Hotel Ponzo - nichts als die Wahrheit

Donnerstag, 29. Mai 2008

Hotel Ponzo... nichts als die Wahrheit... Teil 007.. wie alles begann

Reservierungsanfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir hatten unlängst bei Ihnen schon einmal angefragt, ob Sie in der Zeit vom
24.-28. Mai etwas frei hätten. Wie Sie unschwer erahnen können, ist dieser
Termin nun hinfällig geworden. Wir hätten nun gerne Zimmer in der Zeit zwischen dem 5. und 14. Juli, wobei das Wochenende unbedingt in der gebuchten Zeit liegen sollte. Möglich wären ein paar Tage Verschiebung nach hinten, aber nicht länger als bis zum 15. Juli. Eventuell wäre es auch möglich, erst ab dem 26. Juli anzureisen, dann aber nur, wenn die Abreise nicht nach dem 30. liegen würde.

Wir suchen drei Einzelzimmer. Eventuell auch ein Einzel- und ein Doppelzimmer. Auf keinen Fall ein Dreibettzimmer. Bitte keine Zimmer mit Verbindungstüren. Und bitte nichts, was höher als im ersten Stock liegt, denn ich habe eine Fahrstuhlphobie und meine Begleiterin hasst es, so viele Treppen zu steigen.
Auf jeden Fall sollten die Zimmer einen Südbalkon haben und absolut ruhig
liegen.Und sie sollten eine Badewanne mit Whirlpool haben. Und Betten mit Gesundheitsmatratzen. Und SAT-Empfang und natürlich Internet-Zugang im Zimmer. Mein Begleiter hat eine Tierhaar-Allergie und zwei von uns brauchen ein Raucherzimmer. Für die dritte Person wäre ein Nichtraucherzimmer nett, ist aber nicht zwingend. Dafür sollte es in diesem Zimmer eine extra Bettdecke geben, falls der Sommer weiter so verregnet bleibt.

Bitte geben Sie mir umgehend Bescheid, wann wir anreisen können.

Mit freundlichen Grüßen aus dem fernen Hamburg
Frau S.

Kommentare dazu: (Reservierungsanfrage)(24.6.04 02:40)
Werte Frau Rapunzel, von Sonder-wünschen keine Spur ! *lach* Gibt es in dem Hotel auch einen Rapunzel-Balkon? Fragen se doch freundlicherweise mal an. Danke vielmals! Ich täte auch notfalls einen Balkon mit Aussicht auf das gegenüberliegende Hotel nehmen. Mir ist zu Ohren gekommen, das in der zu buchenden Zeit im Hotel gegenüber die Chippendales absteigen werden. Oder sollte das ein geschickter Werbeschachzug gewesen sein und nix is mit Waschbrettbauchbesichtigung? Mit den schmunzeligsten Grüßen ihre Frau M aus Dingens
(24.6.04 08:58)
Werte Frau M aus Dingens, die Chippendales sind im Hotel gegenüber? Warum hat mir das niemand gesagt? Dann ist es natürlich egal, ob der Balkon nach Norden oder Süden zeigt, Hauptsache, ich habe die Suite der knackigen Jungs im Blick. Vergessen Sie nicht, Ihr Opernglas einzupacken - von wegen bessere Aussichten...
Mit aufgeregten Grüßen Ihre Frau S. aus HH.
24.6.04 02:40)
Werte Frau Rapunzel, von Sonder-wünschen keine Spur ! *lach* Gibt es in dem Hotel auch einen Rapunzel-Balkon? Fragen se doch freundlicherweise mal an. Danke vielmals! Ich täte auch notfalls einen Balkon mit Aussicht auf das gegenüberliegende Hotel nehmen. Mir ist zu Ohren gekommen, dass in der zu buchenden Zeit im Hotel gegenüber die Chippendales absteigen werden. Oder sollte das ein geschickter Werbeschachzug gewesen sein und nix is mit Waschbrettbauchbesichtigung? Mit den schmunzeligsten Grüßen ihre Frau M aus Dingens


Sehr geehrte Frau Ponzo,
mit der Kreditkartennummer hätte ich da ein kleines Problem. Da ich eh chronisch pleite bin, benutze ich meine Karte schon seit Jahren als Unterlegscheibe für meinen wackelnden Kühlschrank. Ohne fremde Hilfe kriege ich sie da nicht mehr drunter weg. Frau M. aus Dingens besaß meines Wissens überhaupt noch nie so ein Teil und da, wo unser lieber Herr Sondermann herkommt, kennt man dieses Plastikgeld vermutlich überhaupt noch nicht. Ich würde also eine Barzahlung bei Ankunft in Ihrem Hotel vorziehen. Notfalls ginge auch ein Tauschhandel mit Glasperlen oder kaum gelesenen Weblog-Geschichten.
Was die Allergie angeht, so hatte ich wohl etwas missverstanden. Herr Sondermann ist gar nicht gegen Tierhaare allergisch, sondern gegen Hausstaub. Ich empfehle Ihnen also dringend, Ihre Bruchbude einer Generalreinigung zu unterziehen, bevor wir anreisen.
Was die Mäuse angeht, so könnten wir einen Kater mitbringen, dann wäre das Problem gelöst.
Und wie sie diese halbnackten Hupfdohlen in Ihr Haus holen, ist uns eigentlich ziemlich egal. Hauptsache, die Jungs sind da, wenn wir da sind. Andernfalls garantiere ich für nichts. Frau M. aus Dingens ist seit 27 Jahren verheiratet. Und wozu so eine ausgehungerte Ehefrau fähig ist, wenn sie nicht kriegt, wovon sie träumt, können Sie sich ja vielleicht selber ausmalen... Ich garantiere dann jedenfalls für nichts.
Mit herzlichen Grüßen
Frau Rapunzel von und zu S.
P.S: Hatte ich schon erwähnt, dass ich Juli mit Juni verwechselt hatte? Wir kommen also nicht erst in vier Wochen, sondern in vier Tagen.

Kommentare dazu: (sehr geehrte Frau Ponzo)
Wir kommen in vier Tagen?? *hektisch auf die Frisur schau* Dat geht nich!!! Ich muß noch meine Haare färben, dieses mausgrau kann ich keinem Chippendale zumuten. Und was dieses Plastikgeld angeht, ich hätte da noch ein paar Monopolie Scheinchen. Die sind kaum zerknittert und sehen noch ganz nett aus. Mit anderen Währungen kann ich derzeit leider nicht dienen! Gibbet im Hotel Ponzo sowas wie ne Piano-Bar? Ich täte dann meinen Aufenthalt absingen!! Das Hotel ist dann wie leergefegt und Ponzo´s sind dann froh und glücklich das wenigstens drei Zimmer belegt sind! Bin ich ein Fuchs, oder watt? Mit den freundlichsten schmarotzerichsten Grüßen (und mit frisch gefärbtem Haar)
Ihre Frau M aus Dingens

(27.6.04 20:24)
Also was denn nun? Sind deine Haare schon gefärbt oder nicht? Wenn ja, dann können wir doch auch los. Sieh zu, dass du die Koffer gepackt kriegst. *mal ein bisschen dampf macht*
Ich weiß nur nicht, wo Herr Sondermann steckt. Ich hatte ihm extra gesagt, dass es jetzt auch nichts mehr bringt, wenn er noch einen Französisch-Kurs absolvieren will. Aber ich fürchte, der lungert trotzdem Tag und Nacht in der Volkshochschule rum. Herr Sondermann, huhu, es geht loooos, hören Sie!
P.S: Dass du ein Fuchs bist, Milly, habe ich schon immer gewusst. :-))

(28.6.04 01:47)
@Rapunzel
Na ich habe meine Haare während des Eintrages gefärbt. Ich kann auch schnell sein, wenn es die Situation erfordert. Ich habe Herrn Sondermann ein Telegramm geschickt. Mal sehen ob ihn meine wilden Reiter erreichen.

Hallo?? !!!!!
An das Hotel Ponzo per Telefaxen
bitte dringendst und eiligst an der Rezeption vorlegen. Danke!
Ich hab´s mir überlegt! Ich möchte doch keine Aussicht auf das gegenüberliegende Hotel. Typisch, wenn man sich auf das Geschwätz eines Damen-Kegelclubs verläßt!
Zur Erklärung:
Da wurde doch erzählt, dass die Chippendales in einem Nobel-Hotel in Parrrriss absteigen. Und ich?!!! Ich sehe sofort vor meinem geistigen Auge Waschbrettbäuche und mit Lendenschurz schwenkende, gut durchtrainierte amerikanische Jüngelchen.
Ich habe vor lauter Verzückung gar nicht mehr weiter zugehört, sonder quasi direkt durchkalkuliert, wieviel Kilos ich in so kurzer Zeit abnehmen kann, damit ich in den Leder-Mini passe, wo ich die hochhackigen Pumps vom letzten Sommer hingekramt habe und ob ich noch schnell nen Termin beim Friseur bekomme. Mit anderen Worten ich habe die Gehörgänge blockiert, ich hatte gehört, was ich hören mußte, so dachte ich jedenfalls.
Heute traf ich eine meiner Kegelschwestern beim shopping (der Mini war dann inzwischen wohl doch schon zuuu mini, also nicht von der Länge, sondern eher von der Breite, das mal nur am Rande bemerkt) und ich schwärme schon von meinem Aufenthalt in Paris, Chippendale Ausblick inklusive..... da fragt meine Kegelschwester doch allen Ernstes, seit wann ich mich für olle Möbel interessiere!!
Wie, sach ich, olle Möbel...!!
Meinen entgleisten Gesichtsausdruck kann man sich vielleicht gerade so noch vorstellen, aber wart mal jetzt kommts...
Jaa nun sagt sie, dort findet doch ein Liebhaber Treff statt..
(ja Liebhaber-froi- augenblicklich bekomme ich wieder Mundwasser). Ich seuftze laut und zufrieden auf......
Sie:
Da treffen sich die "Wittensteiner-Chippendale-Möbel- Liebhaber e.V." Das hätte doch groß im Lokalblättchen gestanden!
Also ehrlich und unter uns, wer will denn schon so´n paar verklärte Rentner, beim begaffen von ollen Stühlen und Sesseln beobachten??? ICH NICH!!!
Lange Rede, gar kein Sinn, ich will die Aussicht auf´s gegenüberliegende Hotel stornieren. Statt dessen hätte ich lieber Meerblick. Falls das nicht möglich ist, täte es auch der Innenhof, aber bitte, um Himmels Willi, nicht die Möbel-Fans!!
In der Hoffnung auf unkompliziertes Entgegenkommen Ihrerseits verbleibe ich mit den freundlichsten Grüßen
Ihre Frau M aus Dingens

Kommentare dazu: (Hallo)

Hallo du! Ganz schön kreatives Blog! Wie kommt man auf sowas?

(28.6.04 02:02)
@Burningheart
Gute Frage *lächel* da mußt du die beiden anderen Damen fragen, die sind hier für´s kreative zuständig.
Du bist herzlich eingeladen, hier stöbern zu kommen. Ich bin selbst ganz gespannt wie´s weitergeht. *grins*
Liebe Grüße

(28.6.04 09:36)
Werte Frau M. aus Dingens,
das ist ja mal wieder typisch. Da denken die in Paris, dass sie uns mit so einem billigen Werbetrick locken können. Und dann so ne Pleite. Aber wir sind keineswegs die naiven Landpomeranzen, für die man uns hält. Hömma! Ich leb schließlich auch in ner großen Stadt. Da durchschaut man solche Betrügereien ganz schnell. Also, wenn es keine Waschbrettbäuche zu bewundern gibt, dann will ich auch ein Zimmer mit Meerblick. Und Südbalkon. Und im Hotel Ponzo können die sich mal ganz warm anziehen. Wenn sie weiter solche Halbwahrheiten in Umlauf bringen, dann können die aber was erleben!
Hm, noch mal so ne kleine Frage am Rande, liebe Frau M.: Wie zuverlässig ist eigentlich die Quelle Ihrer Informantin? Ich meine, nicht, dass wir schon wieder einem Irrtum erliegen. Vielleicht will die Dame ja selber nach Paris und das Zimmer mit der sensationellen Aussicht für sich reservieren. Könnte doch sein *mal zweifelnd die Augenbrauen hochzieht*
Mit den besten Grüßen und in freudiger Erwartung auf den Beginn unserer Reise.
Die alles durchschauende Frau S. aus der Millionenstadt HH

(28.6.04 11:37)
Ach übrigens @Burningheart: Was heißt denn eigentlich "kreatives Log"? Das ist doch alles bittere Realität. Bitterer geht kaum noch.
@Madame Ponzo: Trauen Sie sich jetzt nicht mehr hinter Ihrem Rezeptions-Tresen hervor oder wieso hört und sieht man von Ihnen eigentlich nix mehr?

Liebes Gästebuch,
da bin ich also angekommen im Hotel Ponzo. Es ist ja so erholsam, nur mit kleinem Gepäck zu reisen, Tic Tac und Hühneraugenpflaster, mehr brauche ich ja in meinem Alter nicht mehr. Den unbedeutenden Rest meines Reisegepäcks tragen die Liftboys gerade in mein Zimmer. Ich denke, gegen Mitternacht wird alles hochgetragen sein.

Und wie freue ich mich schon auf die Chippendale-Möbelversteigerung. Ich gelte ja nicht zu unrecht als stumpfsinniger Schöngeist, der seinen morgendlichen Kaviar ausschließlich aus einem Fabergés-Ei zu sich nimmt und bei dem selbst die Römerlatschen wenigstens von Fellini sein müssen. Da kommen mir ein paar alte Chippendale-Stuhllehnen zur Befeuerung meines Louis-Quatorze-Kamins gerade recht.

Und endlich ein paar Tage ohne kreischende Hintergrundgeräusche.

Apropopopopo Frauen. Wann wollten denn Damen Rapunzel und M. aus Dingens hier eintreffen? Was haben sie mir denn geschrieben? „Erwarten wir Sie und ihren Rolls Royce ... bla bla bla ... in Dingens und stehen dann bereit zur Mitfahrt an der Ecke ... bla bla bla ... neben dem Altglascontainer.“

Das ist mir aber jetzt irgendwie peinlich. Sogar very! Ich hatte mich nämlich schon gewundert, wieso die Mülltonnen in Dingens auf die Straße springen und winken können. Es liegt wohl doch nicht alles am Tee.

Zur Verkündung gegeben

Erwin Sondermann

Knapp verfehlt ist auch daneben

Frau M. aus Dingens und Frau S. aus HH alias Rapunzel stehen in Dingens am Straßenrand, direkt neben mehreren Altglascontainern
Frau M: Sie haben nur zwei Koffer dabei? Bisschen wenich, oder?

Frau S: Wieso? Ich bin eben zierlich. Da brauchen die Klamotten nicht so viel Platz.

Kritischer Blick auf die unübersichtliche Ansammlung von Taschen und Koffern, die Frau M. gehören.

Frau S: Sie haben nicht zufällig heimlich Ihren Gatten und die Kinder mit ins Gepäck geschmuggelt, oder?

Frau M: Also hörn Sie mal. Was unterstellen Sie mir denn da? Der einzige Mann, mit dem ich reisen werde, ist Herr Sondermann. Und ob das so eine kluge Entscheidung war, weiß ich auch nicht. Wo bleibt der überhaupt? Jetzt warten wir hier schon fast eine Stunde.

Frau S: Ich glaube, das da hinten könnte er sein, der schwarze Wagen da.

Frau M: Hä? Das ist doch ein Volvo. Herr Sondermann hat was von Rolls Royce gefaselt.

Frau S: Glauben Sie, das stimmt? Ich traue prinzipiell keinem Mann.

Frau M: Ich eigentlich auch nicht. Verdammt, jetzt fängt es auch noch an zu regnen....

Frau S: Sagen Sie mal, dafür dass Sie noch so jung sind, haben Sie aber auch schon ganz schön graue Haare.

Frau M: Waaas? Grau???? Mensch, das sind doch die Strähnchen, die ich mir gestern erst beim Friseur hab machen lassen. Hab 98 Euro dafür ausgegeben. Die Friseuse hat gesagt, das nennt man "Highlights" und es würde meine Haare lebendiger erscheinen lassen. Und Sie sagen, das sei Grau. Skandal! Ich will mein Geld wieder! Und zwar jetzt sofort.

Frau M. klemmt sich einen Teil ihres Gepäcks unter die Arme und will Richtung Dorf zurück wanken.

Frau S: Jetzt machen Sie doch keinen Blödsinn. Paris wartet. Und Frau Ponzo auch. Und außerdem sehen Ihre Haare im Regen gar nicht mehr so grau aus. Dafür kringeln sie sich jetzt wie bei einem Pudel....

Frau M: Aaaargh!!!

Frau S: Da, ich glaube, das ist Herr Sondermann. Winken Sie mal!

Ein roter Ascona mit verbeulter Karosserie braust heran. Frau M. und Frau S. springen mitten auf die Straße und fuchteln wild mit den Armen. Der Fahrer drückt nicht auf die Bremse, sondern auf die Hupe und rast mitten durch eine große Pfütze an den Damen vorbei. Sie sind beide über und über mit Schlamm bespritzt und während sie sich gegenseitig betrachten, senden sie stumme Stoßgebete zum Himmel:

"Lieber Gott, bitte mach, dass ich nicht so aussehe wie sie."

Frau S: Und nun?

Frau M: Zu Fuß nach Hause und zum Friseur.

Frau S: Nix da. Trampen nach Paris.

Frau M: Mit Ihnen bleibt einem auch nix erspart.

Acht Stunden und ungefähr 589 Autos später hat sich endlich der Fahrer eines VW-Busses, Baujahr '72, der beiden Damen erbarmt und nimmt sie mit. Quietschend und klappernd bewegt sich der Bus mit 45 km/h über die Landstraße - einem ungewissen Ziel und einer noch ungewisseren Zukunft entgegen


Liebes Gästebuch,

unabhängig von den müllkutschertrampenden Frauen R. bzw. S. bzw. M und M habe ich es mir hier im Hotel Ponzo bequem machen können. Endlich habe ich zum Beispiel Zeit gehabt, mir meinen 3-Tage-Bart abzunehmen, der mir in der letzten halben Stunde gewachsen war. Ohne ihn sehe ich allerdings erstaunlich aus. Unter der Gesichtsbehaarung erschien eine Schuppenflechte in den Ausmaßen einer Pizza Margarita für 4 Personen. Vielleicht auch etwas größer, auf jeden Fall genauso appetitlich. Die hatte ich ganz vergessen. Zum Glück hatte ich einen Ersatzbart im Gepäck, den ich mir darüber kleben konnte. Schnell noch zwei-drei Tropfen Wasser aus der leckgeschlagenen Heizung zur Erfrischung, dann konnte ich endlich die Stadt erkunden.

Als ich zurückkam, blieb ich mit dem angeklebtem Bart an der Drehtür hängen, und ohne ihn hielt mich die freudlose Rezeptionnistin für den Pizza-Service und ich musste mich nach endloser Diskussion neu einchecken und bekam dadurch auch ein anderes Zimmer. Die Suite vom Typ Dunkelkammer entsprach nicht ganz meinen Vorstellungen von moderner Hotelinnenausstattung. Die Tür zur Minibar klemmte. Ich verließ also nochmals das Hotel, um mir einen Schweißbrenner zu besorgen, mit dem ich die Verschlussöffnung der Minibar knacken konnte. Gleichzeitig könnte ich mir dabei auch Ketchup kaufen für meine Gesichtspizza.

Eine unglückliche Idee. Die Empfangsdame hatte offenbar ihr Personengedächtnis direkt von einer Eintagsfliege geerbt, oder vom Sandmännchen, jedenfalls bekam ich diesmal, als ich zurückkam, die Vive-la-france-Suite, schlicht eingerichtet mit einer auf dem Fußboden ausgebreiteten Trikolore und einer Zinedine-Zidane-Vodoopuppe. Ich wollte mich beschweren und meine alten Zimmer zurück haben, da musste ich mit dem „Das-wollen-wir-doch-mal-sehen“-Zimmer vorlieb nehmen, dem einzigen Gästeraum im Hotel mit Gitterstäben vor dem Fenster.

Eigentlich müsste ich mir nun noch dringend eine Eisenfeile kaufen gehen, aber das werde ich mir wohl verkneifen.
Gewrittet by Erwin Sondermann

Kommentare dazu: (liebes Gästebuch)

Hah! Hab ich´s mir doch gedacht! Während wir da draußen um unser Überleben kämpfen, gammeln sie gemütlich im Hotel herum. Wieso haben sie denn nicht angehalten? Ich hab sie genau erkannt. Gucken se sich mal mein Cocktailkleid an. Ruiniert! Das hatte ich extra für sie als Erkennungszeichen angezogen und sie.....??? Sie fahren mitten mang durch diese Pfütze, kumma hier dooooo! *die Stofflappen vom Knie zerr* Haben sie ein Glück, das wir hier immer noch an diesem Rastplatz festsitzen. Ich habe gerade meine letzte Münze in dieses Internet-Teil hier geworfen. Herr Sondermann ich sach sie mir isset nicht spaßig ummet Gemüt!! Nun überlegen sie sich mal derweil wie sie das wieder gutmachen wollen. Wer ruckelt denn da an mir rum?? Hee weg da! Loslassen! Ich hab nicht die Münzen vom Tellerchen genommen. Nehmen se ihre Gummihandschuhflossen weg! Ich hab ne Allergie gegen Latex! Rrrapunzel zu hülfä, die Kittelfrau da will mir ans Leder.........

(30.6.04 09:10)
Mannomann, Milly, dich kann man aber auch nicht eine Sekunde lang alleine lassen. He, Sie da, Finger weg von unserer Frau M. !!! *Mal eben die Toilettenfrau an den Haaren zerrt* Die wird noch gebraucht. Wer soll mir denn sonst in Paris die Hotelkosten zusammensingen? Herr Sondermann etwa? Da lachen ja die Hühner. Und ich auch. Was ist los? Sie rufen die Polizei, weil Frau M. einen Euro von Ihrem Teller genommen hat? Machen Se sich doch nicht lächerlich, gute Frau. Da ist ja der Telefonanruf teurer als Ihr Verlust. Wie - es war nicht nur ein Euro? Es waren 500 Euro???? Seit wann liegt denn so viel Geld auf der Untertasse einer Klofrau? Ah, verstehe, der Kavalier, der ein paar Extrawünsche hatte.... Verfluchter Mist, Milly, raff deine zerfetzten Röcke hoch, da kommen schon die Bullen. Wir müssen loooooooos!!!!

(30.6.04 20:22)
*schnauf, renn, hechel* also Frau S. ich hab mir unseren netten Urlaubstripp ein bisken anders vorgestellt *röchel* ICH *hust* WILL nach Haus *pfeifend Luft einzieh* oder schnell nach Paris *rassel* ICH WILL Sondermann!! *schnauf* tot oder lebendig. Ich hasse körperliche Ertüchtigung!! *in den nächstbesten LKW Anhänger spring und Frau S. unterm Arm einfach mitnimmt* (nach etwa 10 Minuten, der LKW fährt los, Frau M und Frau S. sitzen fest!)
Sagen se mal Frau S. was müffelt denn hier so?? Wollten sie sich nicht gerade auf der Raststätte frisch machen? Woher kommt dieses Scharren und wütende Schnauben? Sind sie etwa auch so außer Atem? Nee, das kommt irgendwie aus der Ecke da, lassen se mich mal gucken. *raschelnd durch Stroh marschier* *wimmer* Frau S. ich glaube wir haben ein Problem! Ich fürchte wir sind auf dem Weg nach Spanien, oder wo finden immer diese Stierkämpfe statt? Haben se noch ein bis zehn Valium in der Hosentasche??? Und packen se um Himmels Willi das rote Halstuch weg!!!!


Reisebericht: Titel unterwegs im Namen des Herrn (wie hieß er noch gleich ? E.S.
und so begab es sich, dass die beiden Damen S/R und M aD ihr Gepäck in einen völlig veralteten VW Bus luden. Dem freundlichen, aber leider völlig bekifften Fahrer gaben sie noch rasch den gewünschten Zielort an und schon nahm das Drama in 14 3/4 Akten seinen Lauf.
Da hockten sie nun unsere beiden Heldinnen, in besagtem VW-Bus Marke Flower-Power-ich-schaff-den-nächsten-Hügel-nicht. Zunächst sprachlos und in sich gekehrt lauschten sie andächtig den entzückenden Klängen einer Heavy-Metall-Endlos-Aufnahme, die lautstark aus den verbeulten Maxiboxen auf sie eindröhnte.
Während Frau M aD muffelig aus dem Fenster stierte und schon Rachepläne gegen einen gewissen Herrn Sondermann schmiedete, wagte Frau S/M einen verunsicherten Blick auf den headbangenden Fahrer.
"Bist du sicher, das er verstanden hat wo wir hinwollen" flüsterte sie nach rechts.
"Watt is???" Frau M. schreckte aus ihren trüben, gewalterfüllten Tagträumen auf.
Frau S/M nun lauter "Meinst du der da bringt uns sicher bis Paris??"
Schulterzuckend schielt Frau M nun durch ihre total ruinierte, um den Kopf gepappten Frisur zum Fahrer.
S/M:"Glaubst du der kann sprechen?"
"Watt weiß ich, probieren wir´s mal!"
Frau S/M wagt den ersten zaghaften Schritt: "Nette Musik, wäre es wohl möglich sie ein klein wenig leiser zu drehen?"
Der Headbanger starrte weiterhin unbeeindruckt geradeaus. Inzwischen hatte er allerdings vom durchschütteln seiner filzigen Haarpracht abgelassen und drehte sich mit den Knie´n lenkend einen Zigarettchen.
So geht das nich.." raunte Frau M "lass mich ma..!"
*brüllend* "EY!! Ich bin die Joy und das da ist unsere Rapunzel, alles fit soweit?"
"Joooooo!"
Triumphierend zog Frau M eine Augenbraue bis an den gesträhnten Haaransatz.
Beherzt drehte nun Frau S/M die Musik runter. "Wie war noch gleich ihr Name??"
"Kurt"
bald geht die Fahrt unserer tapferen Damen weiter..

Kommentare dazu: (Reisebericht: Titel unterwegs im Namen des Herrn (wie hieß er noch gleich ? E.S.)
2.7.04 11:46)
Sehr geeehrte Frau M aus Dingens,
langsam fange ich an zu verstehen... Sie verwechseln offensichtlich das Hotel Ponzo mit dem Hotel Portugal. Hier wird ja nicht so oft Fussball gespielt (3 Minuten pro Spiel).
Bitte machen Sie sich doch schnellstens auf den Weg in die andere Richtung (muss irgendwie nach oben gehen). Ihre Reisebegleiterin hat schon ein Kopfgeld auf Sie ausgesetzt, Madame Quidécidetout wird nicht lange zögern, den Zimmerpreis von Ihrer Kreditkarte abzubuchen (no-show).
MfG
Rezeption

leider daneben
In aller Schnelle.... ich glaube, da hat Herr Sondermann das falsche Hotel erwischt, ja wirklich!!
Wegen einer technischen Panne muss Frau Ponzo, Rezeptionnistin, schon auf eigene Kosten Überstunden schieben. Madame Quicassetout (ich wusste es doch!) hat die Internetverbindung gesprengt. Hilfe! Muss dann 8 (acht!) Stunden ohne absitzen. Die Kunden machen was sie wollen. Die machen alle was sie wollen.

Kommentare dazu: (leider daneben)
Da hast du recht. Ich bin verkäuferin und ich weiß wie sich Kunden benehmen. Absolut doof. :-)

Liebes Gästebuch,

die Damen S/M fehlen mir. Wenn ich wenigstens einen so modernen Laptop wie Frau M mein eigen nennen könnte! Einfach 50 Cent auf den tellerrunden Bildschirm gelegt und schon steht die Verbindung. Dank wireless-lahm. Mit meinem Aschenbecher funktioniert das leider nicht so gut. Oder sind da schon wieder irgendwelche Viren im Umlauf? Die Technik entwickelt sich ja gerade auf diesem Gebiet sekündlich weiter.

Unterdessen habe ich Angst, das Hotel zu verlassen. Bei jedem neuen Betreten bekomme ich ein anderes Zimmer zugewiesen. Momentan bewohne ich sämtliche Zimmer mit ungeraden Ziffern, dazu die Zimmer mit den griechischen Buchstaben, die Zimmer mit den urinierenden Baby-Ikonen an der Tür (ein Hinweis, dass die letzte Hotelrenovierung Ende der 70er Jahre stattgefunden haben musste), die Sauna, das Wickelzimmer und den Bügelraum. Letzteres gehört nicht gerade zu meinen Lieblingszimmern. Es schläft sich einfach zu unbequem auf dem harten Bügelbrett. Und meinem Waschbrettbügelbauch bekommt es auch nicht gut. Besonders wenn das unvorsichtige Personal das erhitzte Bügeleisen darauf abstellt, während ich schlafe.

Ich befürchte, bei meinem nächsten Ausgang erwische ich das Zimmer Pi und dann drehe ich endgültig durch.

E.S.

Kommentare dazu: (Liebes Gästebuch)

Als Kennerin würde ich eher sagen, Anfang der 60er Jahre (die Renovierung natürlich). Der Wäschekabuff befindet sich im 6. Stock, tatsächlich.
Herr Sondermann, Sie sollten sich dringend als solcher outen! Oder sind Sie doch im falschen Hotel?
Rezeption

Im falschen Hotel?
Liebes Gästebuch,

angeblich soll dieses Hotel ja nur so von deutschen Gästen wimmeln. Aber ich habe hier noch keine gesehen und selbst die Damen S/M, deren deutsche Staatszugehörigkeit nach BND-Erkenntnissen gesichert zu sein scheint, lassen sich Zeit mit Ihrem Besuch.

Die Rezeptionnistin versicherte mir jedoch, dass in der vorigen Woche das Haus noch mit Deutschen überfüllt war. Irgend so ein Männerballett. Alle mit Goldkettchen nebst Silvergoal am Hals und jeder mit mindestens drei Masseusen, fünf Physiotherapeuten und einer persönlichen Psychoanalytikerin, in Fachkreisen als Mutti bezeichnet. Ihre Gruppenleiterin war eine Tante, die Käthe gerufen wurde und auch so aussah.

Die Tanzauftritte müssen aber niemanden vom Hocker gerissen haben. Zu wenig Dynamik, keine Choreografie, von den Gesangseinlagen ganz zu Schweigen. Eine inhaltliche Leere, die auch von den modischen Kostümen und Frisuren nicht gefüllt werden konnte. Auf jeden Fall sind sie still und heimlich abgereist. Hier und da findet man noch ein paar Einlegesohlen und Hanuta-Sammelbildchen auf den Toiletten. Mehr nicht.

Aber man munkelt, ein Deutscher halte sich noch versteckt im Hotel auf. Dieses Phantom wurde in den letzten Tagen dabei gesichtet, wie es den Glascontainer durchwühlte, gierig auf der Suche nach noch nicht ganz geleerten Portweinflaschen. Mayer-Vorfelder wird es sarkastisch von den Hotelangestellten genannt.

Aber bei aller Liebe zu Doppelnamen, so kann man doch nicht wirklich heißen, oder?

gez. Schnulze-Heulbach-Sondermann

Kommentare dazu: (im falschen Hotel?)

Soul / Website (1.7.04 13:57)
Die "Damen S/M"??? Wo? Her mit denen und erzählt mir jetzt ned, dass ich da was falsch interpretiere. Obwohl mich ja manchmal das Gefühl beschleicht, dass Fräulein S. M'iger, und Her Greetness Dame M., S'iger ist, als ihre Namen vermuten lassen.
---------------
Und was den MV anbelangt, kann man mir und meiner Familie keinen Vorwurf machen. Wir hassen den schon seit über 20 Jahren. Das soll uns mal jemand nachmachen.


(1.7.04 23:23)
Hach ja, das ist ja mal wieder typisch. Ich bin dem Tode nahe, werde durch halb Europa gejagd und die Herren sinieren hier über seltsame Namen und noch seltsamere Abkürzungen. Na ja, wenn ihr nix Besseres zu tun habt.... Ich sage jedenfalls zu S+M nix mehr, außer dass sie ein gutes Team sind - vielmehr waren...Frau M. ist mir ja irgendwie abhanden gekommen.

(2.7.04 10:58)
ja doch, ja doch, es sei denn, Sie wären vielleicht Herr Karpfen (vgl. Konserve vom 30.06.).


Dicke Faxen

Fax an Hotel Ponzo, z. Hd. Rezeption:

Sehr geehrte Frau Ponzo,

ich wäre Ihnen zu großem Dank verpflichtet, wenn Sie mir mal eine
Landkarte rüberfaxen könnten. Aber bitte sofort und geheim. Ich stehe
im Moment in einer Imbissbude, irgendwo im Dreieck Amsterdam - Lissabon
- Paris. Der Imbissbudenbesitzer, ein humorloser Kroate, weiß nicht,
dass ich mich an dem Faxgerät in seinem Hinterzimmer vergangen habe,
und ich fürchte, wenn er es entdeckt, dann werde ich ziemlich schnell
zu einem seiner unappetitlich aussehenden Grillhähnchen verarbeitet.

Ich habe komplett die Orientierung verloren. Seit Tagen sind Frau M.
und ich auf der Flucht. Erst war dieser Kurt mit seinem klapprigen
VW-Bus hinter uns her, weil Frau M. aus seinem Wagen eine ganze
Plastiktüte voll Marihuana mitgehen ließ. Dann die Polizei wegen diesem
ärgerliche Zwischenfall in einem belgischen Toilettenhäuschen. Und nun
werde ich selber noch wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und
anderer unverständlicher Dinge angeklagt und habe nicht nur die
Staatsanwaltschaft sondern eine ganze Horde unausgelasteter,
dauerfrustrierter, neurotischer Blogger am Hals. Ich kann Ihnen
sagen.... mein Leben war schon mal friedlicher - damals zum Beispiel,
als ich noch meine sexualtherapeutischen Sprechstunden abhielt und jede
Woche zwei neue Liebhaber hatte. Hach ja....*träum*.... Aber ich
schweife ab.
Frau M. ist mir unterwegs auch noch abhanden gekommen, als sie total
bekifft in den Wagen einer Horde Fußballfans stieg und mit ihnen
Richtung Portugal davon fuhr. Keine Ahnung, ob ich sie jemals
wiedersehe und sie diesen Trip überlebt. Zumal sie ihr aufblasbares
Oranje-Krönchen trug , während die Jungs im Wagen mehr wie Portugiesen
aussahen, die auf dem Weg nach Hause waren, um zu sehen, wie ihre Mannschaft die Holländer platt macht...

Ich will jetzt einfach nur eine Badewanne und ein Bett sehen. Also
bitte, bitte, bitte sagen Sie mir, wie ich Ihr verdammtes Hotel finden
kann.

Ihre total verzweifelte, orientierungslose, nach Imbissbuden-Fett stinkende Frau S.



Kommentare dazu: (Dicke Faxen)

(1.7.04 12:53)
Das haben wir gelesen!!!!

(1.7.04 13:53)
Au weia, ich fürchte, ich kann nicht mehr auf das Fax von Madame Ponzo warten, sondern muss weiter....Meine Verfolger sind mir schon wieder auf der Spur.... *keuch, hechel*


WANTED

( Bild von Frau M)

Gesucht wird Frau M. aus Dingens., zur Zeit unterwegs irgendwo in Europa mit dem Ziel Hotel Ponzo in Paris. Zuletzt wurde sie in einer italienischen Trattoria gesehen, in der sie auf den Tischen tanzte und laut sang: "I'm too sexy for my love, too sexy for Herrn Sondermann, too sexy for T. Soul..."

Besondere Kennzeichen: Eine orangefarbene, aufblasbare Krone (Frau M. hat offenbar noch nicht mitbekommen, dass die Holländer raus aus der EM sind), ein Pokal, der randvoll mit Portwein gefüllt ist und eine Plastiktüte voller Drogen.

Frau M. ist möglicherweise nicht mehr ganz zurechnungsfähig. Es ist also im Umgang mit ihr Vorsicht geboten. Wer jedoch ihr Vertrauen gewinnt, sollte Frau M. unbedingt auf den Weg Richtung Paris schicken. Sie wird dort dringend erwartet.

Sachdienliche Hinweise nehmen Frau S., Frau Ponzo und Herr Sondermann entgegen.


Kommentare dazu: (wanted)


(2.7.04 10:55)
muss weiter STOP betr Person nicht gesichtet STOP Achtung STOP Madame Qui... wird CB kreditieren STOP no-show STOP
(2.7.04 11:34)
Wenn ich jetzt bloß noch wüsste, wer oder was CB ist.... *grübel*

2.7.04 11:38)
Carte bancaire - oder warten Sie noch ein paar Tage, dann können Sie sich von Monsieur L'Escroc anbrüllen lassen...
Rezeption


(2.7.04 11:59)
Nee, lieber nicht. Ich lass mich nur ungern anbrüllen.

Soul / Website (2.7.04 16:55)
Ja wie??? ... Frau M. sieht ja ganz anders aus, als in meinen Phantasien. Moechte betonen das dies keine Beschwerde ist. Ganz im Gegenteil.

3.7.04 10:21)
*reinschweb* Wo bin ich, wie heiss ich, wo wohn ich? *irre kicher* *singt: Hoch auf dem gelben Waaahaaagen sitz ich beim Schwaaaager vorrrrn, vorwärts die Rösser traaahaaaben* Hilfe ich will hier raus!!!! Ich bin in einem Bus voller Rentner gelandet! Das ist nicht wirklich schön hier. Ich werde hier als Geisel gehalten. Erst haben se mir das orange Krönchen abgenommen, dann haben se mir das Cocktailkleidchen ausgezogen und mich in ein schwarzes Kellnerinnen Outfit gesteckt. Sogar ein Spitzenschürzchen muss ich tragen. Wenn das nicht unter das Tierschutzgesetz fällt weiss ich et ja auch nich! Das kann ich eigentlich nur mit dem Inhalt meiner Tragetasche ertragen, aber die haben se mir auch abgenommen!! Keine Ahnung was da drin war, ich dachte das wären Päckchen mit pulverisiertem Dörrfleisch. War nicht wirklich lecker, aber danach fühlte ich mich so...... so....... unbeschreiblich. Jedenfalls vertecke ich mich gerade auf dem Bordklo. Die Rentner rufen schon nach mir, ich soll den nächsten Kaffee servieren. Nun singen se schon wieder, irgendwas vom Westerwald!!! *ZU HÜLLLLLFÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ*


(3.7.04 10:45)
Ich hab mir mal grad ein Bonbon geklaut. ICH HAB HUNGER!!*wehe wenn Frau M Hunger leiden muß, dann wird´s aber hart, ich sach Sie*


Im Angesicht des Phantoms
Liebes Gästebuch,

mir läuft es jetzt noch kalt den Rücken herunter! Ich habe das Phantom getroffen! Im Lift, linke Ecke, ganz unten. Es bat mich, seine leeren Flaschen zu entsorgen. Es sei ihm irgendwie peinlich, dabei mit seiner roten Nase gesehen zu werden. Zum Dank dafür würde er mir einen Trainerschein ausstellen, oder auch zwei. Und ich dürfte mich Teamchef nennen.

Sehe ich denn so heruntergekommen aus? Ich schnupfe nicht, ich trinke nicht, bin auch nicht in der Schweiz geboren und für sein lächerliches Jahressalär von 4 Millionen Eurosen werde ich mir garantiert keine Trainingshose anziehen!

Soll er sonst wen fragen, Lothar Mathäus zum Beispiel. Aber nein, dieses Phantom MV will ja unbedingt jemanden, der fließend Deutsch sprechen kann.

Und was heißt es überhaupt, eine Fußballmannschaft aufzustellen? Wie viele tausend Mann brauche ich denn gegen Tschechien oder Brasilien? Kann das nicht die Bundeswehr übernehmen? Wie viele Leute passen überhaupt in einen Strafraum?

Und nach welchen Kriterien werden die Spieler ausgewählt?
Nach dem schönsten Tiernamen? (Ziege)
Nach dem putzigsten Haustiernamen? (Schweini)
Nach dem deutschesten Vornamen? (Fredi)
Nach dem deutschesten Nachnamen? (Bobic/Kuranyi)
Nach dem vornamenhaftesten Nachnamen? (Jeremies)
Nach dem, der eine abgeschlossene Berufsausbildung hat? (Schneider)
Oder nach jemanden, der auch ohne seine Frau klar kommt? (Kahn)
Oder vielleicht nach jemanden, dem zwei „T’s“ im Namen fehlen? (Klose)
Oder der nur ein „H“ hat? (Hamann)
Oder der so heißt, wie die anderen spielen? (Lahm)
Oder sollte es doch jemand sein, der schon mal einen Ball gesehen hat? (Ballack)
Fragen über Fragen, die sich das Phantom Mayer-Vorfelder mal schön selber stellen sollte!

E.S.


Waiting for the girls

Der allgemein bekannte Orientierungsschwachsinn des Weibes ist ja schon oft Gegenstand humorloser Satiren gewesen, und auch großer Hollywood-Tragödien. Denken wir nur an Thelma und Louise, die sich hoffnungslos verfahren hatten, zum Schluss sogar in einer Gegend, in der es technisch gar nicht möglich sein konnte, also in einer Landschaft ohne Straßen. Als dann auch noch die dritte Dimension in Form des Höhenunterschiedes zwischen Hochland und Grand-Canyon-Tal in ihr Bewusstsein trat, mussten sie völlig zu recht scheitern.
Ein ähnliches Trauerspiel scheint die Anreise der Damen S/M zum Hotel Ponzo in Paris zu werden. Während sich Frau S. im vermuteten Bermudadreieck Amsterdam - Lissabon – Paris zu befinden meint – ohne zu ahnen, dass sie sich dadurch bereits auf hoher See, genauer dem Golf von Biscaya befindet, maximal getragen von einer Woge frisch ausgelaufenem Tankeröl und männlicher Schadenfreude – hat sich Frau M. einer wandernden Karaokebar in Odessa angeschlossen und verfolgt mit müder Pupille die Laufschrift. Werte Frau M.! Eine Laufschrift ist kein Laufband! Sie müssen es schon selber probieren. Schritt für Schritt. Kommen Sie, es sind doch nur noch 2635 km bis Paris. Das schaffen Sie doch mit links und dem rechten Holzbein!

Andererseits kann Mann nur voller Hochachtung die Kreativität weiblicher Individuen auf dem Gebiet der Kommunikation bewundern. Frau Ponzo zum Beispiel, im Haupt- und Nebengewerbe Hotelrezeptionnistin ohne Internetanschluss, schreibt ihre e-mails auf einer Adler-Schreibmaschine und ist völlig unerklärlich damit ständig online. Ich weiß es aus erster Hand, denn ich bin in ihrem RSS, das heißt, ich bekomme immer die Durchschläge.

Frau M. aus Dingens, und hier verrate ich ein kleines Geheimnis, besingt seit Jahren Handy-Klingeltöne. Nicht ganz erfolglos, wie die diesjährige Nominierung zum Goldenen Stimmbruch im Obertonbereich beweist.

Und Frau S. kommuniziert inzwischen ausschließlich in HTML, was sie meisterhaft in Wort und Bild beherrscht. Sicherlich, hier und da gibt es ein paar Rückschläge bei ihren Blind-Dates. So kann es schon einmal passieren, dass ihre flapsige Anrede den Debugger ihres Rendezvous-Opfers einschaltet.

Ich kann vor soviel weiblicher Redekunst symbolisch nur meinen Hut ziehen, in dem ich einmal kurz und typisch geschlechtsspezifisch anerkennend von meiner Sportbild aufblicke.

"Oh, was lese ich da? Daum wird nun doch neuer Teamchef? Einzige Bedingung: Kein Gras auf dem Spielfeld?"

E.S.


Kommentare dazu: (waiting for the girls)

3.7.04 12:08)
*Arme in die Hüfte stemm* Herrrrr Sondermann! Ich bin in Not, ich hab Frau S. verloren, wurde entführt, gedemütigt, als blinder Passagier enttarnt. Derzeit muß ich Fischernetze knüpfen, damit man nicht über Bord schmeißt. Meine Fingernägel sind abgebrochen, meine Haut vom Salzwasser und von zu viel Sonne gerötet und schuppig. Ich habe keine Ahnung, ob ich diesen fliegenden Holländer hier jemals wieder verlassen kann und ob mich der Kapitano wie versprochen an der französischen Küste absetzt. Und SIIIIIIE lesen in aller Gemütsruhe die Sportzeitung????? Wo bleibt IHR Einsatz zur Rettung verlustig erklärter M´s aus Dingens? Alamieren sie die Truppen, die Küstenwache und meine Avonberaterin!
Jetzt kommen se mal in Wallung. Unfassbar......


E.S. ooooooooo S. !!
Ich konnte meinen Geiselnehmern entkommen. Ich habe mir die Pinkelpause des Busfahrers (siehe Kommentare zur Vermisstenanzeige 01.07.) zu Nutze gemacht und mich davon gestohlen. Ich befinde mich nun irgendwo in Istrien. Glaub ich! Jedenfalls heißt die Stadt hier Pula, das konnte ich gerade noch feststellen. Das war gar nicht so einfach, wo ich doch nachtblind bin und da ich aus Angst vor meinen Verfolgern nur noch nachts unterwegs bin, hatte ich etwas Probleme das Info-Schild am Bahnhof zu lesen. Tagsüber verstecke ich mich derzeit in einer üblen Kneipe am Hafen. Weil ich außer meiner Kellnerinnen-Bekleidung nichts mehr mein Eigen nennen kann, muß ich hier Teller spülen. Hin und wieder bekomme ich mal ein Stückchen Brot oder ein bisken Kleingeld. Damit sitze ich nun im Internet-Cafe und schreibe nun mit den letzten Kröten diese Zeilen. Also falls mich jemand lesen kann. HOLT MICH HIER RAUS!!! Wie komme ich von hier aus, ohne Moos nach Paris? Soll ich mich auf den nächsten Kutter schleichen? Nicht das ich dann statt in Paris, Italien, oder sonstwo als Haifischfutter ende! Ich seh schon, ist wieder mal keiner hier, der mir helfen kann. Alles muss ich alleine machen! OK! Ich werd mich jetzt mal an Bord dieses alten rostigen Schiffes da schleichen. Also meine Reise auf einem Schiff hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Ich hab jetzt den Namen des Schiffes vergessen, irgendwas mit f...Holländer. Da in meinen Adern ja auch ein winziger Hauch holländischen Blutes rauscht, denke ich mal das mir da nix passieren kann. Solltet ihr nix mehr von mir hören, bin ich entweder auf hoher See verschollen oder mit den Kapitän durchgebrannt. Paris ich komme!!!! (hoffentlich)
Ihre ver"wahr"loste Frau M. aus Dingens zur Zeit irgendwo an der Adria

Email@Erwin.Sondermann.de
Lieber Herr Sondermann,
diese Geschichte wird ein Happy End haben, das fühle ich genau. Nach 17 Tagen und 33 Stunden bin ich endlich in Frankreich gelandet. Ich sitze in der Internet-Corner einer Jugendherberge in Biarritz, umgeben von 20jährigen Surfern und ihren Groupies. Die 10-Bett-Zimmer sind zum Glück nicht nach Geschlechtern getrennt, aus den Duschen kommt morgens bis 7 Uhr warmes Wasser und da man beim Frühstück auf Teller verzichtet, muss auch niemand abwaschen. Die Sonne scheint und ich verbringe meine Tage am Strand und beobachte die jungen Surfer, die sehr, sehr knackig und very lecker aussehen. Besser hätte ich es gar nicht treffen können.
Wenn ich es mir so überlege, dann könnte ich gut noch ein paar Tage hier bleiben. Vielleicht auch ein paar Monate oder Jahre. Mal sehen.
Vorgestern, als ich in einem Viehtransporter mit spanischen Rindern hierher unterwegs war, überholte uns ein Reisebus voller Rentner. An einem Fenster wurde ein Plakat hochgehalten: "Hilfe, holt mich hier raus! Ich werde entführt!" Hihi, je oller je doller, was? Auch die Alten sind ja immer mal wieder für ein Späßchen zu haben. Die Frau, die das Plakat hochhielt, erinnerte mich irgendwie an Frau M., nur dass sie ungefähr 30 Jahre älter aussah.
Dabei sitzt Frau M. jetzt vermutlich schon mit Ihnen in der Hotelbar im Hotel Ponzo und schlürft einen Cocktail nach dem nächsten.
Seufz.... vielleicht sollte ich mich doch bald auf den Weg machen....Hach, aber diese schnuckeligen Jungs hier sind wirklich zu verführerisch. Ich glaube, ich muss mich doch noch mal an den einen oder anderen ranmachen....
Grüßen Sie mir die Damen M. und Ponzo

Frau S., äußerst relaxed und in Urlaubsstimmung

S M S (save my soul) @ Frau S.
na endlich *stopp* da treiben se sich also rum *stopp* zu Hülfä *stopp* habe schon Hilferuf an Herrn Sondermann abgesetzt *stopp* scheisse beim Morsen ist mir grad der letzte Fingernagel auch noch abgebrochen *stopp* aber der Sondermann meldet sich nicht *stopp* meine ganze Hoffnung ruht nun auf ihren zierlichen und gebräunten Schultern (neidisch guck) *stopp* befinde mich auf einem Schiff (fliegender Holländer) und muß Fischernetze knüpfen *stopp* als Gegenleistung wird mich der Kapitän an der französischen Küste rausschmeissen *stopp* schicken sie um Himmels Willi ihre Surfboys los*stopp* und meine Avonberaterin *stopp* wie seh ich denn aus??? *stopp* dat halt ich alles im Kopp nich aus!! *stopp* Los jetzt *stopp* es eilt*stopp* oder wollen se die Biaritzer Jungs etwa für sich alleine behalten? *stop* Nix da * STOPP ABER HALLO*STOPP* Mist der Kapitän kommt, wenn der mich in an seinem Morsegerät erwischt............*AKTION ABGEBROCHEN*

Funkspruch an Frau M.
Na, endlich, da stecken Sie ja stopp Schlage mich hier mühevoll durchs Leben, während Sie Abenteuerurlaub auf hoher See machen und ganz nebenbei noch handwerkliche Fähigkeiten erlernen stopp Fischernetze knüpfen, morsen....also, da wird Herr Sondermann aber neidisch gucken... stopp Meine Surfboys teile ich nur ungern, aber ich will mal nicht so sein stopp schicke demnächst ein Tretboot in Ihre Richtung auf den Weg stopp Muss los, werde gleich von zweien meiner Jungs massiert....

Frau S., very, very relaxed

*Sprachmitteilung via Handy an Frau S*
*hmpffmll!! hmppffffffffkrrrkkkmmppfff!!! mpf hmmpplf hmm hmpfhlnnnkkmpf! HMMMMMMMPFFFÖÖÖÖ!!!!!*

!PIEP! lieber Anrufer dies ist der Anrufbeantworter der Teilnehmerin Frau Prof. Dr. S. Leider ist die Aufnahmekapazität des Gerätes nun erschöpft, bitte rufen sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an, danke für Ihren Anruf*klick*



SOS
SOS auch von der Rezeption. Keiner kümmert sich um mich. Keiner sagt mir, ob er im richtigen Hotel ist. Oder im falschen. Da bin ich sowieso. Im falschen Film. Wie war das nochmal? "Hülfe, holt mich hier raus". SOS. "Die Gäste machen was sie wollen". Noch keinen gesehen heute. Frau S. scheint endgültig mit den Surfern durchgebrannt, Herr Sondermann im falschen Hotel - und von Frau M. will ich an dieser Stelle lieber kein Wort verlieren. SOS



SMS @ Frau M.: Würde gerne Ihre e-mail lesen. Bin jedoch erblindet. Siehe nachfolgenden Tatsachenbericht

Liebes Gästebuch,

Die Sonnabende sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Weder sonnig, noch abendlich.

Das Hotel Ponzo hatte am heutigen Tage alle männlichen Insassen zwangsrekrutieren lassen, um endlich die Strandbar eröffnen zu können. Das klang verhältnismäßig unverfänglich, hatte sogar einen leichten Beigeschmack von Amarettosonnenöl und verrutschten Oberteilen mit einem Hauch Zuckersand zwischen den cappuccinogebräunten Erhebungen, an denen sich die männliche Sehkraft ja bekanntermaßen so vorzüglich schärfen lässt.

Wie groß war dann die Enttäuschung. Auf einer 10 mal 10 m großen Fläche auf dem Hotelinnenhof erwarteten uns scharfkantiger Ziegelsplitt, eine verdorrte Zimmerpalme und eine völlig verknotete Hängematte. Für zehn Euro @ fünf Minuten konnte man davon Gebrauch machen. Weit und breit kein Meeresrauschen, keine kichernden Lachmöwen. Nur das Abwasser in den Gullys gurgelte geheimnisvoll und gaukelte uns mit seinem Odeur die venizianische Lagune vor.

Frau Ponzo oder die Frau, die ich für Frau Ponzo halte, oder die sich als Frau Ponzo ausgibt, war sich zu allem Überfluss nicht zu schade, an der Mülltonne ein Schild mit der Aufschrift „Le Soleil“ anzubringen.

Während wir noch sprachlos über so viel Unverfrorenheit staunten, schloss sich hinter uns das Gatter und die Strandparty mit coolem Tecchno und unvergesslicher Lichtshow begann. Das heißt, Frau Ponzo oder die Frau, die Frau Ponzo sein könnte, wenn sie Frau Ponzo wäre, setzte sich in ihren Peugot, hupte zum Steineerweichen und blendete uns mit dem Fernlicht, genauso wie es zur Zeit in Portugal und Griechenland nach großen Fußballspielen üblich ist.

Höhepunkt der Party war dann das feierliche Überreichen der Strandbarrechnung, durch die bei mir endgültig die Lichter ausgingen.

Ich wünschte, ich hätte Urlaub und mein Augenlicht zurück.

Mit letztem Tastsinn

E.?

Kommentare dazu: (SMS @ Frau M.: Würde gerne Ihre e-mail lesen. Bin jedoch erblindet. Siehe nachfolgenden Tatsachenbericht)
(4.7.04 15:05)
da fällt mir merkwürdiger Weise gerade eine Textzeile aus einem alten Lied ein: Schiiieß die Lichter aus.....
Ich weiss auch nicht warum mir das gerade jetzt in Zusammenhang mit diesem Eintrag einfällt. Ich glaub ich bin nicht mehr ganz Herrin meiner Sinne.
So ich muß weiter. Bis Lyon isset noch weit. Bis später!!!!!

WEGWEISER



Die Rezeptionnistin, Frau Ponzo die Einzige und Echte, ist noch dabei, diesen idiotischen Gästen (oder denen, die es werden wollen) den WEG zu erklären. Oben also für Frau M. im Bus auf der Autobahn.

Oder war die etwa auch schon auf hoher See?

Kommentare dazu: (Wegweiser)
es / Website (3.7.04 16:54)
Geht denn Ihr Internet-Anschluss wieder? Wenn ja, bin ich wohl doch im falschen Hotel, wenn ich die e-mail immer noch per Feuerzeug und Rauchzeichen senden muss.
(3.7.04 17:05)
Doch ja ja! Schneller als je zuvor. Monsieur L'Escroc hat den Anbieter gewechselt und alles neu installiert! Hurra!
Wenn ich bloss noch nicht die Feuerwehr angerufen hätte! Doch die Jungs waren so freundlich, den Einsatz mit dem Kauf einer völlig überteuerten Eintrittskarte zum Feuerwehrball am 14. Juli zu erklären...
es / Website (3.7.04 17:31)
Feuerwehrball im Hotel Ponzo? Ich esse am 14.Juli außerhalb!
Ponzist / Website (3.7.04 17:38)
Dann werden a) die Surfjungs von Frau S. und b) die Footballer von Frau M. mitgenommen. Da freuen sich die Feuerwehrmänner.
es / Website (3.7.04 18:24)
Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Feuerwehrmänner nicht verheiratet?
Nächste Frage: Haben Sie den Tour de France - Ticker schon eingestellt? Und wer ist Ihr Favorit? Der der immer gewinnt, oder der, der immer gewinnen möchte?
3.7.04 18:28)
Als Nichte eines bekannten ehemaligen Maillot-jaune-Trägers bin ich wahrscheinlich dabei. "J'y étais". Der, der immer gewinnen möchte, soll doch auch schon einmal gewonnen haben, ist allerdings schon Lichtjahre her... kann man nur hoffen, dass er gut gedopt ist.
3.7.04 19:18)
Was denn, was denn, Frau Ponzo? Bei der Tour de France haben Sie auch Ihre Finger im Spiel? Na, dann dürfte es ja kein Problem sein, wenn Frau M. und ich uns den Fahrern mit unseren Holland-Rädern anschließen. Hach, das wird ja vielleicht ein Empfang, wenn wir dann umjubelt in Paris die Champs Elysées entlangradeln. Ich sehe es schon förmlich vor mir....
3.7.04 19:18)
P.S: Bei DEN Wegweisern werden wir uns auch garantiert nicht verradeln.

es / Website (3.7.04 19:22)
Sie waren aber auch schon alles in Ihrem Leben, jetzt sogar Nichte. Bewundernswert! OK, möge der besser Gedopte gewinnen.
Ich zische jetzt erstmal ab zu einer Polterhochzeit, Porzellan eintauschen. Ich brauche noch einen neuen Zahnputzbecher. Bis denne ... usw.
(3.7.04 19:23) Ponzo
na da bin ich mir nicht so sicher... übrigens, nochmal wat von Frau M gehört?
(3.7.04 19:41) Frau S.
Frau M. müsste auf dem Weg nach Biarritz sein. Dauert natürlich mit einem Tretboot doch etwas länger, vor allem bei der Brandung vor der Küste... Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns heute Abend gemeinsam von den Surfboys verwöhnen lassen können, um uns dann morgen ganz entspannt den Jungs von der Tour de France anschließen zu können.
(3.7.04 23:59)Frau S.
Da ging mir doch eben grade ein Licht auf.... Irgendwie hatte ich nie den Wald vor lauter Schildern gesehen...Aber jetzt weiß ich endlich auch, wie Ihr obercooles Metroschild zustande gekommen ist. Juchhuh, da werde ich mich doch gelegentlich auch mal bedienen....

Frau M.:
Ich bin endlich gestrandet! Die holländischen Lumpen haben mich tatsächlich über die Planke gehen lassen. Weit und breit war natürlich kein Tretboot in Sicht. Gott sei Dank waren die Diletanten nicht in der Lage einen vernünftigen Seemannsknoten an meine Fesseln zu bringen. So konnte ich mich in null komma nix befreien. Ein Glück, das ich in meinem früheren Leben einmal eine Schwimmerin aus dem russischen Olympiateam war. Ich bin die ganze Nacht durchgeschwommen. Als ich dann mit engangliegendem Kellnerinnenkleid an Land robben wollte, wurde ich von zusammenströmenden Strandläufern daran gehindert. Man stelle sich vor, die haben mich immer und immer wieder zurück ins Meer gerollt und kamen sich dabei noch recht heldenhaft vor! Beim 8. Mal hatte ich dann aber die Schnauze gestrichen voll, dat sach ich sie aber. Meine ganze Wut gegen Herrn Sondermann, busreisende Rentner, bekiffte VW-Kurts und holländische Seefahrer entlud sich in einem markerschütternden Schrei. Plötzlich war ich alleine am Strand. Die Strandläufer stoben in panischer Angst auseinander und warden nie mehr gesehen. Nach einer kleinen Verschnaufspause machte ich mich in Richtung Biaritz auf. Immerhin ist es mir geglückt nach 3 Stunden einen Wagen anzuhalten und den Fahrer dazu zu zwingen mich nach Biaritz zu fahren. Da mein Fahrer mit mir kein Wort wechselte und nur ängstlich geradeaus schaute, machte ich das Radio an. Ich war ja nicht mehr auf dem Laufenden. Ich habe gehört, das die Tour de France einen Zwischenstopp im Hotel Ponzo einlegt! Junge da muß ich mich jetzt aber ranhalten, damit ich pünktlich dort eintreffe. Ok die Radlerjungs sind zwar im Vergleich zu den Chippeldales, schmale Jüngelchen, aber immerhin besser als nix. Frau Ponzo falls sie das lesen können, ich möchte nun doch kein Zimmer mit Seeblick mehr. Wenn auch nur einer in meiner Gegenwart das Wort Meer erwähnt, dann......(zensiert). Höh! Ich höre gerade im Radio, das an der französischen Küste das Ungeheuer von Loch Ness gesichtet wurde. Hahaha! Die Franzosen! Mein Fahrer signalisiert mir gerade dass wir tanken müssen. Mal gucken ob ich an der Raststätte was zum anziehen auftreiben kann. Ich seh aus....nänänä
Bis später

Wie weit ist es noch bis Biaritz?

Ich hätte es mir denken können! Der Fahrer hat den nötigen Tankstopp nur vorgetäuscht. Kaum das ich den Wagen verlassen hatte, fuhr er mit quietschenden und durchdrehenden Reifen davon. Derweil schrie er irgendwas von diesem Ungeheuer. Merkwürdige Gesellen, diese Franzosen. Jedenfalls habe ich mich auf dem Klo erstmal frisch gemacht. Ich habe meiner Kabinennachbarin die Handtasche stibitzt. Darin habe ich alles gefunden, was ich in den nächsten Tagen zum Überleben brauche.
Ich fand:
eine Reisezahnbürste nebst Aronal und Elmex
Haarspray und 10 Zopfgummis
eine Drahtbürste
eine Unterhose in der Größe 54 einhalb
eine Stützstrumpfhose
einen Diät-Müsli-Riegel
5 Valium
eine Nagelfeile
kirschroten Nagelack
eine Sonnenbrille
eine Geldbörse
ein Reiseticket für eine Busreise Köln-Nippes - Italien
Hah! Das war eine der Rentnerinnen die mich seinerzeit entführt hatten! Aber da ich ja prinzipiell nicht schlecht bin, habe ich die Geldbörse und das Reiseticket wieder in die Tasche gelegt und die Tasche gut sichtbar hinter die Scheibenwischer des Busses geklemmt.
Nachdem ich mich unter die Trucker-Dusche geschmuggelt, anschließend meine Nägel ordentlich gefeilt und lackiert, meine Haarzottel zu einer aparten Zopffrisur gebändigt und mir die Zähne geschrubbt hatte, fühlte ich mich wieder halbwegs menschlich. Nun galt es nur noch dieses elende Kellnerinnenkleid loszuwerden.
Da ich ja auch mal Glück haben mußte, entdeckte ich am Ende des Parkplatzes der Raststätte, eine Reihe von Armeefahrzeugen. Als Mutter von 3 Kindern ist mir das anschleichen bzw. das anrobben an Dinge nicht unbekannt. So konnte ich schließlich aus einem ArmeeLKW eine grüne Shorts, ein grünes Shirt und ein paar nette kleine Kanönchen entwenden.
Ist ja alles nur geliehen! Ich schwöre, ich gebe das alles wieder zurück.
So machte ich mich nun querfeldein, die Autobahn verlassend, auf ins nächste Dorf. Dort fand ich noch ein klappriges Hollandfahrrad, das dort gelangweilt an einer Tavernenmauer lehnte. Biaritz bzw. Paris ich komme!
Nachtrag: Mist! Ich glaube ich bin an Biaritz vorbeigeradelt. Auf dem letzten Verkehrsschild stand Lyon 68 km. Frau S. ich warte in Lyon auf Ihnen!


Kommentare dazu: (Wie weit ist es noch bis Biaritz?)
es / Website (5.7.04 09:53)
Sehr geehrte Frau M.,
ihre Odyssee scheint sich positiv auf ihr äußeres Erscheinungsbild auszuwirken. Endlich weg von Cocktailkleidern und beinlosen Hosen. Hin zu typisch weiblicher Bekleidung und Ausstattung. Meine Frau trägt ja so was schon seit Jahren mit großem Erfolg und (unter uns gesagt) ohne jemals an Waschen und Bügeln zu denken! Das gibt mir allerdings jetzt zu denken …
(5.7.04 21:58)
Ja ich muss sagen, ich werde nun endlich mit gebührendem Respekt behandelt. Ich muss plötzlich nicht mehr an der Wursttheke Schlange stehen, oder im Park lange nach einem Sitzplatz suchen. Gut das sie das jetzt bemerkt haben. Ich hatte schon befürchtet, dass ich plötzlich aussehe wie eine alte Dame, der man über die Straße helfen und Sitzplätze anbieten möchte. Wie dem auch sei, ich komme langsam aber beständig weiter. Bis Lyon ist es nur noch ein Katzensprung (59 km). Wir sehen uns sehr bald. Machen se sich schonmal frisch.


Monolog im Taxi

Mit einem Taxi nach Pariiis, nur für einen Tag. Mit einem Taxi nach Pariiis, weil ich Paris nun mal so mag. Mit einem Taxi nach Paris. Und vielleicht ein kleines Rendezvouuuuu... tralalalilalilala.....tralalalilalilali...... Ah, da ist ja schon ein Schild richtung Lyon. Na, dann werden wir Frau M. ja bald finden. - He, Sie, achten Sie schön darauf, ob wir hier irgenwo eine Frau auf einem Hollandrad überholen. Kann ja nicht so leicht zu übersehen sein. Wie - Sie wissen nicht, was Hollandrad bedeutet? Ja, verflixt noch mal, was heißt das denn auf französisch? Vélo à la Hollandaise oder so vielleicht? Keine Ahnung. Na ja, Madame mit Vélo, die suchen wir. Alles klar? - Mit einem Taxi nach Paris, weil ich Paris nun mal so mag.....la la la la la..... Ach, Momentchen Mal, da gehts ja rauf in die Alpen. Na, da könnten wir doch noch eben einen kleinen Abstecher zur L'Alpe d'Huez machen und uns die besten Plätze sichern, damit ich auch mal in der ersten Reihe stehe, wenn Jan Ullrich vorbei kommt. - Was mit der Frau auf dem Vélo ist? Ach, der schicke ich schnell eine sms, dann kann sie einfach hinterher kommen. Wie meinen? Die Berge sind ein bisschen steil? 6 % Steigung? Na, da kennen Sie aber unsere Frau M. schlecht. Wenn die erst mal in Fahrt ist.....Wahrscheinlich überholt sie uns gleich noch - alleine schon aus lauter Ärger darüber, dass ich nicht zu unserem vereinbarten Treffpunkt komme. - Warten Sie mal, was ist das denn da für eine Staubwolke da unten am Hang? Ja, ich sach es doch. *mal eben das Fenster runterkurbelt* HUHU MILLY!!! *wild mit den Armen wedelt* Nur noch diese kleinen 15 Kilometerchen mit der 12-prozentigen Steigung. Machst du doch mit links. Bis gleich!!!!! *Fenster wieder hochkurbelt* In einem Taxi nach Paris.....tralitralatrali.....

Kommentare dazu: (Monolog im Taxi)
(6.7.04 00:01)
*radel, strampel, auf den Kilometer-Zähler schiel* wie weit *schnauf* mach et denn noch sein??*schnauf* Hey!! *Arm hochreck* was blinkt mich denn dieses blöde Taxi da von hinten an?? Nu hupt der Kerl auch noch! Jaaaahaaaaa, ich weiss auf der Autobahn haben Räder nix zu suchen! Korintenkacker!! Nu schreit die Beifahrerin mich auch noch an! Mal die Kopfhörer tiefer in die Ohrmuschel schieb. *strampel, radel* komisch die Frau sah irgendwie aus wie mein Rapunzelken, kann nich sein, die lümmelt sich doch in Biaritz mit den Beachboys rum.... Da!Nu gestikuliert die schon wieder...... Kopfhörer lüpf..... DAT ISSE! HAAALT SOFORT STEHENBLEIBEN!! HALLO FRAU PROFESSOR ICH BINNET DOCH!!! Wie nur 15 Kilometerchen? Wie bitte folgen?? Sachma!!!!!!!!!!!!!!!! AAAAAAANHAAAAALTÄÄÄÄÄÄÄÄN!!!
*mal die Kanonen zück und in die Luft baller* Wech isse! *in die Bremse steig*
Hasse Töne? Die biegt mit ihrem Taxi ab! Hier gehts lang nach Lyon!!! Na warte! *strampel radel*


Hä?

Lyon? Wieso Lyon?

Kommentare dazu:
Rapunzel / Website (6.7.04 13:45)
Keine Ahnung, wieso wir da gelandet sind. Aber Frau M. hat die Richtung vorgegeben und ich bin ihr nur gefolgt. *ganz unschuldig guckt* Verzweifeln Sie nicht, werte Madame Ponzo: Immerhin sind wir schon in Frankreich. Und immerhin liegt Lyon nördlicher als Biarritz. Das ist doch schon was, oder?

Wo ist der Sondermann?


Ein Mann möchte ein Taxi bestellen, um zur Gare de Lyon gefahren zu werden. Kein Problem, hängt hier doch eine Taxirufnummer. "Restez en ligne, un opérateur va répondre à votre appel..." mit Musik sogar. Fünf Minuten später hat der Operateur noch nicht geantwortet. Ich sage zu dem Mann, er solle ein Taxi auf der Strasse anhalten oder zur nächsten Station auf dem Boulevard Saint Germain gehen. "Aber heute morgen hat man mir gesagt, das wäre kein Problem mit dem Taxi". "Wie Sie hören, antworten die nicht, da steht wahrscheinlich kein Taxi zur Verfügung". Der Kerl verliert die Fassung, nimmt seine zwei (viel zu grossen) Koffer, rempelt sich damit durch die Tür und brüllt auf der Strasse noch hier zur Tür hinein: "Hôtel de Merde!" Recht hat er zwar, aber warum schreit der mich an? Bin doch kein Taxiunternehmen.



Die wissenschaftliche Weltsensation!

Der eigens zur Überwachung des Wanderverhaltens von Bisamratten und Strohmatten installierte Forschungssatellit der ESA „Gugelhupf a+b=c“ sendete gestern überraschend Bilder der beiden bereits mehrfach erfolgreich als vermisst geltenden Damen S/M.

Wie deutlich zu erkennen ist, wähnen sich die Damen unbeobachtet in Frankreich.

(Foto zweier ältlicher Damen die einen Cocktail schlürfen)

Ein Sprecher der ESA erklärte der aufgeregten Weltpresse „Ein Erfolg des europäischen Weltraumprogramms „Big Mother is smelling you“. So bald der Satellit einmal die Fährte mittels einer einfachen Geruchsprobe, hier reicht normalerweise der Zellkern einer Darmzelle der zu überwachenden Gegenstände, aufgenommen hat, lässt sich deren Spur überall auf dem Globus nachvollziehen.“



Im Hotel Ponzo überarbeitet man derweil die Evakuierungspläne.

Kommentare dazu:
(6.7.04 20:16)
Wie meinen?

teabag / Website (6.7.04 21:34)
So meinen: Frau S. und Frau M. in unmittelbarer Hotelnähe! Denken Sie an ihre Gäste! Denken Sie an ihr Hotel! Retten Sie wenigstens ihre Haut! Mehr kann ich nicht mehr für Sie tun ...

zu verkaufen:

(BILD IRGENDWIE VERSCHOLLEN)

Kommentare dazu:

(6.7.04 20:26)
Ich biete ein altes Surfbrett, einen kaputten Handy-Akku und eine Festplatte voller ungelesener Weblog-Einträge! *reckt die Arme hoch*
Milly, guck mal, was ich gefunden hab! *jubel* Das Tandem ist doch wie für uns gemacht. Willst du dein aufblasbares Krönchen auch noch mitbieten? Dann haben wir vielleicht mehr Chancen.

(7.7.04 16:06)
o.k. ich nehme das Surfbrett und das Krönchen in der Hoffnung, dass die werten Damen dann vielleicht mal hier ankommen (bitte Surfbrett mitbringen!).
Rezeption und Tandemverkauf


Fortsetzung?? Siehe Rubrik: Hotel Ponzo - nichts als die Wahrheit

Anmerkung:
Diese Blog-Story fand ihre Anfänge im Sommer 2004, als wir aus einer Sommerlaune heraus anfingen über eine gemeinsame Tour nach Paris zu phantasieren. Wir das sind :
Herr Erwin Sondermann (ES),
Frau S. (Saintphalle, Rapunzel@20six, ),
Frau M. (Milly, Joys@20six, Frauenzimmer..äh habe ich ein Blog vergessen?)
und natürlich Frau Ponzo, ohne deren Blog das ganze nie stattgefunden hätte.

Ursprünglich war diese Story hier zu Hause:
Hotel Ponzo

Hotel Ponzo... nichts als die Wahrheit.. Teil 1

Pannen, nichts als Pannen
Ich weiß nicht, wer eigentlich jemals auf die Schnapsidee gekommen ist, einen Kurztrip nach Paris zu veranstalten. Eigentlich kann das nur Herr Sondermann gewesen sein - wo wir grade beim Schnaps waren... Ja, ja, ich höre ihn noch: "Das ist alles leicht zu organisieren, muss man gar nicht groß planen. Wir einigen uns auf einen Termin, dann hole ich euch mit dem Auto ab und wir sausen in einem Rutsch durch bis Paris. Das wird klasse."
Jaha, für Herrn Sondermann ist es vermutlich auch klasse. Der wandert von Hotel zu Hotel, nimmt an einer wilden Party nach der nächsten teil, trifft haufenweise Promis und unterhält sich überhaupt ziemlich prächtig.
Frau M. und ich dagegen? Na, ich muss unseren Leidensweg, der nunmehr in die fünfte Woche geht, wohl nicht noch mal ausführlich beschreiben. Kann man ja alles nachlesen. "Katzensprung", sagt der Sondermann. Ha, seit wann dauert ein Katzensprung fünf Wochen und vier Tage? Zuhause vertrocknen meine Geranien und mein Arbeitsplatz wurde längst neu besetzt. Der Göttergatte von Frau M. hat sich längst eine neue Gattin zugelegt und ihre Kinder werden von der Schwiegermutter großgezogen. Ein Alptraum!
Und wir? Frau M. hatte eine Reifenpanne und musste ihr Fahrrad die ganzen letzten 87 Kilometer schieben. Und das alles bergauf. Sie hat Blasen an den Füßen, ihre Waden sind doppelt so groß wie die eines Profi-Fußballers, über ihre Frisur mag ich mich gar nicht äußern und ihr Armee-Tarnanzug war selbst nach der letzten Bundeswehr-Übung in Afghanistan noch in einem besseren Zustand. Welcher Mann wird denn so eine Frau jemals wieder ansehen? Ich wage nicht darüber nachzudenken.
Ich selber hatte auch nicht mehr Glück. Auf halbem Weg zur Alpe d'Huez ging meinem Taxifahrer der Sprit aus. Na, ich meine, nicht ihm, sondern seinem Wagen. Er selber hatte reichlich getankt - literweise Ouzo von irgendwelchen ausgeflippten Griechen, die behaupteten, Europameister geworden zu sein. So ein Blödsinn. Da kann ja jeder kommen. Nur, weil ich mal ein paar Tage ohne Internet und Fernseher auskommen musste, bin ich ja noch längst nicht verblödet. Die Griechen und Fußball-Europameister! Dass ich nicht lache.
Nun ja, das Lachen ist mir allerdings in der Tat vergangen. Denn ich musste nun auch zu Fuß weiter gehen - immer schön die Serpentinen entlang, hinauf auf den Berg. Und das alles in meinen schicken Pumps, die ich in Biarritz erstanden hatte, um bei den Surfern Eindruck zu schinden. Ich kann Ihnen sagen, meine Blasen sind ungefähr so groß wie die Waden von Frau M. Auf den ersten Kilometern konnte ich ja noch den Taxifahrer überreden, mich zu tragen. Aber dann kamen wir an einem kleinen Berglokal vorbei und da ließ mich dieser blöde Kerl einfach fallen, um sich mit der Bedienung ein paar Flaschen Rotwein zu gönnen. Nur, weil die so ein schickes, knappes Kleidchen anhatte, aus dem vorne und hinten alles rausfiel. Na, ich erspare mir Details, kann ja sein, dass hier Kinder mitlesen.
Immerhin hatte der Zwischenstop ein Gutes: Ich traf auf ein Rentnerehepaar aus Sachsen, die mit ihrem Wohnmobil unterwegs sind. Und die werden uns mitnehmen. Vorausgesetzt, Frau M. erscheint innerhalb der nächsten Stunde auf der Bildfläche. Länger wollen die Leutchen nämlich nicht warten. Man weiß ja: Rentner haben nie Zeit....

Kommentare dazu: (Pannen, nichts als Pannen)
Rezeption vom Dienst / Website (8.7.04 19:14)
Sehr geehrte Frau S,
bereits for five wochen you reserved some rooms, is Frau Dingens aus M. already arrived? Or is she lying and dying in the bed of room n°X?
Please let us know soon...
(8.7.04 19:58)
Sehr geehrte Rezeption,
I don'n know where Frau M. is rumlying. Maybe she found some new friends in the Alpen. Oder auch nicht. By the way: Hört sich so an, als könnte man es in room number X gut aushalten. Stimmt das? Then I like to book diese room.

Lügen haben lange Beine
Pannen, …

Ich sitze immer noch im Hotel und warte auf die angekündigten Gäste aus Deutschland. Eine Frau Sondermann hat für sich, einen Herrn S. und eine Frau Dingens geschiedene M. hier schon seit ungefähr fünf Wochen diverse Zimmer reserviert, ja was sage ich, blockiert. Als Rezeptionnistin bin ich ja bekanntlich gewissermaßen in meiner Abschnittsberufsehre gepackt, um auch die ausgefallensten Wünsche zu erfüllen. So habe ich alle Hebel in Bewegung setzen müssen, um wenigstens schon mal Madame Quidécidetout zu überzeugen, diese doch recht eigenwillige Reservierung auch ohne Kreditkarte zu akzeptieren. Und jetzt? Wer hat jetzt den Salat? Ich.

Jedes Mal wenn Madame Quidécidetout (ist ja die Frau vom Chef) hier auftaucht, muss ich mir ausdenken, welchen gerade anwesenden oder vorbeigegangen Kunden ich als Kundin S, M oder Kunde S ausgebe. Ein Sport! Glücklicherweise konnte ich bisher die Entdeckung der noch-nicht-Anwesenden vermeiden.

Heute (gerade eben), als Madame Quidécidetout samt Gatte, Monsieur L’Escroc, zu einem Blitzüberraschungsbesuch reinschneite, tat ich so, als wenn der fröhliche weißhaarige Mann, der, bevor er schnell-schnell seinen Koffer an der Rezeption abstellte, aus dem er unbedingt noch frische Fotos seines gestern geborenen Nachwuchses (die er mir auch noch kurz unter die Nase hielt: „comme elle est belle“, sagte ich charmant wie ich bin) ziehen musste, gleich wieder ins wartende Taxi verschwand, lief ich also zur Höchstform auf. (Man bemerke die Länge des Satzes.)

Früher am Tage bereits hatte ich den Schelm im Nacken und verwies auf eine verkniffene Dame aus Zimmer S (in Anklang an die angebliche Bewohnerin), die sich zuvor über lärmende Nachbarn beschwert hatte.

Frau M. aus Dingens liegt angeblich seit Tagen in Zimmer X, um sich von den Strapazen einer nicht näher hinterfragten Reise zu erholen.

Bisher schöpft Madame Quidécidetout noch keinen Verdacht.
Wer weiß, wie lange noch!

In allen Zimmern ist ES

Liebes Gästebuch,
der Hunger hatte mich gerade noch einmal aus dem Hotel getrieben. Ein bedauerlicher Fehler! Die verwirrte Rezeptionnistin wies mich nun endgültig ab. Sie kann zwar unheimlich lange Sätze bilden, einige davon sogar mit Subjekt, Prädikat, Interpunktion und anderem ungewohntem Zubehör, aber sich zu merken, ob ich bereits ein Zimmer belegt habe oder ein Neuankömmling bin, das übersteigt ihre kognitiven Kräfte. Angeblich wären seit fünf Wochen alle Zimmer an die Buchstaben M, S und nochmals S vermietet.

Meinen Einwand, ich wäre eines dieser S’s, ließ sie nicht gelten. „Lügen Sie mich nicht an! Dann wären Sie ja ein ß!“ Gegen soviel Logik war ich machtlos.

Immerhin, die Besenkammer und die Kinderschänder-Dutroux-Suite wären noch frei. Ich entschied mich für die Suite, denn wer will schon mit einem Besen in einem Doppelbett schlafen! Da hätte ich auch zu hause bleiben können.

Also tanze ich mit Dutroux Tango die ganze Nacht durch, auch wenn er immer führen möchte und mir ständig auf den Füßen herumtritt. Ich hasse ihn dafür!

Kommentare dazu:

(8.7.04 13:50)
Wie, jetzt doch in Belgien?
8.7.04 14:50)
Ja, ja, Herr Sondermann führt auch ein unstetes Leben, das hatte ich schon immer vermutet. Und dann auch noch in Gesellschaft so finsterer Gestalten. Wenn das mal gut geht...

Kommt Zeit, kommt Unruhe
Frau M.scheint es mal wieder überhaupt nicht eilig zu haben. Ich hatte doch nur einen unwesentlichen Vorsprung von vielleicht 80 Kilometern, als dem Taxi der Sprit ausging. Das kann doch unmöglich sein, dass Madame für diese Strecke mehrere Tage braucht. Inzwischen sehe ich hier schon alle Felle davon schwimmen. Der Taxifahrer hat auf finsteren Kanälen, über die ich gar nicht nachzudenken wage, Benzin organisiert und ist bei Nacht und Nebel mit der Bedienung des Cafés durchgebrannt. Dieser Mistkerl! Die sächsischen Rentner sind auch längst über alle Berge. Blödmänner, die! Statt ihren Landsleuten zu helfen, die in Not geraten sind, haben die nur ihr eigenes Vergnügen und Euro Disney im Auge.

Die knackigen Radler von der Tour de France sind mir inzwischen auch komplett egal. Sooo spannend ist das dann auch alles nicht mehr, wenn man sich die Berge erst mal aus nächster Nähe angesehen hat. Geht wie überall sonst auch, wo Berge sind, nur rauf und runter. Mehr nicht. Und die Jungs brauchen ja eh noch ein paar Tage, bis sie hier vorbei kommen.

Also gut, habe ich mir darum gedacht, was der Taxifahrer kann, kann ich auch. Und so habe ich mir einfach den ersten besten Traktor geschnappt, der hier in der Gegend rumstand, und mich auf den Weg gemacht. Jetzt gibt es nur noch ein Ziel: PARIS!!!


Liebes kunterbunte Gästebuch,

inzwischen habe ich mich an das Hotel und seine Gäste gewöhnt. Da ich sämtliche Zimmer in Beschlag habe, komme ich mit den meisten Hotelbewohnern auch ganz gut klar, manche kenne ich sogar persönlich. Zum Zeitungslesen gehe ich zu meinem Nachbarn, dem polnischen Ich. Kaffetrinken mag ich ganz gerne mit meinem italienischen Ich und abends dusche ich ausgiebig zusammen mit meinem jüdischen Ich und dem Ich aus Palästina.

Zum Pay-TV-Sehen gehe ich zu meinen begriffsstutzigen Ichs (Je’s) aus Frankreich. Schließlich will ich mir damit nicht mein eigenes Konto belasten. Das Leben ist so schon kostbar genug.
Nur dem Typen aus der Breshnew-Suite gehe ich aus dem Weg. Dieses Ich will mir immer einen Bruderkuss aufzwängen. Mit der Zunge!

Lebenszeichen
(hier war ein Bild) ???
Kommentar von Joys:
*radel, strampel, auf den Kilometer-Zähler schiel* wie weit *schnauf* mach et denn noch sein??*schnauf* Hey!! *Arm hochreck* was blinkt mich denn dieses blöde Taxi da von hinten an?? Nu hupt

Hallo Hallo! Das letzte Lebenszeichen von Frau M also schon vor 4 Tagen!
(Wieso muss ich mich eigentlich darum kümmern! Ha, weil ich den Salat habe...!) Nicht, dass die gute Frau entführt wurde...

Kommentare dazu:
10.7.04 13:43)
Also, allmählich mache ich mir auch Gedanken. Entführung? Unfall? Flucht vor dem Finanzamt oder Ex-Lovern? Oder hat Frau M. einfach nur ein schönes Plätzchen zum Verweilen gefunden? Werte Madame Ponzo, ich bin genauso rat- und sorgenlos wie Sie.
(10.7.04 17:05)
Kein Grund zur Panik, Frau M. macht sich sicherlich nur mal kurz etwas frisch, so was kann dauern ...
Wie lange halten sich eigentlich die Bonbons?

Ach, wär ich doch in Düsseldorf gebliiiieeeben...
so langsam kommen in mir doch gewissen Zweifel auf, ob ich diese (Tor)Tour jemals hätte machen sollen.
Mir bleibt aber auch nix erspart, dat sach ich Sie aber. Ich habe also unsere Frau S. verloren. Eben sah ich sie noch winkend und jubilierend in einem Taxi an mir vorbei rauschen und schon war sie meinem Blickfeld wieder entschwunden. Ich strampel also weiter Richtung Lyon. Über den Reiseweg dorthin möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter auslassen. Wenn ich nur an meine Waden denke, wird mir schon wieder ganz anders.
Endlich in Lyon angekommen, war mir nur noch nach einem Bett und einer deftigen Mahlzeit zumute. Problematischer Weise hatte ich meine Kanönchen, sowie meinen Sparstrumpf verloren. Ich brauchte also eins:
Geld!
Zunächst irrte ich etwas ziellos durch diese Stadt. Mein Radl hatte ich irgendwo abgestellt. Ich hatte genug von diesem quietschenden Ungetüm. Außerdem hatte ich mir einen Wolf an den Hintern geradelt. Muffelig stiefelte ich also durch die Innenstadt und machte an einem imposanten Brunnen halt. Trübseelig starrte ich in das Wasser und hing meinen finsteren Gedanken nach.
Ich dachte an Wangerooge. Jawohl! Dort sollte ich nämlich eigentlich jetzt sein und an diversen Anwendungen teilnehmen. Angeblich war ich ja gerade auf Mutter-Kind-Kur ohne Kind. Ich kann ihnen sagen, das hat mich bei meinem Reiseantritt einiges an Überzeugungskunst gekostet. Mein Mann wollte partout mit und wenn schon nicht er, dann sollte ich wenigstens meine Kinder mitnehmen. Nach einer bühnenreif hingezauberten Herzattacke, ließ er mich dann doch ziehen.
Seinerzeit hatte ich ja noch keine Ahnung was auf mich zukommen würde. Es sollte eine lustige Reise nach Paris werden. Mit meinen alten Freunden E.S. und Frau Prof. S.
Stattdessen gab es nur Pleiten, Pech und Pannen!
Das sollte nun aber anders werden. Jawoll!!!
Murrend schaute ich auf. Eine Gruppe Touris stürmte auf den Brunnen zu. Auch dat noch. Obwohl! *denk* Vielleicht konnte ich ja nochmal ein Überlebens-Handtäschchen ergattern? Leider hielten die Damen ihre Taschen fest an ihre Brüste gepresst. Da war also nix zu machen. Mist!
Nun denken se nicht direkt schlecht von mir, ich war schließlich in einem schrecklichen Zustand. Außerdem hatte ich Hunger. Das allein machte mich brandgefährlich.
Muffelig sah ich ihrem Treiben zu und plötzlich hatte ich die Lösung. Die tauchte nämlich gerade vor meinen Füßen in Form eines glänzenden Eurostückes in die Tiefen des Brunnens hinab. Ha!!!! LOGO! Ich brauchte nur abwarten bis es dunkel wurde und dann wollte ich die ganzen glänzenden Geldstücke am Brunnenboden einsammeln.
Ich war aber auch ein Fuchs. Dachte ich........
Jesacht, jetan! Ich war gerade dabei, ala Sterntaler die letzten Münzen in mein T-Shirt zu schaufeln, als mir jemand von hinten energisch auf die Schultern tippte und mich ansprach.
Da ich kein Wort französisch spreche, tat ich zunächst so als ob ich mich in einer alltäglichen Situation befinde und machte profilaktisch erstmal ein dummes Gesicht. Dat kann ich, da bin ich Profi! Allerdings nützte mir das gar nichts. Bevor ich mich versah, saß ich in einem Gefährt der örtlichen Polizei und wurde mit Blaulicht und Sirenengeheule (schrecklich; nicht zu vergleichen mit unserem lieblichen heimischen Tatüüütaaataaaa) ins Polizeipräsidium gekarrt.
In Ermangelung an Personalausweis und der französischen Sprache wurde ich eingesperrt! Watt sacht man dazu???
Ich! Milly! Ehrbare Frau vom Lande!
Es wurde dann aber doch noch recht lustig. Noch in der gleichen Nacht bekam ich eine Zellengenossin. Eine Hure aus Lyon, die mir nicht nur die Frisur wieder in Ordnung brachte, sondern mir auch noch ihren ganzen Lebenslauf schilderte. Zumindest glaube ich das es sowas war. Wie bereits erwähnt beherrsche ich die Landessprache nicht.
Nach fünf Tagen wurde ich wegen guter Führung entlassen. Ich glaube meine Zellengenossin hatte da auch ihre Hand, oder sonstwas im Spiel. Beim Abschied kullerten ein paar Tränchen und sie gab mir ihre Email-Adresse. Ich denke mal ich habe eine neue Brieffreundin gefunden.
Zur Zeit befinde ich mich in einem Zug in Richtung Dijon. Von da aus kann es nicht mehr so weit bis Paris sein. Hoff ich mal. Im Moment muß ich erstmal gucken, das ich nicht vom Zug plumpse. Ich sitze nämlich obendrauf.
In der Hoffnung das ich Herrn E.S. und Frau S bald wiedersehe und das es sich bei dem Zug nicht um einen ICE handelt verbleibe ich
erstma
Eure Frau M aus Dingens

Kommentare dazu:
13.7.04 14:25)
Na, das ist ja jetzt drei Tage her. Das war wohl eher kein ICE oder TGV wie das hier heisst... Sind Sie sicher, dass es wenigstens die richtige Richtung...? Ich meine ja nur.


Dienstag, 13. Juli

Wenn die sich mal was beeilen würden ! Wir haben schließlich sturmfreie Bude hier. Nachdem Madame Qui-décide-tout mir nicht auf die Schliche gekommen ist mit meinen ausgedachten Gästen, die angeblich mehrere Zimmer okkupieren... jedenfalls, jetzt sind se im Urlaub (die Hotelbesitzersippe). Das Hotel ist so gut wie leer, daran wird sich auch nichts ändern, es sei denn, ja es sei denn, Frau M würde tatsächlich den Weg finden, Frau S würde endlich ihre Boys in den Wind schießen, und Herr Sondermann würde sich endlich outen!
Da habe ich schon wieder einen im Verdacht. Er könnte es sein. Ein Deutscher (mit Erkennungscode: Ach so!), blond, mittelmäßig schön, nicht dick, nicht dünn, nicht bebrillt, nicht sportlich, nicht charmant, nicht lässig, nicht schwierig, nicht beleidigt. Den habe ich aber nur ein einziges Mal gesehen. Anscheinend hat er sich schon neue Freunde gemacht.
Letzte Aufforderung also: Sind Sie es, Herr Sondermann??

Kommentare dazu:
es / Website (13.7.04 16:13)
Ich würde mich ja zu gern outen, zumal die besagten Eigenschaften sehr gut passen, aber blond trifft es leider leider zum Glück nicht! Schade!


Liebes Gästebuch,

die machthungrige Rezeptionistin hat die aufsichtsfreien Tage dazu benutzt, ein neues Preissystem für Übernachtungen im Hotel einzuführen. 250 € pro Bett und Kissenbezug verlangt sie.

Ein wahres Schnäppchen, frohlockte ich und verlängerte meinen Aufenthalt ohne zu zögern sofort bis zum Ferienende 2006. Musste ich doch bisher 750 € pro Matratzenfeder und Kissendaune bezahlen.

Allerdings multipliziert sich der neue Zimmerpreis noch mit der Zimmernummer. Mein Aufenthalt in der Suite Nummer 984 wirkt sich durch diesen Umstand leider nicht förderlich auf meine finanzielle Kondition aus. Fast bedaure ich es ein wenig, dass ich so leichtfertig die Offerte abgelehnt hatte, das Zimmer 00 zu buchen. Aber gut, soll mein Nachmieter Costa Cordalis auch einmal Glück haben.

Wenn ich meinen Pay-TV-Konsum einschränke und meine Nahrungsaufnahme auf Null reduziere, werde ich es schon irgendwie schaffen.
E.S.

Liebes Gästebuch,

irgendetwas scheint an diesem Hotel nicht zu stimmen. Die Aufmachung der Rezeptionistin, sie trägt heute eine kugelsichere Military-Weste mit hunderttausend aufmunitionierten Taschen und einem Patronengurt länger als die Schlange vor dem Louvre, deutet nichts Gutes an. Ganz abgesehen davon, dass sie sich damit einer Mode unterworfen hat, wie sie in dieser Saison nicht einmal mehr in Cuba getragen wird. Außer von ganz alten Männern.

Außerdem ist das Gebäude mit Panzern umstellt und der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Fast scheint es, als wäre die Monarchie wieder eingeführt worden. Würde auch langsam Zeit werden, wenn man sieht, wie diese Bürgerlichen das Land zu Grunde richten. Das Baguette wird auch schon nach zehn Minuten steinhart! Und für Vittel müssen Hugenotten wie dieser David Bowie Werbung machen! Das kann ja nichts werden! Weiß doch jeder, dass der nur Gerolsteiner trinkt - mit Wodka und Gin-Whisky und ohne Wasser.

Aber nein, was muss ich erfahren? Die Hotelführung erwartet geheimnisvolle Gäste. Aus Deutschland. Mit Pferdeschwänzen anstelle normaler Frisuren. Das wundert mich bei den Deutschen überhaupt nicht. Die können ja nicht einmal ordentliche Dieselkatalysatoren bauen! Und wie man „Majonäse“ richtig schreibt, wissen sie auch nicht!

Die Hotelführung will sich auf keinen Fall überraschen lassen. Die Rezeptionistin ist angewiesen, beim Auftauchen eines Pferdeschwanzes Alarm zu geben, damit genug Zeit bliebe, den Schutzbunker aufzusuchen. Stundenlang verfolgt das arme Mädchen nun im Fernsehen Militärparaden mit Pferdeaufmärschen. Es könnte ja sein, dass einer dieser Pferdeschwänze einer dieser gesuchten Personen gehören könnte.

Mon Dieu, die Welt ist im Pferdearsch!

Umstellt


Pferdeschwanz ist hinten nicht mehr dran.

Kommentare dazu:


(14.7.04 23:37)
Mittwoch nachmittag Frau M. aus Dingens in irgend einer Telefonzelle in Parrrris.
Hallo, ääh vou le vou Hotel Ponzo? *Mist hätte ich doch vorher den Französisch Kurs bei der Volkshochschule besucht!*
Hallo--- äh, sind Sie das Hotel auf der rue de Ponzo ? ""Nein, wir sind auf derselben Strasse, aber wir heißen Hotel Ponzo."" Hallo ääääh, sind Sie auf der Seite vom Boulevard Saint Germain? ""Ja, wir sind auf der Seite, auf welcher Seite... wir sind eher Richtung Seine."" Ja, aber sind Sie auf der Seite vom Boulevard? ""Monsieur "" *Monsieur?? Heißt dat nich mein Herr??* ""wir befinden uns auf derselben Strasse wie das Hotel, was Sie suchen. Aber Richtung Seine."" *Seine? Ich will nich anne Seine ich will innet Hotel!* ääääh ja, aber sind Sie auf der Seite vom Boulevard?"Klick" SCHEISSE GELD IS ALLE!!! MERDE!!! Jetzt weiss ich immer noch nicht wo das verd.... Hotel ist. FRAUUUU S. zu Hüüüüülfäääääääää!!

Wo bin ich denn hier gelandet???????
Ich glaube ich bin in Paris. Jedenfalls hatte Kurt das behauptet, als er mich absetzte und mit durchdrehenden Reifen seines alternden VW-Busses davon jagte.
Aber ich greife vor..... das gehört sich nicht, hat meine Omma immer gesacht und die musset wissen, schliesslich war sie Frau von Welt. Heute hätte sie übrigens die Hände über den Kopf geschlagen, wenn sie die Parade gesehen hätte, mit der ICH in Paris begrüßt wurde! Oder sie hätte sich in den Straßenstaub geschmissen, mit dem entsetzten Ausruf "die Russen kommen".
Wieso?? Komm ich später noch drauf zurück. Hoff ich!
Aaaaaaalso, dat war so.........*tief Luft hol*
Ich saß also in ausgesprochen luftiger Militärbekleidung (siehe Herta) auf diesem Zuckelzug. Von ICE keine Spur!
Es handelte sich offensichtlich um eine alte Dampflock die zu rein touristischen Zwecken genutzt wurde. Während ich fröstelnd und eingedampft auf dem Wagon, direkt hinter der Log kauerte, sangen fröhliche Gesellen in dem Abteil unter mir fröhliche Liedchen. Die reinste Folter in jeder Hinsicht, dat kann ich ihnen aber lauthals flüstern. Nach einiger Zeit wurde die Bande unter mir zunehmend fröhlicher. Dat hält man im Kopp nicht aus, wenn man derweil obenauf tront und sich die Zöppe festhalten muss. Schließlich hatte ich so keine Hand mehr frei um mir die Gehörgänge zu schützen. Nach ner weiteren halben Stunde Folter hatte ich aber die Faxen dicke! So hielt ich mich mit den Füßen an einer Halterung fest und ließ mich seitlich am Wagon runterbaumeln. Ich wollte mit eigenen Augen sehen, wer mir diesen Volkslied-Terror antut, hömma.
Ich baumelte also fröhlich im mäßigen Fahrtwind und lugte kopfüber durch das Fenster. Im Abteil befanden sich ein paar Damen und Herren, die gerade div. Flachmänner kreisen liessen. Gerade als eine Dame die Christel von der Post anstimmte, schaute eine andere aus dem Fenster und mir quasi direkt ins Aug. Ihr markerschütternder Schrei lies alle anderen Abteilgäste in ihren Bewegungen verharren. Erbleichend reckte sie ihren Zeigefinger in meine Richtung und fiel gekonnt in Ohnmacht. Nana! So schlimm sah ich ja nun wirklich nicht aus. Fand ich jedenfalls. Ein mutiger Herr riss nun, nachdem er sich flugs bekreuzigte, das Fenster runter. Vorsichtig tastete er nach meinem Gesicht. Da ich gerne zu scherzen beliebe, fragte ich ob ich den Herrschaften ein Käffchen kredenzen könne. Fanden die aber gar nicht komisch. Wenn ich ehrlich sein sollte, waren meine Witzchen auch schon mal besser und schlagfertiger, aber scherzen se mal, wenn ihnen gerade sämtliches Blut in die Birne läuft. Mit beherztem Schwung und geübter Rolle rückwärts durch´s geöffnete Fenster verschaffte ich mir Einlass.
Die fröhliche Bande war nun total verängstigt und liess mich schweigend gewähren. Munter gesellte ich mich zwischen sie kostete von dem Flachmann links, muffelte sämtliche Butterbrote auf und begann ein zwangloses Gespräch auf das aber leider niemand einstieg. Langweilig! Ich verabschiedete mich fröhlich winkend und Kusshändchen verteilend und entschwand aufs Klo. Hier wollte ich mich erstmal verbarrikadieren. Als ich dort in den Spiegel schaute, konnte ich mir vorstellen, was die Leutchen in dem Abteil so aus der Fassung brachte. Mir starrte ein kohlrabenschwarzes Gesicht entgegen, umrahmt von wirren roten Zöpfen, die Augen irre flackernd, das grüne Hemdchen russbefleckt und löchrig... Ein wenig kam in mir Mitleid mit den armen Leutchen hoch, ich sah ja aus wie der Leibhaftige! Die Zeit bis Dijon verbrachte ich also damit, mein Äußeres wieder auf Vorderfrau zu bringen.
Dort stahl ich mich aus dem Zug und verschwand in der Menschenmenge. Vor dem Bahnhof überlegte ich gerade, wie ich kostengünstig nach Paris kommen könnte als..............
mein Blick auf einen Gitarre klimpernden jungen Mann fiel. Der Bursche kam mir iiiirgendwie bekannt vor. Langsam schlenderte ich zu ihm rüber. Woher kannte ich den Kerl nur? Fieberhaft durchforstete ich meine Gehirnwindungen, von denen wir Frauen ja bekanntermassen einige besitzen. Gerade als er mit seinem Liedchen endete und ein Passant ihm ein Geldstücken in den ausgebeulten Hut warf, fiehl es mir wie Schuppen aus den Haaren. Dat war Kurt! Der Kurt, mit dem VW-Bus, der Kerl der meinen Koffer noch in Besitz hatte. Na warte Freundchen. Beherzt packte ich den Kerl an seinen Rastazöppen und schüttelte ihn erstmal durch. Schließlich willigte er ein, mich nach Paris zu fahren. Yeah!! Er war auch gar nicht mehr böse, weil ich ihm die Alditragetasche incl. Haschischvorräten für 14 Tage gemopst hatte.
In Paris, setzte er mich und meine 3 Koffer an einem größeren Torbogen ab. Pariiiiiiiis endlich!! Aber was war denn hier los??
Menschenmengen, ich sach et Ihnen! Wem jubelten die alle zu? Mir? Alles Fans?? Ich schnappte mir meine Koffer und marschierte die Straße entlang. Zu meiner Rechten und Linken jubelte das Volk. Herrlich! Gerade als ich mich in Pose schmiss und den Busentes zurecht rückte, für den Fall, das jemand Fotos von mir machen wollte, geschah das Unfassbare.
Berittene Truppen marschierten geradewegs auf mich zu. Frau S. zu Hülfe!!!! (An dieser Stelle hätte meine Omma sich in den Staub geschmissen, remember?? "die Russen kommen!!")
Starr vor Schreck, unfähig mich zu wehren, sah ich den antrabenden Pferden entgegen. Gerade als ich dachte, mein letztes Stündlein sei gekommen, rissen mich starke Arme nach hinten und verbannten mich hinter eine Absperrung. Dabei büßte ich zwar einen Koffer ein, aber ich kam mit dem Leben davon.
Was war denn hier nur los? Verwirrt irrte ich nun durch die Straßen der Metropole, verzweifelt auf der Suche, nach Frau Prof. Dr. S, Herrn Sondermann, dem Hotel Ponzo. Werd ich wohl jemals dort ankommen.......?

Kommentare dazu:
(15.7.04 14:01)
Mensch, die soll bloss nicht alleine kommen! Immer diese alleinreisenden Frauen!
Wenn die vielleicht mit Frau und Herrn S... aber das muss ich mir nochmal überlegen...

ES (16.7.04 09:29)
Werte Frau Ponzo, da gibt es nichts zu überlegen! Sie werden gar keine andere Wahl haben und sich noch ganz ganz dolle freuen über solche Gäste! (wenn Sie wieder abreisen...)
16.7.04 16:55)
Ich hör hier immer nur Hetzsprüche gegen allein reisende Frauen. Also, wer mich nicht haben will, ist selber Schuld. Pardon, monsieur, wo gehts denn hier zur nächsten Jugendherberge? Wie - Sie hätten auch ein Zimmer frei? Extra für mich? Na, wenn das kein Angebot ist....

Liebes Tagebuch,
das Leben kann so schön sein. Ich sitze irgendwo in den Bergen, genieße die Sonne und das einfache Leben, die Ruhe, die Beschaulichkeit, hach jaaa.... *träum, seufz, genieß*
Aber allmählich geht mir das Geld aus und der Urlaub auch. Und fast hätte ich es schon vergessen - ich wollte ja eigentlich nach Paris. Das fiel mir eben wieder ein, als ich im Fernsehen eine Parade mit lauter Pferden sah. Einer der stolzen Reiter ging ziemlich unsanft zu Boden. Und dieser Tölpel erinnerte mich irgendwie an Herrn Sondermann. Mensch Erwin, altes Haus, dachte ich, was machst du denn da zwischen all den Pferden? Dann stand er auch noch etwas unglücklich hinter einem der Tiere, das ihm ziemlich unsanft den Schweif ins Gesicht schlug. Au weia, dachte ich, der Erwin hat aber im Moment auch nicht so richtig viel Spaß. Ich versuchte unter den Zuschauern Frau M. auszumachen. Wer weiß, dachte ich, wo der Sondermann ist, kann die doch auch nicht mehr weit sein. Aber ich sah nur haufenweise Frauen mit langen Pferdeschwänzen. Ist das die Trendfrisur 2004? Da hab ich wohl was verpasst. Ist jetzt auch ein bisschen spät, um die Haare noch wachsen zu lassen. Zu einem Pferdeschwanz würde das bei mir erst wieder im nächsten Sommer reichen. Und da wären dann wahrscheinlich schon wieder Kurzhaarfrisuren angesagt. Tja, ich hinke der Mode irgendwie immer hinterher...*seufz*
Na, egal, diese Fernsehbilder erinnerten mich jedenfalls wieder an Paris samt diesem dubiosen Hotel Ponzo und meiner eigenartigen Reise mit Frau M., von der ich auch schon sehr, sehr lange nichts mehr gehört habe. Irgendwie vermisse ich sie. Und Herrn Sondermann auch.
Ich werde mal den nächsten Bus zum nächsten Bahnhof nehmen und in den nächstbesten Zug Richtung Paris steigen.
Paris, ich komme!!!

Kommentare dazu:
(16.7.04 22:41)
Na endlich! Ich irre seit Tagen durch die Stadt. So langsam werde ich schon von den Leuten begrüßt. Wenn ich nur wüßte worüber die immer lachen. Ejal, ich werd das Hotel schon finden. Also liebste Frau Professor, ich vermisse Ihnen auch! Ich freue mich schon auf unser Zusammentreffen. In freudiger Erwartungshaltung Frau M aus Dingens


Je cherche...
Sonntag Morgen und ich bin in Paris. Ich kann es kaum glauben, aber ich bin wirklich hier. Hinter mir liegen 35 Stunden Zugfahrt mit so einer Bimmelbahn, die an jeder Butterblume gehalten hat. Außerdem musste ich elf Mal umsteigen. Nix Hochgeschwindigkeitszug TGV, nix superschnelle Verbindung mit Paris und dem Rest des Landes. Na, ich schätze, in Sachen Bahnfahren können Frankreich und Deutschland sich inzwischen die Hand reichen.
Jetzt irre ich durch diese noch etwas verschlafene Stadt und bin wie die meisten Menschen, die hier ankommen, auf der Suche. Paris - die Stadt der Liebe, der Kunst, der Kultur, großer historischer Ereignisse. Hier sucht man die Spuren der Vergangenheit, im Louvre, in Notre Dame, am Arc de Triomphe. Man sucht nach eigenen Erinnerungen und der großen Liebe. Und so bin auch ich auf der Suche. Ich suche Frau M. und Herrn Sondermann, das Hotel Ponzo, Kleingeld für den Fahrkartenautomaten, die passenden französischen Vokabeln, um mir was zu essen kaufen zu können und eine Toilette.
"Hotel Ponzo?" frage ich die Passanten. Aber sie schütteln alle abweisend den Kopf. Entweder kennen sie das Hotel nicht, oder sie wollen nicht mit mir reden. Das darf doch nicht wahr sein. Ich habe sieben Wochen, drei Tage und 35 Stunden gebraucht, um von Hamburg bis nach Paris zu kommen. Und nun scheitere ich auf den letzten paar Meterchen, weil niemand dieses verdammte Hotel kennt. So langsam regt sich ein ganz schrecklicher Verdacht in mir. Vielleicht stimmt das alles ja gar nicht. Vielleicht ist Frau Ponzo mitsamt ihrem dämlichen Hotel nur ein Fake. Vielleicht hat da in Wahrheit irgendso ein hinterhältiger Pizzeria-Besitzer aus Sizilien ein Log geführt und so getan, als wäre er Frau Ponzo und hätte ein Hotel in Paris. Ich hätte mich vor meiner Reise doch etwas genauer informieren sollen. Hat überhaupt jemals jemand auch nur einen einzigen Nachweis über die Existenz dieses Hotels in den Händen gehalten? Irgendeinen Prospekt? Eine Adresse? Ich habe nicht mal eine Telefonnummer. *heul*
Also bin wohl auch ich Opfer eines gefakten Logs geworden? Überhaupt war vielleicht diese ganze Reise nur ein Fake? Vielleicht muss ich einfach nur die Augen aufmachen und sitze wieder an meinem Schreibtisch und nicht am Brunnen vor dem Centre Pompidou, wo ich dem Wasserspiel bunter Hüte und Herzen zusehe.
Nun suche ich noch mehr. Ich suche nach dem Ausgang aus dieser Geschichte, nach meiner eigenen Identität - wie war noch mal mein Name? Frau S., Rapunzel, Amélie... - nach irgendeinem noch so kleinen Hinweis, dass nicht auch diese Stadt ein Riesenfake ist (stand da nicht irgendwo was von Disney-World?). Und vor allem, verdammt noch mal, suche ich immer noch eine Toilette.

Kommentare dazu: (Je cherche...)

18.7.04 21:27)
Natürlich gibt es dieses entzückende Hotel Ponzo, nebst einer noch entzückendererereren Rezeptionistin.Ich glaube dieses Hotel wird in Paris noch als Geheimtipp gehandelt und deshalb ist man dort so auskunftskarg. Aber vielleicht sind sie ja auch in Disney World gelandet? Ist ihnen Mickey oder Pluto auf nem Einrad entgegen gekommen? Ich jedenfalls habe das Hotel gefunden. Ich stehe gerade davor und bewundere dieses Schatzkästchen von außen. Mit offenem Mund und geweiteten Augen beäuge ich dieses charmante Bauwerk. Ich kann in die Eingangshalle und das freundliche Lächeln der Empfangsdame sehen. Ja! Ich bin endlich angekommen! Nahezu ehrfürchtig nehme ich meine Koffer in die Hand und gehe auf das Hotel zu. In mir das Gefühl nach Hause zu kommen....... *schnief*

Endlich.........
ich stehe vor dem Eingangsbereich des Hotel Ponzo. Fast bin ich zu schüchtern um wirklich einzutreten.
Ich hoffe nun endlich auf meine Reisegefährten Erwin und Frau S zu treffen. Ob es ihnen gut geht? Mein Urlaub geht nun bald zu Ende. Nur noch 5 Tage, dann muss ich wieder zu Hause sein und einen erholten Eindruck machen.
Die letzten Tage in Paris waren sehr beeindruckend. Ja ok auch ich hatte etwas Schwierigkeiten, das Hotel zu finden. Nachdem ich in Paris angekommen und nur knapp einer Horde berittenen und bezopften Uniformträgern entkommen war, irrte ich durch die Stadt. Doch noch am selben Abend schloss sich mir ein Dobermann an. Ich fütterte ihn mit den letzten Baguettekrumen und er entschied sich wohl aus Dankbarkeit mich zu begleiten.
Ein schönes Tier, grazil, hochgewachsen, mit schönem Kopf und klugen Augen. Und so gelehrig! Er war mir dabei behilflich auf dem Marktplatz hier und da ein paar Waren zu erschnorren.
Zum Beispiel konnte der Obsthändler gar nicht schnell genug zentnerweise Kirschen in mein Tragetäschchen schaufeln. Er konnte meinem charmanten Lächeln einfach nicht wiederstehen. Oder auch dem eindringlichen Knurren meines treuen Gefährten?
Egal, wir mußten keinen Hunger leiden. In der Nacht paßte er auf mich auf und vetrieb so manchen Wegelagerer.
Ich taufte ihn auf den Namen Onkel Erwin. Nach vier Tagen hatte ich mich derart an die Gesellschaft von Onkel Erwin gewöhnt, dass ich beschloss ihn nach dieser Reise mit nach Hause zu nehmen. Er würde sich sicher schnell bei uns einleben. Allerdings würde ich unseren chinesischen Essensbringdienst warnen müssen. Warum? Das erzähle ich vielleicht ein anderes Mal.
Eines Morgens machten Onkel Erwin und ich einen schönen gemütlichen Schnorr-Bummel, als neben uns ein schwarzer Rolls-Roys hielt. Das hintere Fenster öffnete sich mit leisem schnurrendem Geräusch und ein vornehmes Frauenstimmchen rief Jaques???
Plötzlich kam Leben in Onkel Erwin! Mit einem Satz hechtete er durch das geöffnete Fenster und wurde dort freudig quiekend begrüßt. Ich habe nicht verstanden was die Dame meinem Erwin alles entgegen jubelte. Die Autotüre öffnete sich und die Dame lud mich ein einzusteigen. Da ich gerade nichts besseres vorhatte, willigte ich ein. Junge das war ein Erlebnis. Der Wagen war von innen so geräumig wie mein Wohnzimmer. Großzügig schenkte mir die Dame ein paar Gläschen Champagner ein und plauderte fröhlich auf mich ein. Ich hatte etwas Mühe ihr verständlich zu machen, das ich Frau M aus Dingens bin und kein Wort französisch verstehe. Onkel Erwin/Jaques saß derweil zu meinen Füssen und knabberte freundschaftlich an meiner Hose.
Nach einiger Zeit hielt der Wagen und wir stiegen aus. Wir befanden uns vor einer Villa, wie ich noch keine gesehen hatte. Die Dame gab mir zu verstehen, dass ich ihr folgen sollte. Na logo! Dieses Häuschen wollte ich auch von innen sehen.
Die Tochter der Dame konnte dann schließlich übersetzen und erklärte mir, das Jaques der Hund ihrer Frau Mama war und das er schon seit Tagen gesucht wurde. Es war eine Belohnung ausgesetzt. Ich lehnte die Belohnung ab. Schließlich war Onkel Erwin mir in den letzten Tagen eine große Hilfe und ich weiss gar nicht was ich ohne ihn gemacht hätte. Begeistert über soviel Großzügigkeit meinerseits, lud man mich ein ein paar Tage in ihrem Gästezimmerchen zu verbringen. Da ich von meiner Reise erschöpft war, willigte ich natürlich auch hier gerne ein.
Ich ließ es mir gutgehen und genoss die Gastfreundschaft der Familie in vollen Zügen.
Doch nach ein paar Tagen bekam ich dann doch Sehnsucht nach meinen verlustigen Reisegefährten. Nach einem tränenreichen Abschied von Onkel Erwin und meinen Gastgebern machte ich mich auf den Weg.
Der Chauffeur brachte mich im Rolls Roys zum Hotel Ponzo.
Ja so war das. Ich glaube die Geschichte nimmt nun doch ein gutes Ende.
Beherzt öffne ich die Eingangstüre des Hotels Ponzo........

Kommentare dazu:

(19.7.04 15:37)
Ja komisch, ich habe Sonntag natürlich nicht gearbeitet, wer arbeitet schon sonntags? Mein Kollege hat mir aber von dem Rolls Royce erzählt. Sind Sie denn nu hier rein oder nicht?
Fragt Ponzo, die Rezeptionnistin a.D.a.S.


Liebes Gästebuch,


wo trifft man die schönsten Frauen von Paris?

Natürlich am und im Toilettenhäuschen am Place de la concurse.

Ich hatte mir dort ein erklägliches Nebengewerbe eingerichtet, indem ich blasenschwachen Damen die Toilettencents eintauschte. Ich nahm als Gegenwert fast alles, was den Dämlichkeiten in ihrer Notdurft entbehrlich erschien: Handy, Kreditkarten und notfalls auch den ganzen Handtaschenkrempel (unsortiert). Wenn ich gut drauf war, konnte es auch schon mal die eine oder andere Telefonnummer sein, Frauen in dieser Situation werden irgendwie willenlos und schwach, als ob sie vor dem Schaufenster eines Hochzeitsausstatters stehen würden.

Für mich war es immer noch besser, als auf dem Gare du Nord Atomsprengköpfe zu verkaufen. Die meisten Touristen wissen damit ja leider nichts anzufangen, auch wenn ich sie in kleine Nanas einbaute. Ständig musste man die Funktionstüchtigkeit nachweisen und es war ein mühseliger Kampf, die knauserigen Fremden zu überzeugen, dass man es damit auch im strengsten Winter ohne Kamin mollig warm haben könnte. Und man hätte immer eine schöne Erinnerung an die Atomstreitmacht Frankreich und seine idyllischen Testgelände in der Südsee.

Daher war ich ganz froh, am Place de la concurse ein zweites Standbein in der Toilettentür zu haben. Und wie ich gerade ein 50-Cent-Stück herausrückte gegen einen Grundbucheintrag für ein kleines 5000-ha großes Weingut inklusive Loire-Schlösschens, wen sehe ich da?

Meine liebe gute alte bekannte Frau S., das Rapunzel unter den Dornröschens oder wie ich immer mühsam zu scherzen pflege, das Radieschen unter den Mohrrüben.

Meine liebe Liebe aber machte überhaupt keine gute Märchenfigur. Zu sehr hatten sie die Reisestrapazen überansprucht und die Angst, keine Unterkunft zu finden und wohlmöglich in der linken unbeheizten Toilettenkabine übernachten zu müssen. Sicherlich ein Albtraum für jede märchenhafte Schönheit.

Aber nun war ich ja da, Erwin Sondermann – Kaugummidealer und heimlicher „Hotel Ponzo“- Strafgefangener.

Alles wird gut. Oder nicht schlechter. Wenigstens für heute.

20 juillet 2004

Wenn der Kunde nicht zum Hotel findet... .. muss der Rezeptionnist eben zum Kunden kommen.
(Link zu einer Seite wo ein Huhn auf Kommando verrückte Dinge tut)


Kommentare dazu:

(21.7.04 01:15)Frau M.
der arme Frosch!! Aber das Huhn war witzig!! Vesteckt sich Herr Sondermann unter dem Kostüm??Der macht auch alles um zu Geld zu kommen, mein lieber Scholli *breit grins*



Der Berg



AAAhhhh jaaaaa....
so soll sich Urlaub anfühlen! Nachdem ich am Sonntag im Hotel Ponzo eingecheckt habe, wurde mir ein apartes Zimmerchen zugewiesen. Ich habe nur noch die Klamotten von Leib gerissen, die Boots vor die Türe gestellt und mich auf´s Bett geschmissen.
Irgendwie hat mich dann wohl die Müdigkeit übermannt. Keine Ahnung wie lange ich geschlafen habe. Ich werde jetzt mal das Hotel inspizieren und Herrn Sondermann suchen. Soweit ich weiss lungert er hier irgendwo rum. Außerdem verspüre ich ein winzig kleines Hüngerchen. Ob ich mich wohl in die Hotelküche schleichen kann? Fällt doch gar nicht auf wenn was fehlt.
Zudem muss ich ja noch nach der Piano-Bar ausschau halten. Ich hatte doch angeboten, dass ich hier ein paar Liedchen trällere, um meine Unterkunft zu finanzieren. Notfalls versuche ich mich als Malerin. Angeblich sollen die Touristen ja ganz wild auf Portraitmalereien sein. Bislang habe ich zwar nur Strichmännchen gemalt.... na mal sehen.
Ich mach mich mal fein und dann geht’s los.

Sensationelle Bilder der Ponzo-Prominentenkamera

Es ist geschafft! Frau M. aus Dingens betritt das Hotel Ponzo. Sofort ist ein Rettungstrupp unter Leitung des 1. Concierge zur Stelle, um der völlig erschöpften Dame über die letzte Hemmschwelle zu helfen.

Originalzitat Frau M.: „Ein kleiner Schritt für mich, ein großer für die Hotelleitung.“

Frau S. und Herr Sondermann (beide auf der Bildrückseite) benutzten dafür den hoteleigenen Kran.

Kommentar dazu:
(22.7.04 01:12)Frau M.
Frechheit! Kran! Ich hab mir kiloweise die Pfunde runtergestrampelt, ich brauche keinen Kran; übelste Verleumdung

26.7.04 13:58)Frau S.
Kannste nich lesen, Milly? Der Kran war für mich - dir halfen doch diese netten Herrschaften da auf dem Bild.

26.7.04 20:02)Frau M.
Puh da bin ich aber froh das das hier mal richtig gestellt wurde!!



Schlüssel
Diese Südamerikaner von gestern gehen mir auch auf den Wecker! Nehmen immer ihren Schlüssel mit, kommen und gehen einzeln, und ich muss dann in den vierten Stock steigen, um mit dem riesigen Schlüsselbund mindestens zehn Minuten lang zu hantieren bis der richtige Schlüssel gefunden ist.
Dann sag ich der Trulla auch noch, dass sie jetzt doch bitte den Zimmerschlüssel hier lassen soll und was machen die? Gehen beide hier grusslos vorbei (einzeln), mit Schlüssel.
Sind die jetzt beleidigt oder was? Haben die Ehekrach oder was?

Geschüttelt, aber nicht gerührt
Ich weiß nicht mehr,warum ich in dieses Hotel gezogen bin. War es die Sehnsucht nach fremdartigen Dingen und Menschen, wie sie einen ab und zu befällt, wenn einen die vertrauten Dinge und Menschen zu vertraut werden? War es die Lust auf Sensationen, die natürlich auch hier keine Sensationen sein würden, da sie auch hier zu sehr vermischt daherkommen mit den bekannten Abläufen und Begegnungen, mit deutschsprechenden Touristen etwa, oder zumindest sächselnden Artgenossen, mit Menschen, umhangen mit 20 Videokameras und ausgestattet mit 5 Megapixeln pro Augenaufschlag und Erinnerung? War es der Reiz des Fremdartigen, Unbekannten, einer altertümlich klingenden Sprache, einer unnahbaren weiblichen Schönheit, seltsamer Sitten, Gerüche und Moden?

Wenn es das gewesen sein sollte, so bin ich heute voll auf meine Kosten gekommen.

Die Rezeptionistin, gewöhnlich eher eine gewöhnliche Empfangsdame, für die das Wort Empfangsdame schon eine ungewöhnliche Belastung darstellte, bot eine überraschend ungewöhnliche Darstellung, die ich noch in keinem Hotel der Welt gesehen hatte, nein, nicht einmal in einem Zirkus oder einem Gruselfilm. Weder die Enzyklopädie menschlicher Kuriositäten noch das Guinessbuch der Rekorde hatten jemals davon berichtet. Ich wurde Augenzeuge eines wahrhaft dramatischen und traumatischen Ereignisses.

Ich hätte es nicht glauben wollen, hätte ich es nicht leibhaftig erlebt. Gab es etwas Ekelerregenderes, Abscheulicheres? Es war der blanke Horror! Eine unglaubliche Körperbeherrschung! Diese Rezeptionistin schob sich ein riesiges Thunfisch-Sandwich in die Futterluke. Quer!!!!

Im Deutschen gibt es dafür kein Wort, das annähernd genau das wiedergeben und beschreiben könnte, was ich dabei schaudernd und im Mark erschüttert empfand. Auch nicht in allen anderen Sprachen, soweit ich sie überblicken kann.

Am ehesten trifft es wohl noch dieses einfache universelle, aber viel zu selten benutzte, weil hoffnungslos veraltete Wort: Ein schlichtes „sexy“.

Kommentare dazu:

(22.7.04 01:18)Frau M.
Na na nich so empfindlich, Herr Sondermann. Ich kann Ihnen sagen, ich habe auf meiner Reise noch ganz andere Sachen gesehen!! Ich glaube ich finde die Rezeptionistin ganz appart. Wenn ich sie denn jemals zu Gesicht bekomme. Pferde können im Stehen schlafen, ich übrigens auch. Bin ich doch glatt gestern unter der Dusche nochmal eingepennt. Da ich hier aber all inclusive gebucht habe, soll mich die Wasserrechnung nicht weiter schocken. Hab ich Urlaub oder was?? Sachma Herr Sondermann, wo stecken se denn? Ich lunger hier schon stundenlang in der Empfangsdiele rum. Soll ich mir mal ein Erkennungszeichen anheften? Wie wärs mit nem kleinen Töpfen "Fetter Henne"? Also die Frau mit der Topfblume am Reverse dat bin ich!!!!


Na sowas
jetzt bin ich schon stundenlang im Hotel Ponzo und ich konnte meine Reisegefährten immer noch nicht entdecken!
Ich habe zwar was über einer Kran-Rettungs-Aktion gehört, aber so wirklich hab ich keine Ahnung was da passiert ist.
Ich habe ja im Vorfeld schon einiges über das Hotel Ponzo gehört. Hier sollen gelegentlich Sonderaktionen stattfinden. Mal gibt es einen Polizei-Helikopter-Rundflug nebst Festnahme zu gewinnen, mal gibt es hier eine Beach-Party ohne Beach, geschweige denn von Boys.
Vielleicht ist diese Kranaktion wieder ein gelungener Werbegag?
Na ich halte erstmal weiter Ausschau nach Herrn Sondermann und Frau S. Soll mich doch der Teufel holen, wenn ich die nicht treffe bevor ich wieder abreisen muß.
Mein Ausflug vorgestern in die Hotelküche ist mir übrigens nicht gut bekommen. Ich habe mir ein paar Eierchen gebraten, sonst war nix da! Sachma haben die hier kalte Küche oder was?
Ich fürchte die Eier waren von übervorgestern. Jedenfalls nimmt seit dem eine latente Übelkeit von mir Besitz. Quasi.
Man könnte auch von Montesumas Rache sprechen, wenn man denn dann nicht grad in Parrrrissss wäre.
Kohletabletten und Sanitäter zu mir! Appartemeng Nr. 666

Mittwoch, 28. Mai 2008

Hotel Ponzo... nichts als die Wahrheit.... Teil 2

sexy
Seit Stunden überlege ich nun schon, was ich dem Sondermann geistreiches entgegensetzen könnte. Mir will und will einfach nichts einfallen. Vielleicht sollte ich mal Monsieur Ponzo anrufen? Aber da kommt der mir gleich wieder mit dem Kannibalen von Rothenburg, der hier unheimlichen Eindruck hinterlassen hat. Aber vielleicht hätte er Recht (M. Ponzo, nicht der Kannibale natürlich)? Vielleicht ist Herr Sondermann ein Perverser! Oweia, was mache ich nur? Ich kann mich einfach nicht aufraffen. Muss unbedingt eine Entscheidung treffen. Und dann ist es auch noch so heiß hier! 30° im Schatten, das macht mich immer so hungrig. Ich glaube ich gehe erst mal rüber zu Naïma und kaufe mir ein schönes Sandwich. Bon appetit.

Kommentare dazu:
Von ES
Nein!!!
Nicht schon wieder ein Sandwich!!!
Nehmen Sie lieber einen Bonbon!

Liebes Gästebuch

beinahe hätten wir also einen schönen Urlaub zusammen verleben können, die Frau M. aus Dingens, die Frau S. aus Oberdingens und ich, der Herr Sondermann aus dem perversen Unterdingens. Hätten wir. Wenn wir uns nicht ständig verfehlen würden!

Zur Sicherheit hatten wir uns ein geheimes Zeichen zur Wiedererkennung ausgemacht: Ein Sträußchen Fette Henne am Revers oder an anderer gut sichtbarer Stelle.

So machte ich mich also heute morgen schön hübsch und trug den ganzen Tag einen Blumentopf auf dem Kopf. Voll mit fetter Henne.

Aber was musste ich erleben, als ich solcherarten frisch geliftet dem Lift entsprang? Hunderte von fett behennten, gut bekleideten Damen und Hennen (Herren meinte ich natürlich!) bevölkerten das Foyer. Da gab es welche, die die Fette Henne im Knopfloch trugen, andere trugen sie wie ein Parteiabzeichen, wieder anderen lukte ein Zweiglein Fetter Henne wie ein Einstecktüchlein aus der Brusttasche ihres Anzuges. Manch wohlgeformte Dame präsentierte in ihren Auslagen die Fette Henne mittels eines Balkonblumenkastens. Einige wenige fette Hennen blühten regelrecht auf unter einer Lockenpracht aus Fetter Henne und fettem Haargel.

Wo war ich da nur hineingeraten? Weit und breit keine Frau M., keine Frau S., nur fette Hennen wohin man auch sah.

Doch dann öffnete sich die Tür zum Hotel-Ponzo-Tagungssaal und in dem Schwall der Fettbehennten wurde ich mit hineingezogen. „Welcome to the 148. International Congress of the Worldwide-Fat-Hen-Association“ stand auf einem Transparent über dem Rednerpult. Das erklärte einiges, doch es war zu spät!

Es folgten achtzehn ermüdende Stunden mit Grußansprachen der Fetten-Hennen-Delegiertensprecher. Wenn es wenigstens ein kleines Buffet zwischendurch gegeben hätte, von mir aus auch mit fettem Hennen-Salat oder einem Fetten-Hennen-Sandwich. Das hätte ich mir sogar quer in den Mund geschoben!


So überlebte ich die Tagung nur, in dem ich meinem Vordermann den Kopf leer fraß.

Kommentare dazu: (Liebes Gästebuch)

22.7.04 22:33)Frau M.
Wie sie waren doch da?? Ach sie haben meinem Nebenmann das Toupet weggefuttert! Sie waren also quasi in greifbarer Nähe..... Mensch Herr Sondermann, in welchem Apartemeng hausen sie denn derzeit? Ich hab schon diverse Rotweinfläschchen in der Duschtasse deponiert und gekühlt. Ich komm dann mal rüber und wir feiern ein rauschendes Balkonfestchen! Frau M. aus Dingens derzeit wohnhaft in Ap. 666

23.7.04 Frau Ponzo 18:58)
jajam, mhhh rrh, ka ... nnn ehm läkkerrrrrr

(24.7.04 05:08)Frau M.
Hallo Frau Ponzo, was machen se denn da???? Wo haust denn der Herr Sondermann nu? Und wo steckt Frau S???? Fragen über Fragen, bin ich hier beim Quiz? Was ist der Hauptgewinn? Hab ich Chancen?

24.7.04 16:29)Frau Ponzo
Hallo Frau M, Ihre bessere Hälfte befindet sich meines Wissens immer noch auf dem Ponyhof im Wald. Ohne Pferdeschwanz! Oder heisst es Ponyschwanz? Der war ja hier zur Trophäe am 14. Juli geworden...
So, jetzt muss ich mich doch mal meinem neuen Lieblingssandwich widmen: Froschschenkel in Blätterteig...
Tschüssi, wie manche sagen...
Frau Ponzo an ihrem letzten Arbeitstag... (bisher entspannt)

(26.7.04 14:08)Frau S.
Ponyschwanz? Froschschenkel in Blätterteig? Ich verstehe nur Bahnhof. Und vor allem: Was soll denn das mit dem letzten Arbeitstag bedeuten? Werte Frau Ponzo, Sie wollen mir doch wohl nicht erzählen, dass das Hotel jetzt Sommerpause macht. Nicht, nachdem ich meinen gesamten Sommer damit zugebracht habe, zu ihnen zu finden. Das wäre unfair, gemein und überhaupt nicht lustig. Ich protestiere! Energisch!

(26.7.04 20:07)Frau M.
Ich fürchte die Frau Ponzo ist vermilchreist. Hier ist alles so ruhig. In der Eingangshalle ist auch keiner mehr anzutreffen. Richtig unheimlich. Die werden mich doch wohl nicht hier vergessen haben? Halt was war das?? *vor Angst schlotter* ich habe gerade ein irres Lachen in den oberen Gängen gehört. Hier geht ein Geist um! Hülfe


Liebes Gästebuch

was war das für eine rauschende Ballnacht! Ich versuche immer noch, meinen Körperteilen die entsprechende anatomische Bedeutung zuzuordnen.

Frau M. aus Dingens hatte gestern anlässlich unserer Hotelankunft zu einem kleinen Maskenball in das Appartement 666 geladen. Motto der Party: „Es grünt so grün...“.

Sinnverwandt erschien die Gastgeberin daher als Frosch mit der Maske. Frau Rapunzel, im Gästebuch größtenteils als Frau Prof. Dr. S. vermerkt, um niemanden zu verraten, dass sie incognito angereist war, hatte sich als Maske mit Frosch verkleidet und ich kam aus Zeitnot nur als Frosch. Ein Umstand, der sich wie immer bitter rächen sollte.

Überschwänglich freundlich wurde ich durch eine Kussinvasion begrüßt. Schließlich hatten wir uns lange nicht mehr gesehen und mein neckisches Kostüm weckte wohl die eine oder andere Begehrlichkeit. Meine beiden Maskenfrösche knutschten mich förmlich zu Boden und murmelten dabei immer etwas von „einem verwunschenen Prinzen“ oder so. Nur mühsam und mit Hilfe meines Mundgeruches konnte ich mich davon loseisen.

Anschließend sollte ich nach dem Perlenschmuck der Frau M. im Hotelbrunnen tauchen und Frau S. warf angeheitert ihre goldenen Zahnimplantate hinterher. Nun, ich wollte kein Spielverderber sein und sprang mutig in den Brunnen. Vom sechsten Stock aus. Nach dem dritten oder vierten Versuch hatte ich Erfolg und eine Centmünze auf dem schlammigen Brunnenboden ertastet.

Die maskierten Frösche waren außer sich vor Freude! Voller Übermut warfen sie mich an die Wand und befahlen mir, ein Prinz zu werden. Ich war bereits einiges in meiner Karrier