Freitag, 9. Mai 2008

und es gibt dich doch...

„Ja, ich komme ja schon“ murrte ich. Ich stapfte schon eine Weile mit meinem Vater durch die glutschillernden Straßen einer Kleinstadt. „Hier irgendwo muss es sein“ antwortete er und ging unbeirrt von Haus zu Haus. Ich fluchte und latschte doch im Gänsemarsch hinter ihm her. „Ich kaufe dir ein neues, was willst du denn mit diesem Teil? Es ist alt und inzwischen hat es sicherlich Rost angesetzt. Wer weiß ob sie es überhaupt noch haben? Das du immer so einen Dickkopf haben musst!“ Außerdem, ergänzte ich innerlich, will ich sie nicht sehen. Sie werden uns sicher nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Warum wollte er dieses dämliche Ding unbedingt wiederhaben? Nach so vielen Jahren.. Ich hasste diese Stadt. Es hingen zu viele Erinnerungen an ihr.

Ein aufgehäuftes Grab ohne Grabstein tauchte in meinem Kopf auf. Welkende Kränze und Blumen bedeckten es lieblos. Ich sah die einzelne weiße Rose die ich mit bebenden Händen auf ein Stück unbedeckte Erde legte. Ich spürte den Verlust wieder. Deutlich. Ich sah mich mit wütendem Gesicht vor einer trauernden Mutter stehen. Hörte mich, wie ich ihr vorwarf dass sie mich nicht gerufen hatte. Vielleicht hätte ich verhindern können..

„Mein Gott was bist du für eine lahme Ente, so kommen wir nie an“ maulte mein Vater in meine Richtung. „Dann geh doch alleine, ich warte hier!“ „Ne, nix da, ich brauche dich, ich schaffe das nicht alleine“ Da hatte er leider Recht. Ich machte mir schon eine geraume Zeit Sorgen um meinen alten Herrn. Er bekam kaum Luft und schnaufte vor sich hin. Er brauchte mich schon alleine um ihn zu kutschieren, da ihm der Arzt das Auto fahren verboten hatte.
Sonst schien er keinen Dummen gefunden zu haben und ich konnte ihm noch nie etwas abschlagen.

„Hey, ich glaube hier ist es!“ rief er aus. Mit einem Schlag wurden mir die Beine schwer. In mir weigerte sich alles auf dieses Haus zu zugehen. Mein Vater stand vor einem großen Mehrfamilienhaus das wohl vor Urzeiten schon wesentlich bessere Zeiten gesehen hatte. Die Briefkästen waren demoliert und rostig. Die Klingeln nur teilweise beschriftet. Die Haustüre war geöffnet und wirkte etwas „windschief“. Das Treppenhaus mit Graffitis beschmiert, klapprige Räder lehnten im Hausflur an den Wänden. Der Hausmeister hatte offensichtlich schon länger frei, bemerkte ich mit einem leichten grinsen. Mein Vater achtete gar nicht auf mich sondern mühte sich die Treppen hinauf. Auf jedem Absatz blieb er stehen und holte schnaufend Luft. Sorgenvoll betrachtete ich ihn. Er war alt geworden in den letzten beiden Jahren. Mein großer bäriger Paps, Autorität in Person welkte langsam vor sich hin.

„ Mann Papa, komm wir fahren nach Hause! Noch können wir zurück. Das gibt doch nur Ärger! Außerdem habe ich keinen Bock darauf mir nen erstklassigen Einlauf von deiner Frau einzufangen. Wat meinste was ich mir von der anhören darf wenn die von der Aktion hier hört!“ „ Geht schon wieder. ICH WILL ES HABEN!“ „Poah.. wenn du dir was in den Dickschädel gepresst hast…“ ergab ich mich seufzend und stapfte ihm voran die Treppen hoch. Vor einer Tür blieb ich stehen. Wolkenau stand da in krakeliger Schrift an einer Klingel. O wei, hier war es also. „Paps, hier ist es“ ich lies ihm den Vortritt und ging einige Schritte zurück. Wenn es hart auf hart kommen würde wäre ich bereit und doch wünschte ich mich Länder weiter.

Ich hatte Angst vor dem Zusammentreffen mit dieser Familie der ich einmal so nah gewesen war. Eine Familie an deren Seite ich meine Kindheit verbracht hatte, damals auf dem Land. Sie hatten in einem abgewrackten Hof gelebt. Die Mutter Säuferin, der Vater entweder im Knast oder auf der Flucht vor dem langen Arm der Justiz. Die beiden Jungs wilde Burschen die immer taten was ihnen gefiel. Uwe, der schon früh lernte dass er nur durch harte Arbeit durchs Leben kommen konnte und der für sich und seine Familie schon in jungen Jahren beim Bauern schuften ging, damit alle was zu futtern hatten. Der für seine kleinen Extras zusätzlich Zeitungen austrug. Christoph, meine Sandkastenliebe, der einen Herzfehler hatte und sich einen Dreck darum scherte. Er hatte wilde blonde Locken und immer ein breites Grinsen im Gesicht. Er zeigte mir wie man Äpfel auf einem Lagerfeuerchen briet oder wie man Stockbrot machte.

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern! Sagte und trällerte mein Vater gerne mal. Ich hasste dieses Lied übrigens abgrundtief. So sehr wie ich meinen Freund Christoph liebte. Ich hing mit meinem ganzen kindlichen Herzen an diesem Jungen, der wie mein großer Bruder war, mein Beschützer wenn andere Kinder mich verkloppen wollten, mein Vertrauter, mein Tröster. Irgendwann mit 10 hielten wir Händchen wenn wir draußen unterwegs waren. Das brachte uns eine Menge Spott ein. Es war egal. Der erste schüchterne Kuss unterm Apfelbaum. Das erste riesengroße Herz aus Papierrosen zum 1. Mai, das von meinem Vater entsetzt vor meinem Fenster entfernt wurde. Pah, alle konnten sagen, spotten und singen was sie wollten, nichts hielt mich von Chris fern. Dachte ich.. bis eines Tages. Als die Familie fortzog. In diese verdammte Kleinstadt. So oft wie es mir möglich war machte ich mich auf den Weg dorthin. Doch das war immer mit sehr großem Aufwand und großen Schwierigkeiten verbunden. Ich litt.. Chris litt. Er sagte mir dass seine Mutter es für besser empfinden würde wenn wir uns eine Weile nicht mehr sehen würden. Das sei besser für Chris Gesundheit.. er solle sich aufs Wesentliche im Leben konzentrieren. Sagt wer? rief ich ironisch.

Unser Streit, ich zog mich trotzig und traurig zurück…. Ein halbes Jahr Herzschmerz. Schlimmer konnte es nicht mehr kommen. Dachte ich. Ich sollte mich täuschen. Gelegentlich traf ich Uwe, der immer noch beim Bauern in meinem Dorf arbeitete. Es geht ihm gut, hörte ich auf meine Fragen. Alles ok. Dann eines Tages in den Sommerferien kam ich mit meiner Familie aus dem Urlaub und hörte es. Chris ist tot! Er starb einsam und alleine in seiner Wohnung. In seiner Wohnung? Er hatte sich eine Wohnung genommen, wollte sich von seiner Familie unabhängig machen, hatte seine Tabletten nicht mehr genommen. Warum?
Warum er? Warum warum warum?

„Da scheint jemand zu sein, ich höre Stimmen“ weckte mein Vater mich aus meinen Erinnerungen. Er klingelte beherzt und die Türe öffnete sich. Eine fremde Frau mittleren Alters stand im Türrahmen und lies uns herein. Wir platzten mitten in eine Familienfeier. Ja super! Im Wohnzimmer war ein riesiger Tisch aufgebaut um den herum viele fröhliche Menschen saßen. Ein Mädchen feierte ihren 15. Geburtstag. Als die Familie erkannte wer da in ihre Wohnung trat herrschte ungetrübte Freude. Man lud uns ein Platz zu nehmen und mitzufeiern. Ich warf meinem Vater einen warnenden Blick zu. Nicht jetzt, nicht heute, versuchte ich ihm damit zu übermitteln. Mein Vater nahm unbekümmert Platz und war schon in Gespräche vertieft. Sein ursprüngliches Vorhaben schien er bereits vergessen zu haben.
Oh Mann, da hast du uns ja wieder in eine tolle Situation gebracht, dachte ich wütend.

Ich setzte mich ebenfalls und fühlte mich alles andere als wohl in meiner Haut.
Nach einer Weile jedoch vergaß auch ich warum wir eigentlich gekommen waren, genoss die vertraute Nähe der turbulenten Familie und erzählte, lachte und fühlte mich so als wäre ich nach langer Reise endlich wieder bei Freunden angekommen.

Irgendwann schaute ich auf und blickte in ein blaues Augenpaar. Ein großer blond gelockter Mann stand mir gegenüber und lehnte lässig an der Wand. Er beobachtete mich. Ein Lächeln umspielte seine Lippen. Irritiert wandte ich mich wieder meinem Gesprächspartner zu. Ich hörte kaum noch zu und nickte an vermutlich völlig unpassenden Stellen. Meine Augen wanderten immer wieder zu diesem blonden Mann, der immer noch an der gleichen Stelle stand und mich nicht aus den Augen zu lassen schien. Ein seltsames Gefühl nahm von mir Besitz. Dieser Mann.. er war mir irgendwie vertraut und doch meinte ich ihn nicht zu kennen.

Als ich wieder aufschaute war der Platz an der Wand leer. Meine Augen rasten durch den Raum, als ich eine Hand auf meinen Schulter spürte die mich sanft berührte und eine Stimme hörte die mir ins Ohr raunte: "Komm….!" Diese Stimme! Wie ein Blitz durchfuhr mich die Erkenntnis. Dieser Mann war Chris. Wie? Was? Mit Beinen wackeliger als gekochte Spaghetti stand ich auf und ging an Chris Hand in eine ruhigere Ecke im Zimmer. Wo kommst du her? Was machst du hier? Ich dachte.. sie sagten.. Die Fragen strömten nur so aus mir heraus. „Psssst“ sagte er und legte mir den Finger auf die Lippen. Mit sanfter Geste strich er mir das Haar aus dem Gesicht dann nahm er mich in den Arm und wir weinten. Wir weinten um die verpassten Jahre, wir weinten um uns, um alle Missverständnisse. Dann nahm er mich wieder bei der Hand und wir verließen die Wohnung, das Haus, die Stadt.

Wir fuhren in seinem Wagen, über Landstraßen, auf die Autobahn und ich saß auf dem Beifahrersitz und starrte ihn fassungslos an. Es war egal wohin er fuhr, was unsere Familien denken würden. Ich war bei ihm, er war bei mir. Die Welt war wieder richtig für mich. Alles hatte wieder seinen richtigen Platz. Das Ungleichgewicht das ich in den ganzen Jahren verspürte hatte war von meiner Seele genommen. Er war es, der die ganze Zeit gefehlt hatte, dass wurde mir mit einem Schlag klar. Ich stellte ihm tausend und eine Frage die er alle geduldig beantwortete. Er erklärte mir dass er geglaubt hatte dass ich ohne ihn besser klar kommen würde. Er beschrieb seinen Schmerz als er erkannt hatte das er mir nie das Leben hätte bieten können wie ich es, seiner Meinung nach, verdient hätte. Meine Proteste ließ er nicht gelten. „Das war es, was ich damals empfunden habe“, antwortete er. "Ich war herzkrank, hätte nie richtig arbeiten können, dir nie etwas bieten können. Trotzig habe ich versucht mich gegen die Gegebenheiten aufzulehnen. Mir eine Wohnung gesucht, versucht etwas aufzubauen, mich unabhängig zu machen. Doch dann erkannte ich dass ich dies niemals schaffen würde und so entschied ich die Tabletten abzusetzen."

“Aber du bist jetzt hier! Wo warst du? Sie haben gesagt du wärest tot, haben mich an dein Grab geschickt! Warum bist du nicht zu mir gekommen? Es wäre egal gewesen, du wärest bei mir gewesen“ rief ich verzweifelt.
Er hielt den Wagen an. Wir waren an einer Raststätte angekommen. Frankreich, Meer.. Strand. Wir wollten als Kinder immer mal gemeinsam ans Meer. „Später, ich werde dir noch alles erklären, aber jetzt komm“ Wir gingen in den Gasthof und ließen uns in einer Ecke nieder. „Du musst erst etwas essen und trinken“ er bestellte für mich. Ich wollte nicht essen, nicht trinken. Ich wollte wissen warum ich die ganzen Jahre leiden musste. Ich hatte gedacht er wäre tot, nun saß ganz nah und vertraut neben mir. Ich wollte Antworten, doch er ließ mich warten. Wir aßen, tranken. Wir berührten uns. Er drehte sich eine meiner Locken um den Finger und grinste mich an. „Na, kusch-kusch, mach nicht so ein Gesicht“ grinste er. „Nenn mich nicht so, das konnte ich noch nie leiden“ maulte ich kindisch. Er lachte: „Warum? Ich werde nie vergessen wie du das aller erste Mal auf unseren Hof gestolpert kamst und mit schreckgeweiteten Augen vor unserem riesigen Hund gestanden hast. Dieser Köter hat ganze Steaks aus dem Oberschenkel des Postboten gerissen und alles was dir in dem Moment einfiel als die Töle knurrend vor dir stand war.. kusch-kusch“ „Das war das erste Mal das du mich retten musstest“ stimmte ich kichernd zu. Wir plauderten noch eine Weile über unsere Kindheit und kuschelten uns aneinander. Er trug eine Kette mit einem silbernen Mondanhänger. Er zog sich die Kette aus und hängte sie mir um. Sanft hob er mein Haar hoch und während er an dem Verschluss nestelte flüsterte er mir ins Ohr „die soll dich immer an mich erinnern“. Glücklich lehnte ich mich an ihn. Alles war gut. Mir war egal was kommen würde, wie es weiter gehen würde. Er war wieder bei mir, das war alles was zählte. Ich hörte seinen immer noch etwas holprigen Herzschlag, fühlte seinen regelmäßigen Atem, spürte seine Wärme und.. schlief ein.

Fröstelnd fuhr ich erschrocken hoch. Ich lag in einer lärmenden Gaststube und spürte die kalte Holzbank an meiner Wange. Wo war Chris? Verwirrt winkte ich eine Kellnerin heran und versuchte ihr in gebrochenem Französisch zu entlocken wo mein Begleiter wäre. Begleiter? Welcher Begleiter? Schulter zuckend und kopfschüttelnd ließ sie mich sitzen. Ich riss meine Tasche an mich, warf einen Geldschein auf den Tisch und rannte hinaus auf den Parkplatz.
Sein Auto war weg.. In der Ferne sah ich das Meer im Mondschein glitzern. Entsetzt ließ ich mich auf die Pflastersteine sinken. Wo war er nur? Er war doch da gewesen. Wie sonst wäre ich hierher gekommen? Das konnte ich doch nicht alles nur geträumt haben. Ich konnte seine Nähe noch spüren.

Piep- Piep- Piep- Piep- Piep- hörte ich. Genervt sah ich mich um. Das war sicher einer dieser Müllwagen der rückwärts setzte. Ich konnte ihn von meiner Position aus allerdings nichts sehen.

Piep- Piep- Piep- Piep- Piep- nicht das der mich hier noch umfährt, dachte ich und stand auf.

Wo war Chris? Verdammt!

Piep- Piep- Piep- Piep- Piep- ich tastete nach der Kette, nestelte sie unter meinem Shirt hervor. Der silberne Mondanhänger glitzerte beruhigend in meiner Hand. Ich hatte also doch nicht geträumt.. Erleichterung!

Piep- Piep- Piep- Piep- Piep- irgendetwas Feuchtes glitt durch mein Gesicht. Häh? Ich schlug die Augen auf und mein Hund stand Schwanz wedelnd vor mir. Stehst du endlich auf? Kläffte er fröhlich. Meine Hand griff fahrig an meinen Hals.. ich trug keine Kette mehr und mich traf die Erkenntnis wie ein Hammerschlag. Alles nur geträumt.

Donnerstag, 8. Mai 2008

heute saufe ich mir einen an...

so dachte ich vergangenen Samstag. Wir saßen gemütlich in Nachbars Garten und dieser öffnete gutgelaunt die erste Flasche Wein. "Willste auch ein Schlückchen?"
"Och... hm.. wie viel haste denn von der Sorte?" fragte ich noch etwas zweifelnd.
"20 Flaschen!"
"OK! Dann lasset die Spiele beginnen"
"Oh, so schlimm?"
"Ja!"
"Alles klar, ich bin dabei" sprachs goss mir ne Kanne voll goldig-kühlem Wein ins Bodenväschen und los ging's.

Nett war's. Wir haben nicht viel geredet. Vielleicht drum.
Blöd nur.. ich vergaß dass ich eigentlich nix vertragen kann.

Nachdem wir beide uns dann im Verlaufe der Nacht knapp 4 Fläschken zu Gemüte geführt hatten wurde et für Muttern auf einmal ganz dringend Zeit nach Hause zu wanken. Wat ging mir das schlecht!

Schon auf den wenigen Metern Heimweg drehte sich die Erde plötzlich falsch herum. Mein leibeigener Prinzgemahl amüsierte sich köstlich über meine Ausfallschritte. Allerdings hatte sein Amüsement bald ein Ende. Nämlich spätestens dann, als ich im beheimateten Gästeklo das fünfte Mal mit Jörg telefonierte. Er zog schweigend und leicht angewidert die Türe zu und wünschte eine "gute Nacht".

Die hatte ich dann auch.. eine tolle Nacht in der ich mir das goldige Getränk gleich mehrfach durch den Kopf gehen ließ.
Der Sonntag war gelinde gesagt im Arsch!
So muss sich ein Glöckner Feiertags im Glockenturm fühlen.. Palimpalim..
Viel zu sonnig dieser Sonntag, viel zu hell, viel zu laute Vögel, viel zu viel von allem. So blieb nicht viel von meinem Wunsch mir einen anzutrinken, um mal ein paar Stunden an nix als an das Glas vor mir zu denken.
Außer vielleicht der Erkenntnis.. nicht mal saufen kann ich gescheit.

Donnerstag, 21. Februar 2008

wie böse bist du?

MC Winkel wollte es wissen.

How evil are you?
Ich bin jetzt ein wenig überrascht. Engelsgleich, freundlich, liebenswert, aufmerksam, humor- und verständnisvoll usw. Normalo der ich doch bin.. eigentlich

(vielleicht hätte ich als Berufswunsch doch nicht den Politiker angeben und den Hamster in meinem Kopf erwähnen sollen? *g*)

Freitag, 11. Januar 2008

Textsammlung

No regrets

Komm schon und entfessel mich,
breche den Urgewalten ihre Bahn.
Heute komm ich über dich,
die Sturmflut zieht heran.
Wehr dich nicht, lass es geschehen,
du bist doch längst in meinem Bann,
ich, ich lasse dich heute nicht mehr gehen.

Mann!

Komm schon und entfessel mich
Reib das glänzende Metall,
der Geist der Lampe will nur dich
ich lass dir keine Wahl.
Schließe deine Augen du bist am Ziel
Dein Traum wird dir heut Nacht erfüllt
Bevor dein Wunsch nur fiel.

No regrets, ich bin bei dir
no regrets, zwing dich zu mir
no regrets, ich folge dir
no regrets Peitsch dich vor mir her
no regrets ich will mehr


Komm schon und entfessle mich,
bind mich vom Marterpfahl,
heute brenn ich nur für dich
werd dir zur süßen Qual.
In meiner Hand kommst du zur Ruh
noch heute Nacht da flüsterst du
mir deine Geheimnisse zu.

No regrets, ich bin bei dir
no regrets, zwing dich zu mir
no regrets, ich folge dir
no regrets Peitsch dich vor mir her
no regrets ich will mehr

No regrets, ich bin bei dir
no regrets, zwing dich zu mir
no regrets, ich folge dir
no regrets Peitsch dich vor mir her
no regrets ich will mehr

(c)frauenzimmer.twoday.net

Textsammlung

Titel: Schweig
Blablablablabla blablablablabla blablablablabla uaaaaaaaaaa (Schrei)

Halt den Mund ich bitte dich,
red nicht mehr weiter auf mich ein.
Geh wohin der Pfeffer wächst,
schnapp dir deinen Heiligenschein. (tscha)
Steig von meinem Rücken ab
du wirst mir viel zu schwer.
Kein Problem, ich bin schuld,
das hatten wir lange nicht mehr.

Du redest wie ein Wasserfall,
deine Argumente sind famos.
Wo ist hier das Rettungsboot,
wer macht die Leinen los?
Du bist die Sonne um die sich alles dreht
Vernichtest, was dir widerstrebt.
Wahrheiten, die keiner sonst versteht.
Das schwarze Loch, das keiner überlebt.

Ich mach ein Fass auf,
wenn du jetzt gehst.
Denn ich kann erst atmen,
wenn du nicht mehr hinter mir stehst.
Lies es von meinen Lippen ab,--(Kurzsolo Gitarre)------- verpiss dich!

Blablablablabla blablablablabla blablablablabla uaaaaaaaaah

Halt den Mund ich bitte dich,
Endlich Ruhe, Götterdämmerungsgleich.
Bitte keinen blöden Spruch mehr,
der mir das Hirn aufweicht.
Geh mir aus dem Licht du Blender,
weiche von mir böser Geist,
dein Gelaber geht mir auf den Sender
Von dir kommt eh nur Scheiß.

Mit Gönnermine stehst du da
schaust von oben auf alle herab.
Diskutierst Quadrate rund
bis ich überschnapp!!!
Du treibst mich zur Weißglut, killst – meinen - Verstand
Doch weiter geht die Wörterflut.
Treibst mich in die Enge, bis an die Wand
Das war’s Baby! Nimm-jetzt-deinen-Hut!

Ich mach ein Fass auf,
wenn du jetzt gehst.
Denn ich kann erst atmen,
wenn du nicht mehr hinter mir stehst.
Lies es von meinen Lippen ab, ----(G.s.)----- verpiss dich!

(c) Frauenzimmer.twoday.net

Dienstag, 25. September 2007

Harry, fahr schon mal den Wagen vor / II.

Ich konnte nicht anders. Ich mußte dort anrufen.
Wir plauderten eine Weile am Telefon und verabredeten uns dann für den kommenden Sonntag. Treffpunkt Post, einer gemütlichen Kneipe die auch Sonntags noch genügend besucht war und die neutrales Gebiet sicherte. Ich war zwar verrückt, aber so verrückt mich mit dem Burschen in seiner Wohnung zu treffen, wie er es eigentlich gerne gehabt hätte, war ich nicht. Wir verabredeten also uns vor der Türe der Kneipe zu treffen, damit wir kein lächerliches Erkennungszeichen überlegen mußten.
Dort stand ich also nun und hauchte mir nervös meine Malboro weg. Der Herr lies ein halbes Stündchen auf sich warten und gerade als ich nach Hause wackeln wollte kam er in seinem konkret krassen BMW um die Kurve geschreddert. Geöffnetes Fenster, Ellenbogen souverän ans Metal geschmiegt, Sonnenbrille lässig im leicht krausen Haupthaar. Owei! Als er sich dann endlich aus dem Wagen geschält hatte, konnte sich der "Rest" doch sehen lassen. Knackarsch, nettes Hemd, geputzte Schuhe (smile).
Ich hakte mich freundschaftlich unter und wir plauderten ins Lokal.

Die ersten halbe Stunde verbrachte ich damit meine Personalien durchzugeben.
Mein Gott, was hatte ich erwartet. Der Knabe war Polizist.
Wir bestellten die ein oder andere Gerstenkaltschale und langsam lockerte sich die Stimmung und auch die Zunge meines Gegenübers.
Ich hätte stutzig werden müssen, als er mir zum Ende des Abends eröffnete, das er total vergessen habe Geld einzustecken. Er hätte es so schrecklich eilig gehabt um "pünktlich" zu sein. Ja ne, is klar. Frau ist ja modern. Was soll's. Ich zahlte seine Zeche halt mit.

Vom Regen in die Traufe, aber mit Schmackes.

Der Bursche war ein Geizhals vor dem Herrn. Ich meine, hey, ich bin durchaus in der Lage mir meinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Zudem zahle ich meine eigene Zeche durchaus und gerne. Mir muß niemand die Türe aufhalten oder den Arm bieten damit ich eine Pfütze umrunden kann. Ich bin schon groß, ich schaff das.
Aber was Harry sich so vom Stapel ließ, das war schon ganz großes Kino.
Er schaffte es immer wieder das ich latzen durfte. Keine Ausrede war ihm fremd.

Warum hatte ich gleich noch einmal die Anzeige aufgegeben?
Richtig, ich war einsam, untersext und wollte ein Abenteuer.

Abenteuer.. *auflach*
Der Typ war strunzlangweilig. Alles an ihm war es. Seine Bude, sein Leben, seine Geschichten, der Sex mit ihm.
Seine Macken nervten mich (er kämmte sich mit Inbrunst die Augenbrauen bevor er das Haus verließ. KEIN SCHERZ. Er aß bis ihm übel wurde, um Himmels Willen nichts verschenken), sein Geiz nervte, sein Dienstplan, seine Kollegen , die sich immer nen anzüglichen Witz über Waffen und Handschellen rausleierten, (ok, verständlich, aber irgendwann wirds langweilig Jungs).

Einmal fuhren wir gemeinsam über ein verlängertes Wochenende nach Holland ans Meer. Gemütliches kleines Häuschen in Strandnähe. Muss ich erwähnen das ich buchte und schon mal die Kosten "vorstreckte"? Selbstverständlich fuhren wir mit meinem Wagen, einem niedlichen, knallroten Mini. Das Gepäck bis unters Dach geschnallt. Sein BMW stand schonend in der Garage.

Schon auf dem Weg nach Holland hätte ich ihn beinahe am Rastplatz angebunden ausgesetzt. Soweit war ich, echt, das mir, sonst absolut mittig, ausgeglichen, souverän, adrett anzuschau.. Wie? Ja, 'tschuldigung. *hüstel*

" Du fährst zu schnell, du fährst zu langsam, wenn du so und so fährst nutzt du die Reifen einseitig ab, hast du das Schild da gerade gesehen, HIER IS FUFFZIG, wie lange dauerts wohl noch, du kuppelst zu spät, zu früh, zu irgendwas, lass doch, das Radioprogramm ist doch viel schöner als deine Kassette, wer hört überhaupt noch Kassette, ich habe hunderte von CD's, du mußt blinken wenn du wieder zurück auf die rechte Spur fährst, ras doch nicht so, wir haben doch Zeit, wann läuft bei deiner Kiste eigentlich der TüV ab, fahr nicht so nah auf,..blaaaaa blaaaaa blaaaa blaaaa"
Drei Stunden Fahrt können unendlich lang sein.

Im Haus angekommen wurde gleich weitergemeckert. Kein Fernseher, dabei war doch Tennis. Am Strand war's zu windig, im Städtchen zu viele Touris, im Haus zu langweilig. Gemütlich zu kochen war ihm zu blöd, lieber essen gehen. Dummerweise hatte er die Börse im Haus liegen lassen. Na mach doch mal schnell...

Hmpf....

Die Rückfahrt war meinerseits schon etwas unterkühlt und schweigsam. Die Stille wurde nur durch seine weiteren Muffeleien unterbrochen.

Ich setzte ihn vor seiner Bude ab, wünschte ihm ein schönes Leben und gab Gummi. Zu Hause angekommen steckte ich das Telefon aus, schaltete die Klingel ab und knallte mir ansonsten für die kommenden Tage den Terminplaner voll.
Ein paar Wochen später sah ich dann Nachts noch gelegentlich einen Streifenwagen in der Parkbucht gegenüber meiner Türe parken oder in der Straße patrollieren.
Ob es Harry war? *schulterzuck*

Ein paar Jahre später traf ich ihn noch einmal. Altweiberdonnerstags in der Altstadt.
Ich war mit ein paar Mädels unterwegs und er mit seinen (immer noch blöde grinsenden) Kollegen. Er erzählte mir das er inzwischen Vater sei, geschieden und das er immer noch jede Woche das Anzeigenblättchen studiert.

Freitag, 14. September 2007

Harry, fahr schon mal den Wagen vor... Folge 1

Auch ich war einmal Single. Aus heutiger Sicht scheint mir das ewig her zu sein.
Gott was war das eine chaotische Zeit.
Ich bin schon recht früh zu Hause ausgezogen, hatte meine kleine Dachgeschoss-Wohnung. Weit genug vom Elternhaus, dass sie sich ins Auto setzen mußten um mich zu besuchen. Vorsichtshalber.
Wie das so ist, mit Anfang 20.
Dennoch, abends nach der Arbeit in eine verlassene Wohnung zu kommen ist auch nicht schön. Ich haßte es alleine zu sein. Daraus resultierten die merkwürdigsten Aktionen.
Ich habe mir beispielsweise eine Katze angeschafft. Ein eigensinniges Siam-Perser-Wollteppich-Mädchen mit blauen Augen und Puschelohren, dass ständig rollig zu sein schien, mir meine "gute" Lederimitat-Couch und sämtliche Zimmerecken zerkratzte und ein Wahnsinns Organ hatte.

Zudem hatte ich mich endlich gerade aus einer für mich damals typischen Verzweiflungs-Beziehung gelöst. Den Burschen hatte ich irgendwann mal in einer Kneipe aufgelesen. Einen Tag später zog er mit Sack und Pack bei mir ein. Er ließ sich gerne von mir bedienen, lebte bequem auf meine Kosten und war ein Spinner vor dem Herrn. Dennoch brauchte ich ganze zwei Jahre bis ich es schaffte ihn auf halbwegs manierliche Weise loszuwerden.
So war ich also wieder alleine. Irgendwann, aus einer Laune heraus gab ich eine verrückte Zeitungsannonce auf:

Fröhliche Sie, 22, sucht knackigen Polizisten mit Schnellfeuergewehr.
Melde dich blitzartig unter Chiffre...


Die nächsten Tage lief ich mit einem eingemeißelten Grinsen durch die Gegend.
Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung was mich damals geritten hat.
Stark untersext? Zu viel Alkohol am Wochenende? Torschlußpanik?
Vermutlich von allem ein wenig.
Überraschenderweise bekam ich tatsächlich Anwort.

Hallo,
ich heiße Harry, bin ausgesprochen knackige 25 Jahre alt, Polizist.
Ich habe zwar kein Schnellfeuergewehr, aber ein hübsches Pistölchen.
Möchtest du uns kennenlernen? Ruf an unter Tel:........

Montag, 10. September 2007

ich habe gerade von dir geträumt, nach so langer Zeit

du warst bei mir und mit dir...

dein Lachen. Du die du mir vor acht Jahren vorausgingst.
Du, der ich im vergangenen Jahr beinahe gefolgt wäre.

Ist es nicht wahnwitzig das ich das gleiche hatte wie du?

Für MICH hast du heute gelacht.
Freundin, beste, Seelenverwandte, du.

Wie seiden der Faden doch ist, an dem wir alle hängen.

Wie leicht wir doch vergessen, ich hatte es verdrängt.
Dein Lachen vergessen, dein Bild in mir verdrängt.
Dich schwächer werden lassen. Tag für Tag.

Heute Nacht konnte ich dein Lachen hören, liebste Freundin.
Konnte dich auch lächeln sehen.
Breit, schwungvoll. Schön war das...

Du strecktest deine Arme nach mir aus.
Weit... Ich kann noch nicht, doch..

komm doch mal wieder vorbei und besuche mich.

Auch wenn mein Herz dann bleierne Tücher trägt.


Freitag, 31. August 2007

Textsammlung

Selbsterfüllende Prophezeiung


Über die eigenen Füße zu fallen ist dein Brauch,

dass andere über dich lachen, passiert dir so auch,

dein ganzes Streben ist dein Fall,

wenn du ihn mal schießt, fliegt er tief dein Ball.


Zweisamkeit für dich nur eine Zahl,

fühlst dich immer, als dritte Wahl.

Wie lange schon tust du dir selber leid?,

Alles in dir, klebriger Neid.


Nur an deinem Anlitz nagt der Zahn der Zeit,

ein jeder Virus hält sich ausschließlich für dich bereit.

Du rennst leidenschaftlich offene Türen ein,

diskutierst ganze Nächte mit dir allein.


Ertränkst deine Ängste in rotem Wein,

trittst dir regelmäßig auf den eigenen Leim.

Bist der erste der die Flinte ins Korn schmeißt.

Der Gemeinheiten anderer an sich reißt


Kommst nie voran, drehst dich im Kreis

Wie die Maus die sich ins Schwänzchen beißt.

Immer auf der Stelle, im Dauerlauf

noch bevor du kämpfst, gibst du dich auf,


Verfolgst verzückt deinem Tränenlauf

raffst dich nicht hoch, da stehst du drauf.

Unten sein ist deine Pflicht,

du armer, kleiner, kranker Wicht.


Immer unter den Scheffel mit deinem Licht,

Anerkennung duldest du nicht!

Lob und Huldigungen haben keinen Raum.

Du stapelst tief, tiefer geht es kaum.


Deine Emotionen hältst du im Zaum,

Leistungen anderer lassen dich staunen.

Etwas selbst zu bewegen fehlt dir der Mut,

in deinen Augen, kein Funke Glut.


Und weil das so ist, weil keiner was tut

für dich allgemein, füllt dich die Wut.

Doch wer sollte es auch? Ohne Boden dein Fass

Wer mag sich vergiften, mit deinem Hass?


In deinem Leben gibt es keinen Spaß,

wirfst dich dir selbst vor zum Leichen-Fraß.

An deines Tunnels Ende gibt es kein Licht

Dies ist das Ende, der schaurigen Geschicht.


Fazit:

Bedenke: wohin du auch gehst, mit flüchtigem Schritt,

DU nimmst DICH immer selber mit.

(c)frauenzimmer.twoday.net

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