierigkeiten, das Hotel zu finden. Nachdem ich in Paris angekommen und nur knapp einer Horde berittenen und bezopften Uniformträgern entkommen war, irrte ich durch die Stadt. Doch noch am selben Abend schloss sich mir ein Dobermann an. Ich fütterte ihn mit den letzten Baguettekrumen und er entschied sich wohl aus Dankbarkeit mich zu begleiten.
Ein schönes Tier, grazil, hochgewachsen, mit schönem Kopf und klugen Augen. Und so gelehrig! Er war mir dabei behilflich auf dem Marktplatz hier und da ein paar Waren zu erschnorren.
Zum Beispiel konnte der Obsthändler gar nicht schnell genug zentnerweise Kirschen in mein Tragetäschchen schaufeln. Er konnte meinem charmanten Lächeln einfach nicht wiederstehen. Oder auch dem eindringlichen Knurren meines treuen Gefährten?
Egal, wir mußten keinen Hunger leiden. In der Nacht paßte er auf mich auf und vetrieb so manchen Wegelagerer.
Ich taufte ihn auf den Namen Onkel Erwin. Nach vier Tagen hatte ich mich derart an die Gesellschaft von Onkel Erwin gewöhnt, dass ich beschloss ihn nach dieser Reise mit nach Hause zu nehmen. Er würde sich sicher schnell bei uns einleben. Allerdings würde ich unseren chinesischen Essensbringdienst warnen müssen. Warum? Das erzähle ich vielleicht ein anderes Mal.
Eines Morgens machten Onkel Erwin und ich einen schönen gemütlichen Schnorr-Bummel, als neben uns ein schwarzer Rolls-Roys hielt. Das hintere Fenster öffnete sich mit leisem schnurrendem Geräusch und ein vornehmes Frauenstimmchen rief Jaques???
Plötzlich kam Leben in Onkel Erwin! Mit einem Satz hechtete er durch das geöffnete Fenster und wurde dort freudig quiekend begrüßt. Ich habe nicht verstanden was die Dame meinem Erwin alles entgegen jubelte. Die Autotüre öffnete sich und die Dame lud mich ein einzusteigen. Da ich gerade nichts besseres vorhatte, willigte ich ein. Junge das war ein Erlebnis. Der Wagen war von innen so geräumig wie mein Wohnzimmer. Großzügig schenkte mir die Dame ein paar Gläschen Champagner ein und plauderte fröhlich auf mich ein. Ich hatte etwas Mühe ihr verständlich zu machen, das ich Frau M aus Dingens bin und kein Wort französisch verstehe. Onkel Erwin/Jaques saß derweil zu meinen Füssen und knabberte freundschaftlich an meiner Hose.
Nach einiger Zeit hielt der Wagen und wir stiegen aus. Wir befanden uns vor einer Villa, wie ich noch keine gesehen hatte. Die Dame gab mir zu verstehen, dass ich ihr folgen sollte. Na logo! Dieses Häuschen wollte ich auch von innen sehen.
Die Tochter der Dame konnte dann schließlich übersetzen und erklärte mir, das Jaques der Hund ihrer Frau Mama war und das er schon seit Tagen gesucht wurde. Es war eine Belohnung ausgesetzt. Ich lehnte die Belohnung ab. Schließlich war Onkel Erwin mir in den letzten Tagen eine große Hilfe und ich weiss gar nicht was ich ohne ihn gemacht hätte. Begeistert über soviel Großzügigkeit meinerseits, lud man mich ein ein paar Tage in ihrem Gästezimmerchen zu verbringen. Da ich von meiner Reise erschöpft war, willigte ich natürlich auch hier gerne ein.
Ich ließ es mir gutgehen und genoss die Gastfreundschaft der Familie in vollen Zügen.
Doch nach ein paar Tagen bekam ich dann doch Sehnsucht nach meinen verlustigen Reisegefährten. Nach einem tränenreichen Abschied von Onkel Erwin und meinen Gastgebern machte ich mich auf den Weg.
Der Chauffeur brachte mich im Rolls Roys zum Hotel Ponzo.
Ja so war das. Ich glaube die Geschichte nimmt nun doch ein gutes Ende.
Beherzt öffne ich die Eingangstüre des Hotels Ponzo........

Kommentare dazu:

(19.7.04 15:37)
Ja komisch, ich habe Sonntag natürlich nicht gearbeitet, wer arbeitet schon sonntags? Mein Kollege hat mir aber von dem Rolls Royce erzählt. Sind Sie denn nu hier rein oder nicht?
Fragt Ponzo, die Rezeptionnistin a.D.a.S.


Liebes Gästebuch,


wo trifft man die schönsten Frauen von Paris?

Natürlich am und im Toilettenhäuschen am Place de la concurse.

Ich hatte mir dort ein erklägliches Nebengewerbe eingerichtet, indem ich blasenschwachen Damen die Toilettencents eintauschte. Ich nahm als Gegenwert fast alles, was den Dämlichkeiten in ihrer Notdurft entbehrlich erschien: Handy, Kreditkarten und notfalls auch den ganzen Handtaschenkrempel (unsortiert). Wenn ich gut drauf war, konnte es auch schon mal die eine oder andere Telefonnummer sein, Frauen in dieser Situation werden irgendwie willenlos und schwach, als ob sie vor dem Schaufenster eines Hochzeitsausstatters stehen würden.

Für mich war es immer noch besser, als auf dem Gare du Nord Atomsprengköpfe zu verkaufen. Die meisten Touristen wissen damit ja leider nichts anzufangen, auch wenn ich sie in kleine Nanas einbaute. Ständig musste man die Funktionstüchtigkeit nachweisen und es war ein mühseliger Kampf, die knauserigen Fremden zu überzeugen, dass man es damit auch im strengsten Winter ohne Kamin mollig warm haben könnte. Und man hätte immer eine schöne Erinnerung an die Atomstreitmacht Frankreich und seine idyllischen Testgelände in der Südsee.

Daher war ich ganz froh, am Place de la concurse ein zweites Standbein in der Toilettentür zu haben. Und wie ich gerade ein 50-Cent-Stück herausrückte gegen einen Grundbucheintrag für ein kleines 5000-ha großes Weingut inklusive Loire-Schlösschens, wen sehe ich da?

Meine liebe gute alte bekannte Frau S., das Rapunzel unter den Dornröschens oder wie ich immer mühsam zu scherzen pflege, das Radieschen unter den Mohrrüben.

Meine liebe Liebe aber machte überhaupt keine gute Märchenfigur. Zu sehr hatten sie die Reisestrapazen überansprucht und die Angst, keine Unterkunft zu finden und wohlmöglich in der linken unbeheizten Toilettenkabine übernachten zu müssen. Sicherlich ein Albtraum für jede märchenhafte Schönheit.

Aber nun war ich ja da, Erwin Sondermann – Kaugummidealer und heimlicher „Hotel Ponzo“- Strafgefangener.

Alles wird gut. Oder nicht schlechter. Wenigstens für heute.

20 juillet 2004

Wenn der Kunde nicht zum Hotel findet... .. muss der Rezeptionnist eben zum Kunden kommen.
(Link zu einer Seite wo ein Huhn auf Kommando verrückte Dinge tut)


Kommentare dazu:

(21.7.04 01:15)Frau M.
der arme Frosch!! Aber das Huhn war witzig!! Vesteckt sich Herr Sondermann unter dem Kostüm??Der macht auch alles um zu Geld zu kommen, mein lieber Scholli *breit grins*



Der Berg



AAAhhhh jaaaaa....
so soll sich Urlaub anfühlen! Nachdem ich am Sonntag im Hotel Ponzo eingecheckt habe, wurde mir ein apartes Zimmerchen zugewiesen. Ich habe nur noch die Klamotten von Leib gerissen, die Boots vor die Türe gestellt und mich auf´s Bett geschmissen.
Irgendwie hat mich dann wohl die Müdigkeit übermannt. Keine Ahnung wie lange ich geschlafen habe. Ich werde jetzt mal das Hotel inspizieren und Herrn Sondermann suchen. Soweit ich weiss lungert er hier irgendwo rum. Außerdem verspüre ich ein winzig kleines Hüngerchen. Ob ich mich wohl in die Hotelküche schleichen kann? Fällt doch gar nicht auf wenn was fehlt.
Zudem muss ich ja noch nach der Piano-Bar ausschau halten. Ich hatte doch angeboten, dass ich hier ein paar Liedchen trällere, um meine Unterkunft zu finanzieren. Notfalls versuche ich mich als Malerin. Angeblich sollen die Touristen ja ganz wild auf Portraitmalereien sein. Bislang habe ich zwar nur Strichmännchen gemalt.... na mal sehen.
Ich mach mich mal fein und dann geht’s los.

Sensationelle Bilder der Ponzo-Prominentenkamera

Es ist geschafft! Frau M. aus Dingens betritt das Hotel Ponzo. Sofort ist ein Rettungstrupp unter Leitung des 1. Concierge zur Stelle, um der völlig erschöpften Dame über die letzte Hemmschwelle zu helfen.

Originalzitat Frau M.: „Ein kleiner Schritt für mich, ein großer für die Hotelleitung.“

Frau S. und Herr Sondermann (beide auf der Bildrückseite) benutzten dafür den hoteleigenen Kran.

Kommentar dazu:
(22.7.04 01:12)Frau M.
Frechheit! Kran! Ich hab mir kiloweise die Pfunde runtergestrampelt, ich brauche keinen Kran; übelste Verleumdung

26.7.04 13:58)Frau S.
Kannste nich lesen, Milly? Der Kran war für mich - dir halfen doch diese netten Herrschaften da auf dem Bild.

26.7.04 20:02)Frau M.
Puh da bin ich aber froh das das hier mal richtig gestellt wurde!!



Schlüssel
Diese Südamerikaner von gestern gehen mir auch auf den Wecker! Nehmen immer ihren Schlüssel mit, kommen und gehen einzeln, und ich muss dann in den vierten Stock steigen, um mit dem riesigen Schlüsselbund mindestens zehn Minuten lang zu hantieren bis der richtige Schlüssel gefunden ist.
Dann sag ich der Trulla auch noch, dass sie jetzt doch bitte den Zimmerschlüssel hier lassen soll und was machen die? Gehen beide hier grusslos vorbei (einzeln), mit Schlüssel.
Sind die jetzt beleidigt oder was? Haben die Ehekrach oder was?

Geschüttelt, aber nicht gerührt
Ich weiß nicht mehr,warum ich in dieses Hotel gezogen bin. War es die Sehnsucht nach fremdartigen Dingen und Menschen, wie sie einen ab und zu befällt, wenn einen die vertrauten Dinge und Menschen zu vertraut werden? War es die Lust auf Sensationen, die natürlich auch hier keine Sensationen sein würden, da sie auch hier zu sehr vermischt daherkommen mit den bekannten Abläufen und Begegnungen, mit deutschsprechenden Touristen etwa, oder zumindest sächselnden Artgenossen, mit Menschen, umhangen mit 20 Videokameras und ausgestattet mit 5 Megapixeln pro Augenaufschlag und Erinnerung? War es der Reiz des Fremdartigen, Unbekannten, einer altertümlich klingenden Sprache, einer unnahbaren weiblichen Schönheit, seltsamer Sitten, Gerüche und Moden?

Wenn es das gewesen sein sollte, so bin ich heute voll auf meine Kosten gekommen.

Die Rezeptionistin, gewöhnlich eher eine gewöhnliche Empfangsdame, für die das Wort Empfangsdame schon eine ungewöhnliche Belastung darstellte, bot eine überraschend ungewöhnliche Darstellung, die ich noch in keinem Hotel der Welt gesehen hatte, nein, nicht einmal in einem Zirkus oder einem Gruselfilm. Weder die Enzyklopädie menschlicher Kuriositäten noch das Guinessbuch der Rekorde hatten jemals davon berichtet. Ich wurde Augenzeuge eines wahrhaft dramatischen und traumatischen Ereignisses.

Ich hätte es nicht glauben wollen, hätte ich es nicht leibhaftig erlebt. Gab es etwas Ekelerregenderes, Abscheulicheres? Es war der blanke Horror! Eine unglaubliche Körperbeherrschung! Diese Rezeptionistin schob sich ein riesiges Thunfisch-Sandwich in die Futterluke. Quer!!!!

Im Deutschen gibt es dafür kein Wort, das annähernd genau das wiedergeben und beschreiben könnte, was ich dabei schaudernd und im Mark erschüttert empfand. Auch nicht in allen anderen Sprachen, soweit ich sie überblicken kann.

Am ehesten trifft es wohl noch dieses einfache universelle, aber viel zu selten benutzte, weil hoffnungslos veraltete Wort: Ein schlichtes „sexy“.

Kommentare dazu:

(22.7.04 01:18)Frau M.
Na na nich so empfindlich, Herr Sondermann. Ich kann Ihnen sagen, ich habe auf meiner Reise noch ganz andere Sachen gesehen!! Ich glaube ich finde die Rezeptionistin ganz appart. Wenn ich sie denn jemals zu Gesicht bekomme. Pferde können im Stehen schlafen, ich übrigens auch. Bin ich doch glatt gestern unter der Dusche nochmal eingepennt. Da ich hier aber all inclusive gebucht habe, soll mich die Wasserrechnung nicht weiter schocken. Hab ich Urlaub oder was?? Sachma Herr Sondermann, wo stecken se denn? Ich lunger hier schon stundenlang in der Empfangsdiele rum. Soll ich mir mal ein Erkennungszeichen anheften? Wie wärs mit nem kleinen Töpfen "Fetter Henne"? Also die Frau mit der Topfblume am Reverse dat bin ich!!!!


Na sowas
jetzt bin ich schon stundenlang im Hotel Ponzo und ich konnte meine Reisegefährten immer noch nicht entdecken!
Ich habe zwar was über einer Kran-Rettungs-Aktion gehört, aber so wirklich hab ich keine Ahnung was da passiert ist.
Ich habe ja im Vorfeld schon einiges über das Hotel Ponzo gehört. Hier sollen gelegentlich Sonderaktionen stattfinden. Mal gibt es einen Polizei-Helikopter-Rundflug nebst Festnahme zu gewinnen, mal gibt es hier eine Beach-Party ohne Beach, geschweige denn von Boys.
Vielleicht ist diese Kranaktion wieder ein gelungener Werbegag?
Na ich halte erstmal weiter Ausschau nach Herrn Sondermann und Frau S. Soll mich doch der Teufel holen, wenn ich die nicht treffe bevor ich wieder abreisen muß.
Mein Ausflug vorgestern in die Hotelküche ist mir übrigens nicht gut bekommen. Ich habe mir ein paar Eierchen gebraten, sonst war nix da! Sachma haben die hier kalte Küche oder was?
Ich fürchte die Eier waren von übervorgestern. Jedenfalls nimmt seit dem eine latente Übelkeit von mir Besitz. Quasi.
Man könnte auch von Montesumas Rache sprechen, wenn man denn dann nicht grad in Parrrrissss wäre.
Kohletabletten und Sanitäter zu mir! Appartemeng Nr. 666

Aktuelle Beiträge

ob das wirklich eine...
ob das wirklich eine feine Sache wird wird sich kommenden...
Frauenzimmer - 5. Okt, 19:13
Ja, das sind die seltsamen...
Ja, das sind die seltsamen Momente des Lebens, wenn...
feinstrick - 23. Sep, 10:23
ich werde noch mal eine...
ich werde noch mal eine Nacht darüber schlafen,...
Frauenzimmer - 22. Sep, 22:14
Kismet - es gibt keine...
Kismet - es gibt keine Zufälle - wenn du kannst,...
Chutzpe - 22. Sep, 21:58
hm..
komisch manchmal. Vor drei Jahren ging es mir ja gesundheitlich...
Frauenzimmer - 22. Sep, 21:51

Suche

 

Status

Online seit 1425 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Okt, 19:13

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

Web Counter-Modul

Zufallsbild

sleep-well